CDU verliert erneut an Boden

Grüne überholen doch noch die Freidemokraten

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Den Ausgang in der Wein- und Sektstadt richtig vorausgesagt hat wohl keiner der vielen Experten, die vor der Kommunalwahl noch über das Verhalten der Wähler spekuliert hatten.

Vieles hat sich nach dem Ende der Auszählung im Verhältnis zum vorherigen Trendergebnis nicht mehr am Hochheimer Wahlausgang verändert. Einige Verschiebungen gegenüber den Hochrechnungen sind jedoch beachtenswert: Für die SPD macht die genaue Auszählung der Stimmen beispielsweise den Unterschied zwischen Verlust und Gewinn. Sah es am Sonntag noch so aus, als hätten die Sozialdemokraten ein Prozent gegenüber der Kommunalwahl des Jahres 2011 eingebüßt, so können die Genossen nun aber ein Endergebnis von 20,5 Prozent verbuchen. Damit haben sie ihr Ergebnis von 2011 halten können.

Verändert hat sich auch die Rangfolge von FDP sowie Bündnis90/Grünen. Am Wahlsonntag schienen die Liberalen die Grünen mit 12,8 zu 12,6 Prozent überholt zu haben. Im Endergebnis verbesserten sich die Grünen allerdings auf 14,1 Prozent, während die Freien Demokraten auf 12 Prozent absackten. Dennoch gehört die FDP zweifellos zu den großen Gewinnern der Kommunalwahl, zusammen mit GAL/Die Linke, die sich auf 6,2 Prozent verbessern konnte.

Die FWG konnte im Endergebnis mit 21,2 Prozent zufrieden sein, die CDU holte 26 Prozent der Wählerstimmen. Damit sind die Christdemokraten mit acht Mandaten die stärkste Fraktion in der Stadtverordnetenversammlung, die nun ab der kommenden neuen Wahlperiode auf 31 Gemeindevertreter verkleinert wird. Gleichzeitig hat die CDU als stärkste Fraktion wieder den Vortritt bei der Wahl eines Stadtverordnetenvorstehers. Die FWG wird weiterhin mit sieben Sitzen vertreten sein, die SPD erhält sechs Stadtverordnete. Bündnis90/Grüne und FDP entsenden jeweils vier Vertreter in das Gremium. Die GAL/Die Linke hat mit zwei Stadtverordneten Fraktionsstatus erlangt. Als künftiges Bündnis zeichnet sich eine Zusammenarbeit von CDU, FWG und FDP ab, wie Bürgermeister Dirk Westedt am Wahlabend erklärte.

Durch das Kumulieren und Panaschieren konnten die Wähler die Listenplätze der Kandidaten verändern: Bei der CDU ist der bisherige ehrenamtliche Erste Stadtrat Hans Mohr von Listenplatz vier auf zwei gerückt. Sebastian Siegfried verbesserte sich von Position fünf auf den dritten Platz. Der ursprünglich zweitplatzierte CDU-Vorsitzende Benedikt Dorn wurde auf den sechsten Platz zurückgedrängt, kann aber damit noch in die neue Stadtverordnetenversammlung einziehen.

Auf der SPD-Liste wurden die Spitzenkandidaten Marcus Hesse sowie Sarah Vu-Schöll von zwei Mitbewerbern überholt: Gerhard van der Beck schaffte den Sprung von der Sechs auf die Eins, Ulrich Fritsche rückte von Platz fünf auf die Zwei. Auch Klaus Schmikl machte einen großen Sprung und rückte vom zehnten Platz auf Position fünf.

Bei den Bündnis90/Grünen rutschte Birgit von Stern vom Listenplatz acht auf die Vier. Die Hochheimerin, die vielen Wählern durch ihre Aktivität in der Bürgerinitiative (BI) gegen den Fluglärm bekannt sein dürfte, ist somit neu in der Fraktion. Stephanie Kappen, die in der vergangenen Wahlperiode bei der CDU ausschied, trat diesmal auf dem fünften Listenplatz der Grünen an. Sie schaffte es nach dem derzeitigen Stand jedoch nicht in die Fraktion.

Petra Westedt, Ehefrau von Bürgermeister Dirk Westedt, ist ebenfalls Mitglied der neuen Stadtverordnetenversammlung – sofern sie auch tatsächlich den Sitz in dem Gremium einnehmen möchte. Die Liberale rückte vom fünften Platz der FDP-Liste auf Platz zwei.

Auch bei der FWG gab es kaum Veränderungen. Angeführt von Claudia Weltin schafften es alle Kandidaten der sieben ersten Listenplätze in die Stadtverordnetenversammlung. Bei der GAL/Die Linke wählten die Hochheimer Michael Mehr von der Listenposition vier auf Platz zwei. Mehr wird künftig gemeinsam mit Heinz-Michael Merkel die Zweier-Fraktion bilden.

Alle Angaben bei den Wahllisten der Parteien und Wählergemeinschaften sind vorbehaltlich der Abgänge von gewählten Stadtverordneten, die aber eventuell in den Magistrat wechseln oder die ihr Mandat erst gar nicht annehmen. Nach derzeitigem Stand gehören sechs Frauen und 25 Männer der Stadtverordnetenversammlung an. Die Wahlbeteiligung in der Wein- und Sektstadt lag bei 49,6 Prozent. Es wurden 349 ungültige Stimmzettel abgegeben.

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