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Ursula Ochs

Hilfe zum Wiederaufbau

Im März war die Schule mit Spendengeldern renoviert, jetzt, nach dem Erdbeben, ist vieles zunichte. Der Verein Direkthilfe Nepal bittet um Unterstützung.

Von Heide Noll

Am 25. April erschütterte ein Erdbeben der Stärke 7,9 Nepal, eines der 20 ärmsten Länder der Erde. Es verursachte auch im abgelegenen Dorf Amppipal große Schäden. „Wir sind fassungslos und tief betroffen“, sagt Ursula Ochs, Vorsitzende der Sindlinger „Direkthilfe Nepal“. Die Direkthilfe unterstützt seit Jahren die Janata English School (JES) in Amppipal sowie 25 Schüler. Der Verein übernimmt Schulpatenschaften, bezahlt Schulessen und Förderprogramme und ermöglicht die Renovierung und Einrichtung der Schulräume. Erst Ende März diesen Jahres waren Vereinsmitglieder selbst vor Ort, um sich vom Fortgang der Projekte ein Bild zu machen (wir berichteten). Was sie sahen, gefiel ihnen: Das Erdgeschoss des bis dahin leerstehenden Teils des Schulgebäudes und die Räume der dritten und vierten Klassen waren so gut wie fertig renoviert und damit fast die ganze Schule. „Wir haben große Pläne für die Entwicklung der Schule ausgearbeitet“, berichtet Ursula Ochs. Und jetzt: Alles dahin. Teile des Dachs und der Wände sind eingestürzt, die Schulgebäude stark beschädigt und können nicht benutzt werden. „Zum Glück hat es in Amppipal keine Toten und nur wenig Verletzte gegeben. Die von uns unterstützten Kinder, deren Familien und die Lehrer der JES sind alle unverletzt“, ist Ursula Ochs dankbar.

Während andernorts Dörfer völlig in Trümmern liegen, kam Amppipal einigermaßen glimpflich davon. Zwar haben die Lehmhütten nahezu alle Schäden erlitten, und viele Bewohner schlafen wegen der anhaltenden Nachbeben lieber draußen unter Planen. Aber Hilfe ist schon angekommen. Die Menschen seien mit Lebensmitteln, Trinkwasser und Plastikplanen versorgt, berichtete Projektleiter Krishna Thapa der Direkthilfe in einem ausführlichen Gespräch.

Und auch die Janata English School will in einigen Wochen den Schulbetrieb wieder aufnehmen. Dazu werden mit Wellblech und Baumbusstäben behelfsmäßige Schulgebäude errichtet. Die weitere Planung des erdbebensicheren Wiederaufbaus der Schule sei auch schon im Gange, erklärt Ursula Ochs. Dank der bis heute für diesen Zweck eingegangenen Spenden in Höhe von rund 10 500 Euro sei die Direkthilfe in der Lage, sofort mit dem Aufbau zu beginnen. Insgesamt rechnet die Vorsitzende mit Kosten von mindestens 40 000 bis 50 000 Euro.

Außerdem will der Verein der Bitte des Schulleiters Rezwaj Rai nachkommen, Geld für die ärmsten Familien in Amppipal zur Verfügung zu stellen. „Wir halten dies für unsere einzige Möglichkeit, den Menschen dabei zu helfen, wieder auf die Beine zu kommen“, sagt Ursula Ochs: „Um helfen zu können, bitten wir im Namen der Betroffenen um Unterstützung. Wir arbeiten alle ehrenamtlich. Alle Spenden gehen in vollem Umfang in das Projekt in Amppipal“, versichert sie und garantiert auch für einen sicheren Geldtransfer.

Die anderen von der Direkthilfe geförderten Einrichtungen hatten Glück. Das Altenheim Pashupati Welfare Center in Kathmandu soll nur leicht beschädigt und die Bewohner unverletzt geblieben sein, das Krankenhaus in Amppipal blieb unbeschädigt.

Spendenkonto: Iban DE10 5005 0201 0200 4326 13 bei der Frankfurter Sparkasse

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