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In der Wassermuschel fühlt sich "Vinnie" wohl. Angelika Schubert betreut die drei Vierbeiner.

Tierheim

Warum Hunde mittags im Tierheim "hitzefrei" haben und kalte Steine mögen

Die Hitze macht nicht nur den Menschen zu schaffen. Die Tiere leiden ebenso unter den Temperaturen. Was man tun kann, um ihnen Abkühlung zu verschaffen, das erklärt Christian Reiter vom Tierheim Hattersheim.

Hattersheim - "Bitte niemals Hunde im Auto lassen", sagt Christian Reiter, Leiter des Tierheims Hattersheim mit Nachdruck. Erst vor kurzem habe es wieder einen Fall in Wiesbaden gegeben, bei dem die Polizei den Hund aus dem Auto befreien musste. "Das sollte nicht wieder passieren", sagt der 34-Jährige. Doch was gibt es als Besitzer eines Hundes aktuell noch zu beachten? "Wenn der Asphalt aufgeheizt ist, sollte man ihn besonders nachmittags wenn möglich meiden, da das den Hunden an den Pfötchen weh tut", erklärt das Herrchen von zwei Hunden.

Außerdem sollte immer für genug Abkühlung gesorgt werden: "Hier im Tierheim haben wir Wassermuscheln für die Hunde. Bis auf einen der zwölf Hunde nutzen alle sie auch sehr gerne." Auch gebe es für Zuhause kleine Pools für Hunde aufzustellen. Ein kühles Handtuch auf die Tiere zu legen, sei auch möglich. "Tagsüber sollte man nur gemäßigt rausgehen." So mache das Tierheim es entsprechend: "Unsere Hunde haben mittags hitzefrei. Die langen Spaziergänge machen wir früh morgens und abends. Mittags geht es nur ganz kurz raus." Grund dafür sei auch, dass auf dem Feld beim Tierheim kein Schatten sei. "Bei Kleintieren wie Kaninchen und Meerschweinchen ist es wie bei allen andere Tieren auch so, dass sie dringend immer genug frisches Wasser brauchen", sagt der Tierheim-Leiter. Um ihnen Kühlung zu verschaffen, "kann man kalte Wasserflaschen oder Fliesen oder Steine, die man vorher im Kühlschrank liegen hatte, in den Käfig legen, damit die Tiere sich kühlen können." Wichtig sei, dass sie wirklich nur im Kühlschrank und nicht im Tiefkühler gelegen haben, da es sonst zu Gefrierbrand kommen könne. Außerdem solle man den Tieren genug Schatten bieten: "Meine Kaninchen, die ich privat habe, dürfen draußen auch buddeln. Zurzeit sind sie hauptsächlich unter der Erde, weil es da schön kühl ist." Es sei wichtig, dass beispielsweise ein Sonnensegel gespannt sei und es genug Schatten und Luft gebe.

Rückzugsorte für Katzen

Bei Katzen gestaltet sich das mit den Möglichkeiten für Abkühlung etwas schwieriger, denn "Wasser und Katzen sind nicht unbedingt Freunde", sagt Reiter lachend. "Im Tierheim haben die Katzen die Luxusvariante mit dem klimatisierten Katzenhaus." Die Samtpfoten residieren hier bei 25 Grad. Doch in vielen Wohnungen oder Häusern kann das den Katzen nicht so leicht geboten werden: "Man sollte der Katze einen kühlen Rückzugsort bieten. Außerdem gibt es Kühldecken, die mit einem Gel gefüllt sind, das immer kälter ist als die Raumtemperatur", empfiehlt Christian Reiter

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Tiere schlafen jetzt mehr

Bei diesem Wetter solle man aber grundsätzlich aufmerksam bei seinen Tieren sein: "Wenn die Tiere abgeschlagen oder apathisch rumliegen, kann das ein Anzeichen für einen Sonnenstich sein." Das Tiere derzeit mehr schlafen und sich Ruhezonen suchen, das sei bei der Hitze ganz normal. "Wir Menschen machen das ja auch nicht anders", sagt der Vorsitzende des Tierschutzvereins Hattersheim. "Kaninchen legen sich auch gerne mal komplett auf die Seite, damit sie mehr Wärme abgeben."

Es kommen noch weitere Sommerwochen auf die Tiere und Pfleger im Tierheim zu. "Bis jetzt sieht es auch mit den Abgaben wegen der Sommerferien gut aus", berichtet Christian Reiter. "Im vergangenen Jahr hatten wir einige und ebenso mehrere Fundtiere. Wir schauen mal, was kommt. Aufnahmekapazitäten hätten wir noch."

VON JOY GANTEVOORT

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