Viele Unternehmen haben sich im Gewerbegebiet entlang der Voltastraße und der Philipp-Reis-Straße angesiedelt.. Foto: Kröner
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Viele Unternehmen haben sich im Gewerbegebiet entlang der Voltastraße und der Philipp-Reis-Straße angesiedelt.. Foto: Kröner

Wirtschaft

Warum Unternehmen nach Hattersheim kommen

  • vonSascha Kröner
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Umfrage der Stadt Hattersheim unter 300 Betrieben in der Rosenstadt

Hattersheim -"Raus aus Frankfurt, aber nicht zu ländlich." Mit diesen Worten beschreibt ein Unternehmer, wieso er bei seiner Standortsuche in Hattersheim gelandet ist. Die Stadt hat eine Unternehmensbefragung in Auftrag gegeben, deren Ergebnisse mittlerweile vorliegen. Dabei durften die Geschäftsleute nicht nur aus vorgegebenen Antwortmöglichkeiten wählen, sondern auch freie Erklärungen abgeben.

Die Stadt hat 300 Unternehmen kontaktiert. Daraus ergaben sich letztlich 171 verwendbare Datensätze. 88 Prozent der Betriebe sind mit ihrem Hauptsitz in Hattersheim ansässig. 60 Prozent halten der Stadt schon lange die Treue. Sie betreiben ihr Geschäft seit mindestens zehn Jahren in der ehemaligen Rosenstadt.

"Durch und durch zufrieden"

"Ich wohne hier schon immer. Es stand gar nicht zur Debatte, woanders das Gewerbe anzumelden", hat ein Unternehmer auf den Fragebogen notiert. Die Nähe zum Wohnort wird von mehreren Teilnehmern der Umfrage als ein wichtiger Grund für die Standortwahl angeführt.

"Ich bin selber ein Hattersheimer, deswegen war der Standort sehr wichtig für uns", erläutert ein Unternehmensvertreter. Ein anderer schreibt, er sei "durch und durch Hattersheimer und absolut zufrieden mit dem Wirtschaftsstandort". Um Wohnen und Arbeiten zu verbinden, nehmen Selbstständige sogar einen Umzug in Kauf. "Wir sind von Flörsheim nach Hattersheim gezogen, weil wir Wohnen und Firma unter einem Dach haben wollten", erklärt ein Befragter. Ein weiteres Unternehmen beantwortet die Frage mit dem Hinweis, dass er die Gewerbesteuer im Wohnort lassen wolle.

Hattersheims Lage hat ebenfalls einen positiven Effekt auf die Standortwahl. Ein Betrieb lobt die Nähe zum Frankfurter Flughafen und zur Stadt Frankfurt. Ausschlaggebend sei außerdem, dass das Unternehmen in Hattersheim eine geeignete Immobilie fand.

Diese Wahrnehmung deckt sich mit einer anderen Stellungnahme: "Zentrale Lage im Rhein-Main-Gebiet, gute Büro-Immobilie gefunden", hat die Befragte notiert. Auch die Kaufkraft der Hattersheimer und die guten Verkehrsanbindungen finden positive Erwähnung. "Keine Konkurrenz" lautet die Begründung auf einem weiteren Fragebogen. Neben Wohnort und Lage haben die Unternehmen verschiedene andere Gründe angeführt, die sie nach Hattersheim gezogen haben. Als Erklärung finden sich Expansion, private Gründe, aber auch der reine Zufall.

Keine Ahnung, was andere anbieten

Im Rahmen der Umfrage wurden die Unternehmen auch nach Verbesserungsvorschlägen gefragt. Ein Betrieb bemängelt, dass sich die Unternehmen am Standort nur zum Teil kennen. "Viele wissen nicht, wer was anbietet. Wenn hier mehr Informationen verfügbar sind, können die Unternehmen auch besser direkt miteinander arbeiten", argumentiert der Befragte. Eine andere Firma rät der Stadt Hattersheim, bezahlbare Flächen anzubieten und diese nicht mit "Wahnsinnsauflagen" wie begrünten Dachflächen, Regenrückhaltebecken und Nachhaltigkeit zu belegen.

"Innenstadt ist zeitweise verstopft"

Es kam auch der Wunsch auf, einem neuen Unternehmen ein Faltblatt mit Informationen zu Wirtschaftsförderung, Verbänden und Ansprechpartnern zu übermitteln. "Bessere Verkehrsanbindung durch Umgehungsstraßen statt einer zeitweise sehr verstopften Innenstadt!", wünscht sich ein Betrieb. Ein Gesamtkonzept für die Stadtmitte als Gastro-Meile rund um den Marktplatz schwebt einem anderen vor. Glasfaseranbindung für schnelles Internet und eine mehrsprachige Homepage fanden ebenfalls Erwähnung. Schließlich bat die Stadt die Betriebe noch um einen Ausblick: "Immer den persönlichen Kontakt zum Unternehmer suchen. An der Basis bleiben" lautet der Hinweis auf einem Fragebogen. "Bezahlbare Gewerbeflächen für kleine Firmen zur Verfügung stellen", fordern andere. Kaum verwunderlich ist es, dass auch die Senkung von Gewerbe- und Grundsteuer auftauchen. Darüber hinaus solle der Bahnhof ausgebaut und die Attraktivität der Innenstadt erhöht werden.

Doch es gibt auch Lob: "Allgemein ist es sehr positiv, dass Bürgermeister und Wirtschaftsförderung die Belange der Unternehmen ernst nehmen und den Dialog suchen", urteilt ein befragter Betrieb. 37 Prozent der Befragten gaben an, "sehr zufrieden" zu sein, 47 Prozent waren "eher zufrieden". sascha kröner

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