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Geocacher haben mit Hilfe ihres Navi ein in einer Röhre verpacktes Mini-Logbuch in einem Kanaldeckel gefunden. Aufgabe erfüllt. Foto: dpa

Vermeintliche Bombe

Geocacher löst Großeinsatz aus

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Ein 32 Jahre alter Mann aus Rheinland-Pfalz hatte bereits vor gut einem Jahr die Kunststoffröhren versteckt gehabt.

Gegen 18.20 Uhr waren am Sonntagabend Passanten in der Feldgemarkung zwischen Hochheim und Flörsheim-Keramag mehrere Personen aufgefallen, die sich länger an einem Baum nahe der Landstraße L 3028 aufgehalten hatten. Schließlich hatte sich die Gruppe entfernt. Allerdings ziemlich zügig, was den Passanten sehr verdächtig erschien. Als sie sich den Baum näher anschauten, den die Gruppe die ganze Zeit sehr aufmerksam betrachtet hatte, entdeckten sie in mehreren Metern Höhe Kunststoffröhren, die miteinander verbunden waren.

Das sah einem Sprengsatz ähnlich, waren sich die Passanten einig, die sofort die Flörsheimer Polizei informierten. Die Beamten machten sich selbst ein Bild vor Ort von der vermeintlichen Bombe, doch auch sie konnten nicht eindeutig feststellen, ob es sich tatsächlich um einen Sprengsatz handelt oder nicht. Zur Sicherheit wurde erst einmal der Bereich inklusive der Landstraße voll gesperrt. Gegen 19.30 Uhr begann der Kampfmittelräumdienst des Hessischen Landeskriminalamtes mit seiner Arbeit und sprengte kontrolliert die Drahtverbindungen.

Erst nachdem die Sprengstoffexperten die Kunststoffröhren geröntgt hatten, konnten sie Entwarnung geben. Der Sprengsatz entpuppte sich als Geocache, also als Zielobjekt einer elektronischen Schnitzeljagd, wie sie immer mehr Anhänger findet. In den Kunststoffröhren befand sich ein kleines Papierbuch – ein sogenanntes Logbuch.

Doch wer steckt dahinter? Nachdem der Einsatz und die Sprengung gestern früh durch die Medien bekanntgeworden waren, meldete sich ein 32-jährige Mann aus Rhein-Pfalz bei der Polizei. Er gab an, die Kunststoffrohre in dem Baum versteckt zu haben, dies sei aber schon gut ein Jahr her.

Der Geocacher braucht nicht mit einer Strafe zu rechnen, „er hat ja nicht mit böser Absicht gehandelt“, erklärte Polizeisprecher Daniel Kalus-Nitzbon. Deshalb wird der Mann auch nicht für die Kosten des Großeinsatzes zur Kasse gebeten, die sich nach Schätzung des Polizeisprechers in einem fünfstelligen Bereich bewegen dürften. Immerhin waren Sonntagabend fünf Polizeistreifen, ein Rettungswagen und ein Löschzug der Hochheimer Feuerwehr sowie die Spezialisten des Kampfmittelräumdienstes im Einsatz.

Die Landstraße konnte erst nach zweieinhalb Stunden wieder für den Verkehr frei gegeben werden.

Übrigens: Geocaching ist ein Spiel, bei dem in freiem Gelände versteckte Behälter (Geocaches) gesucht werden – in der Regel mit einem GPS-Gerät.

(ulk)

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