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Auch direkt neben dem Eingangstor ist der Mörtel massiv ausgeschwemmt; schwere Brocken sind bereits abgestürzt.

Altes Schloss

Historiker warnen: Die Burgmauer bröckelt

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Schwere Steine sind aus der Basis des Höchster Schlosses herausgebrochen und in den Burggraben gefallen. Ein Vorstandsmitglied des Höchster Vereins für Geschichte und Altertumskunde hat die Politik eingeschaltet.

An der Nordostecke des Wehrgangs verfällt die Mauer, auf der das Höchster Schloss ruht: Das über Jahrhunderte durch Schießscharten strömende Regenwasser hat den Mörtel ausgewaschen, bis zu 30 Zentimeter breite Spalten haben sich aufgetan. Mehrere Steine sind schon metertief in den Burggraben gefallen, der als öffentliche Grünanlage dient.

„Selbst für Laien zeigt sich, dass in diesem ehemals vermauerten Steinverbund nur noch einzelne lose Granitbrocken dem Rest der Mauer einen Halt geben“, sagt Jürgen Rothländer, Vorstandsmitglied des Höchster Vereins für Geschichte und Altertumskunde. Er warnt vor Gefahren für Menschen – und davor, dass sich das Fundament des Schlosses destabilisieren könnte. Rothländer spricht von „akutem Handlungsbedarf“.

Das Schloss gehört der Deutschen Stiftung Denkmalschutz, die es zum 1. Januar 2002 zu einem symbolischen Preis von der Infraserv Höchst als Rechtsnachfolgerin der Hoechst AG übernommen hatte. In diesem Jahr hat die Deutsche Stiftung Denkmalschutz damit Schlagzeilen gemacht, dass sie sich geweigert hat, wie in den vergangenen Jahren die Schlossterrasse für die Kulturreihe „Sommernacht am Schloss“ und das Kurzfilmfestival „Shorts at Moonlight“ zu vermieten – wegen fehlender Fluchtwege. Die „Sommernacht“ hat daraufhin Hallen angemietet, die Organisatoren des Kurzfilmfestivals hoffen noch auf eine Lösung; der Ortsbeirat und verschiedene städtische Ämter sind eingeschaltet.

Ortsbeiratsmitglied Uwe Eisenmann von der Wählerinitiative Frankfurt-West fordert nach Rothländers Warnung die Stadt auf, Kontakt mit der Stiftung aufzunehmen, um die Schäden zu prüfen. Dieser Schritt ist allerdings nicht nötig, denn das Problem ist der Stiftung bekannt: Wie deren Sprecherin Dr. Ursula Schirmer auf Anfrage erklärt, gebe es regelmäßige Begehungen – auch mit dem Frankfurter Grünflächenamt –, bei denen die Auswaschungen bereits festgestellt worden seien.

Die Instandsetzungsarbeiten für die Mauerkrone seien längst ausgeschrieben; mit den Arbeiten solle möglichst noch im April begonnen werden. Die Stiftung geht davon aus, dass eine sechsstellige Summe investiert werden muss.

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