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Hochheim: Erneut sind Schäden an der Kirche in Massenheim aufgetreten

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Bereits 2003/2004 gab es Rissbildungen an der Fassade des Kirchengebäudes. archivFOTO: nietner
Bereits 2003/2004 gab es Rissbildungen an der Fassade des Kirchengebäudes. archivFOTO: nietner © Hans Nietner

Trockenheit ist für neue Risse an der Südwestfassade des Gebäudes verantwortlich.

Massenheim -Trockene Sommer machten in den vergangenen Jahren vor allem den Hochheimer Winzern zu schaffen. Im Stadtteil Massenheim hat die fehlende Feuchtigkeit aber auch zu anderen Auswirkungen geführt: Der ausgetrocknete Boden verursachte schwere Schäden an der evangelischen Kirche. Umfangreiche Reparaturen und Sicherheitsmaßnahmen sind nun notwendig, um die weitere Nutzung des Gotteshauses sicherzustellen.

"Die gesamte Südwestfassade ist gerissen", berichtet Pfarrer Christoph Müller. Die auffälligen Schäden erstrecken sich von unten nach ob über die Wand. Ursache des Problems ist die Beschaffenheit des Untergrunds. Die Kirche stehe auf eine sogenannten "Tonlinse", erklärt der Geistliche. Dies bedeutet, dass sich an einer Stelle des Bodens eine größere Tonschicht befindet, die jetzt auf fehlendes Wasser reagiert. Der Boden sei sehr ausgetrocknet und ziehe sich deshalb zusammen, erläutert Müller. Das Absinken des Untergrunds lässt die darüber liegende Wand instabil werden.

Die Tonschicht unter der Kirche macht nicht zum ersten Mal Probleme. Bereits nach dem extrem trockenen Sommer 2003 zeigten sich sichtbare Schäden am Gebäude. Die damaligen Risse seien 2014 "kosmetisch" beseitigt worden, sagt Christoph Müller. An der Ursache änderte sich jedoch nichts. Deshalb seien regelmäßig Riss-Prüfungen entlang der Wände durchgeführt worden. Im vergangenen September gab es erste Anzeichen für die Rückkehr des Problems. Der Putz sei erneut abgeplatzt, erzählt der Pfarrer. Im November wurde dann sogar ein Nutzungsverbot für die Kirche ausgesprochen. Nach mehreren Sicherheitsmaßnahmen ist das Gebäude derzeit wieder geöffnet. An Stellen, wo der Putz abfallen könnte, sei dieser vorausschauend abgenommen worden, erklärt Müller. Außerdem seien einige Bereiche der Kirche abgestützt worden. Momentan bestehe keine Gefahr, so der Geistliche. Einschränkungen gibt es dennoch. Beispielsweise kann die oberste Bank auf der Empore wegen der Stützen nicht genutzt werden. Der Haupteingang des Gotteshauses ist derzeit ebenfalls gesperrt.

Trotz der vorübergehenden Maßnahmen besteht weiter Handlungsbedarf. Die Gemeinde befinde sich momentan in der Planungsphase, sagt Pfarrer Müller, der noch keine Kostenschätzung oder einen genauen Zeitplan nennen kann. Es würden Gespräche mit Experten über Lösungen geführt. Denkbar sei die Installation von Mikro-Pfeilern im Untergrund, die Teile des Gebäudes tragen und längerfristig stützen würden. Zurzeit sei aber nichts entschieden. sas

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