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Jana (von links), Yael und Joana hatten sichtlich Spaß beim Action Painting auf dem Rasen der Hochheimer Kunstsammlung.

Hochheimer Ferienspiele

Ferienspiele gehen in die zweite Woche

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Bei den Hochheimer Ferienspielen ist dieser Tage viel los. Unter dem Motto „Affentheater – viel Rummel im Dschungel“ verbringen 282 Kinder die letzten beiden Sommerferienwochen. Auch Action Painting stand auf dem Plan der Dschungelforscher.

„Kannst du mir auch Arme schneiden“, fragt ein Junge eine der beiden Betreuerinnen, die mit den Kindern die Hochheimer Kunstsammlung besuchen. Der kleine Ferienspielteilnehmer ist in eine schwarze Mülltüte gehüllt und benötigt Öffnungen, durch die er seine Hände stecken kann. Die meisten Kinder sind barfuß und tragen Abfallsäcke, aus denen Kopf, Arme und Beine schauen. „Es sieht aus als hätten wir keine Kleider“, stellt ein Mädchen fest. Dass die Kinder Müllbeutel über ihren Klamotten tragen, erfüllt aber einen Sinn: Die Plastikfolie soll die Textilien vor Farbflecken schützen. Denn beim „Action Painting“ ist Chaos vorprogrammiert.

Zunächst erklärt die Kunsthistorikerin Anne Wegerle den Kindern, worum es bei der ungewöhnlichen Maltechnik geht: Farben werden ohne konkretes Ziel mit dem Pinsel auf das Papier getropft und gespritzt. „Es ist Zufall, wie sich die Farben anordnen und was am Ende rauskommt“, erläutert die Expertin. Sie berichtet, dass „Action Painting“ auf den Amerikaner Jackson Pollock zurückgeht, der die Methode in den 1940 und 1950er Jahren entwickelte.

Das habe sie Zuhause auch schon mal ausprobiert, erzählt die zwölf Jahre alte Jana. „Es war aber keine gute Idee“, räumt das Mädchen ein. Ihr Schreibtisch sei anschließend versaut gewesen. Doch bei den Ferienspielen wurde darauf geachtet, dass nichts Wertvolles bei der Aktion beschmutzt werden konnte. Die Action-Maler durften sich mit ihren Pinseln auf der Wiese vor der Kunstsammlung austoben.

„Der ganze Rasen...“, entfährt es Teilnehmerin Joana, als sie feststellt, dass die von der Sonne gebräunten Halme einige neue Farbtupfer abbekommen haben. Das Gras war aber nicht die einzige Stelle, auf der Farbkleckse landeten, die über das Papier hinaus gingen. „Kannst du mich vielleicht nicht vollspritzen?“, ermahnt Jana die neben ihr sitzende Joana. Ihre Freundin Yael zog in weiser Voraussicht ein Armband aus, das nicht von der Mülltüte geschützt wurde.

„Lasst mal so richtig eure Emotionen raus“, feuert Betreuerin Pauline Erning die Kinder an. Manche Gruppe schoss dabei allerdings über das Ziel hinaus: Ferienspielteilnehmer Niklas beispielsweise hatte am Ende der ersten Malrunde mehr Farbe im Gesicht als auf seinem Papier.

Das „Action Painting“ war ein etwas untypischer Programmpunkt – insofern, dass das Angebot nicht zum Thema der diesjährigen Ferienspiele passt. Auf dem Ferienspielgelände am Käsbach dreht sich nämlich fast alles um das Motto „Affentheater – viel Rummel im Dschungel“. Die Kinder basteln Hängematten, kegeln mit Kokosnüssen und wetteifern in einer Dschungel-Olympiade.

Zum Urwald-Thema passt auch die derzeitige Witterung: Die große Hitze macht den kleinen Tropenforschern zu schaffen. „Wir müssen ständig hinterher sein, dass sie viel trinken und sich mit Sonnencreme einreiben“, sagt Pauline Erning. Man merke, dass die Teilnehmer nach dem Mittagessen müder seien als in anderen Jahren. Zweimal pro Woche besuche die Hochheimer Feuerwehr den Platz und sprühe Wasser zur Abkühlung. Betreuerin Annika Mohr ist froh, dass die Ferienspiele in diesem Jahr nicht in Form der Sommerstadt auf dem Weihergelände stattfinden. Dort gebe es nämlich nur wenig Schatten.

282 Kinder werden von 39 Betreuern am Käsbach beaufsichtigt. Die Dschungel-Ferienspiele dauern noch bis Ende dieser Woche. Heute basteln die Teilnehmer unter anderem Trommeln und erhalten Besuch vom Wildtierarchiv. Von 9 bis 11 Uhr findet außerdem ein Flohmarkt auf dem Ferienspielgelände statt. Auch Kinder, die nicht angemeldet sind, dürfen teilnehmen.

Etwas kühler ist es hoffentlich am Donnerstag, denn dann sollen die Kinder in einem Fußballturnier antreten. Die diesjährigen Ferienspiele enden am Freitag mit dem Abschlussfest. Von 14 bis 16 Uhr sind Freunde und Verwandte willkommen, um sich Vorführungen und Ausstellungen der Teilnehmer anzuschauen.

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