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Hilfstransport: Rumänienhilfe wieder unterwegs

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Lademeister Michael Steils, Matthias Scherer und Klaus-Dieter Then verpacken die Hilfsgüter im Sprinter.
Lademeister Michael Steils, Matthias Scherer und Klaus-Dieter Then verpacken die Hilfsgüter im Sprinter. © Maik Reuß

Seit 27 Jahren geht in jedem Jahr ein Hilfstransport von Griesheim aus auf die Reise nach Toplita in Rumänien. Der 28. Transport ist auf dem Weg.

Klaus-Dieter Then hat in all den Jahren an die 90 000 Kilometer für die Rumänien-Hilfe der Katholischen Kirchengemeinde Mariä Himmelfahrt zurückgelegt und gut 67 Tonnen Hilfsgüter bewegt – seine zusätzlichen Besuchsfahrten nicht eingerechnet. Auch in diesem Jahr hat er den Transport wieder organisiert. In den vergangenen Wochen haben wieder ehrenamtliche Helferinnen aus der Gemeinde eine knappe Tonne an Spenden sortiert und verpackt; etwa 110 Kisten wurden gewogen und zugeklebt. Auf allen Kisten wurde Inhalt und Gewicht vermerkt – ohne Bürokratie geht auch bei humanitärer Hilfe nichts.

In Rumänien fehlt es immer noch an lebensnotwendigen Dingen; viele Menschen sind arbeitslos und müssen ohne staatliche Zuschüsse auskommen. Die monatliche Durchschnitts-Rente beträgt 36 Euro. Die Kosten für Lebensmittel liegen dabei fast so hoch wie in Deutschland. Die Hilfe, die von der Gemeinde in den vergangenen 27 Jahren geleistet worden ist, hat allerdings bereits sichtbare Spuren hinterlassen. Deshalb hat man, in Rücksprache mit den Verantwortlichen in Rumänien, festgelegt, dass keine Kleidung und Schuhe mehr gesammelt werden.

Weiter benötigt werden in der Partnergemeinde aber immer noch Hilfsgüter wie Wolldecken, Medikamente oder medizinisches Gerät, etwa Blutzuckermessgeräte. Außerdem wurden auch Pflegebedarfsartikel für Langzeitkranke und Pflegebedürftige – etwa Inkontinenz-Windeln und Einlagen, Rollstühle und Krücken sowie Gehstöcke – verpackt, die in Rumänien dringend gebraucht werden. Auch werden therapeutisches Spielzeug sowie Kuscheltiere in ein Heim für behinderte Kinder gebracht. Im Jahr 2004 wurde eine Armen-Apotheke eingerichtet, wo Menschen sich unter Kontrolle einer Ärztin Medikamente abholen können, die sie sonst nicht bekommen können. Diese Armen-Apotheke wird mit gespendeten Medikamenten beliefert.

Heute geht’s los

Gestern Abend hat Lademeister Michael Steils die Hilfsgüter mit Hilfe von einigen Jugendlichen im Transportfahrzeug verstaut; heute morgen sind Klaus-Dieter Then und Mathias Scherer mit dem voll beladenen Sprinter zur 1650 Kilometer langen Reise nach Toplita in Rumänien, am Rande der Karpaten, aufgebrochen. Mathias Scherer ist bereits früher schon mit Then als zweiter Fahrer mitgefahren, konnte dann aber berufsbedingt einige Jahre nicht dabei sein. Für ihn ist es ein Wiedersehen mit den Freunden in Rumänien. In diesem Jahr fährt außerdem Pfarrer Vincent Jijingi mit, für den es eine ganz neue Erfahrung sein wird. Mit im Gepäck sind, in Decken gut geschützt, Osterkerzen für die katholische und die griechisch-katholische Gemeinde in Toplita, die am Sonntag von Pfarrer Jijingi im Gottesdienst in der Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt gesegnet worden sind.

Rund 48 Stunden werden die drei unterwegs sein. Die erste Übernachtung ist heute in Budapest geplant. Der Hilfstransport der Gemeinde Mariä Himmelfahrt wird ohne Zuschüsse, rein aus Spendengeldern, finanziert. Von den eingegangenen Geldspenden werden in Toplita Lebensmittel für die Familien gekauft, denen es besonders schlecht geht. Diese Lebensmittel werden von der katholischen und evangelisch-reformierten Gemeinde verteilt. Ein Teil der Spenden geht auch an die griechisch-katholische Kirchengemeinde; ein weiterer Teil wird für die Deckung der Transportkosten verwendet.

Gezielte Hilfe

Von bewegenden Momenten kann jeder berichten, der sich wie Klaus-Dieter Then ehrenamtlich in der humanitären Hilfe engagiert: Im Herbst 2006 wurde ihm ein damals knapp dreijähriges Mädchen vorgestellt, das leichte geistige Behinderungen hatte und nicht sprechen konnte. Auch hier wurde und wird gezielt mit einem Medikament aus Deutschland geholfen, das in Rumänien nicht zu bekommen ist. Das Kind kann jetzt sprechen und besucht eine normale Schule.

In den vielen Jahren der Hilfstransporte haben sich Partnerschaften der Gemeinden entwickelt, und es sind viele private, gute Freundschaften entstanden. Bereits zweimal haben die „Internationalen Tage der Begegnung“ in Mariä Himmelfahrt stattgefunden, an denen nicht nur Jugendliche aus Toplita teilnahmen, sondern auch aus weiteren Ländern Osteuropas. Seit 2008 fahren die Griesheimer Firmlinge alle zwei Jahre nach Rumänien. Und es gibt auf beiden Seiten Bestrebungen, diese Partnerschaft weiter auszubauen: In diesem Jahr wollen die Griesheimer einen Praktikumsplatz für Jugendliche aus Toplita anbieten. (red)

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