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Hochheim: Endlich wieder Weinfest

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Prinzessin Julia Gampe, Weinkönigin Viktoria Wolf und Prinzessin Jana Steinmetz (v. li.) hoffen auf viele weitere Termine. FOTO: kröner
Prinzessin Julia Gampe, Weinkönigin Viktoria Wolf und Prinzessin Jana Steinmetz (v. li.) hoffen auf viele weitere Termine. FOTO: kröner © Kröner

Winzer und Besucher vermissen die sonst übliche Live-Musik auf den Bühnen in der Altstadt.

Hochheim -Endlich wieder Weinfest! So lässt sich die Stimmung, die am Wochenende in der Hochheimer Altstadt herrschte, wohl am besten zusammenfassen. Zwei Jahre lang mussten Winzer und Besucher pausieren - von einem zwischenzeitlichen Höfefest einmal abgesehen. Nun lädt des 71. Weinfest zum Verweilen an 20 Weinständen und in fast genauso vielen Höfen ein.

Allen voran freuten sich die Weinmajestäten, die das Fest am Freitag auf der Bühne am Kälberplatz eröffneten. Königin Viktoria Wolf und ihre beiden Prinzessinnen Jana Steinmetz und Julia Gampe zogen unter Begleitung der Hochheimer Chorgeister auf dem Festplatz ein. "Gänsehaut pur", beschrieb Viktoria I. den feierlichen Moment gegenüber dieser Zeitung. Normalerweise wechselt die Krone der Weinkönigin während der Eröffnungszeremonie. Aufgrund der zurückliegenden Corona-Einschränkungen gewährte die Stadt der Majestät diesmal jedoch einen Aufschub.

Die 24-Jährige war 2019 zur Prinzessin und 2021 zur Königin gekrönt worden. Die üblichen weinroyalen Pflichten konnte sie in dieser Zeit nur eingeschränkt wahrnehmen. Aufgrund der Pandemie seien die Termine des Trios im Vorjahr großflächig ausgefallen, berichtet Viktoria Wolf. Mittlerweile sei sie allerdings guter Dinge, vieles nachholen zu können. "Die Einladungen trudeln in Massen ein", erzählt die junge Frau. Bereits am Samstag waren die Hochheimer Majestäten bei einer Feier in Oestrich gefragt. Der Verzicht auf eine Krönung blieb nicht die einzige Anpassung, die bei der Rückkehr des Weinfestes auffiel.

Musiker auf den Straßen

Wer sich eine Weile an die Weinstände am Kälberplatz oder am Plan gesellte, der merkte, dass es in diesem Jahr ungewöhnlich still war. Die zahlreichen Bühnen mit Live-Musik, die die Atmosphäre in der Vergangenheit ausmachten, fehlten. Die Bühne am Kälberplatz wurde nach der Eröffnungsfeier sogar wieder abgebaut. Hintergrund war wohl, dass die Stadt große Menschenansammlungen in Pandemiezeiten vermeiden wollte. Stattdessen gab es mobile Musiker, die im Festgebiet unterwegs waren.

Winzerin Pia Rosenkranz, die ihren Stand direkt am Kälberplatz hat, fand diese Lösung nicht optimal. Sie habe zwar Verständnis für die Bedenken der Stadt, finde es aber auch schade, dass es in diesem Jahr keine Bühnen gibt. "Das muss wieder her", betonte die Winzerin. Allerdings überwiege bei ihr die Freude, dass es jetzt überhaupt wieder ein Weinfest gibt. Für die Winzer sei das "absolut wichtig", um Kontakte zur Kundschaft zu pflegen. "Darauf haben wir drei Jahre gewartet."

Auch Martin Mitter, Vorsitzender des Weinbauvereins, vermisste die Musik auf den Bühnen. "Bands ziehen halt einfach das Publikum", stellte der Weinproduzent fest. Dieser positive Effekt sei durch keine marschierende Musikgruppe zu ersetzen. Allerdings zeigte sich auch Mitter grundsätzlich zufrieden, dass wieder auf den Straßen der Altstadt gefeiert wird: "Hochheim ohne Weinfest geht gar nicht".

Doch nicht nur auf den Straßen ist die Feierlaune ausgebrochen. Viele Privatleute und Betreiber von Straußwirtschaften öffnen ihre Höfe. So haben die Besucher etwa in der Hintergasse die Gelegenheit, die Ausstellung zweier Künstlerinnen in einem privaten Hof zu begutachten. In der Rathausstraße hat die Familie Bürg die Scheune in ihrem Innenhof gemütlich dekoriert.

Am Weinfest-Montag setzen alle Beteiligten zum Endspurt an. Gegen 22.30 Uhr soll das 71. Weinfest mit einem Feuerwerk in den Weinbergen seinen Abschluss finden. sas

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