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Hochheim: Gilt bald Kastrationspflichtfür freilaufende Katzen?

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Nicht alle Stubentiger sind so entspannt wie dieses Exemplar. Andere streunen regelmäßig durch die Gemarkung. FOTO: dpa
Nicht alle Stubentiger sind so entspannt wie dieses Exemplar. Andere streunen regelmäßig durch die Gemarkung. © dpa

Stadtverordnete diskutieren über Satzungsentwurf und möchten Auskunft über die künftig anfallenden Kosten.

Hochheim -Katzenfreunde freuen sich, wenn sie einen der schnurrenden Vierbeiner beim Umherstreifen beobachten. Die Streuner können allerdings schnell zum Problem werden, wenn sie sich wild vermehren. Diesem Problem widmet sich ein gemeinsamer Antrag von SPD und Grünen, der die Stadtverordneten seit dem Vorjahr beschäftigt. Ziel ist die Erstellung einer Katzenschutzverordnung. In der jüngsten Stadtverordnetenversammlung lag nun ein Satzungsentwurf vor.

Dass die unkontrollierte Ausbreitung von Katzen ein Problem ist, dürfte spätestens vor rund einem Jahr aufgefallen sein. Im März 2021 ging die Arbeit der Initiative "Streuner Massenheim" durch die Medien. Zwei Frauen setzen sich dafür ein, wildlebende Katzen in dem Hochheimer Stadtteil zu füttern und einzufangen. Die Aufmerksamkeit für ihre Arbeit hatte jedoch einen unerfreulichen Auslöser: Der Unterschlupf, den die Massenheimerinnen für die Tiere gebaut hatten, war vollständig abgebrannt. Die Initiatorinnen gingen damals von Brandstiftung aus, weil die Ablehnung der Streuner bei einigen Menschen sehr stark sei. Gleichzeitig wiesen sie darauf hin, dass sie mit ihrer Arbeit etwas Positives erreichen wollen. Über 80 wildlebende Katzen seien durch den ehrenamtlichen Einsatz bereits kastriert und an neue Besitzer vermittelt worden.

Künftig soll die Katzenkontrolle nicht mehr allein in den Händen von Freiwilligen liegen. Der Entwurf für die Katzenschutzverordnung, die auf der entsprechenden Satzung der Stadt Wiesbaden beruht, legt Vorschriften fest. Wer seine Katze unkontrolliert im Freien streunen lässt, wird aufgefordert, das Tier vorher kastrieren zu lassen. Außerdem sollen die Vierbeiner per Mikrochip oder Tätowierung gekennzeichnet werden. Auf Verlangen müssen Tierhalter dem Amt für Veterinärwesen Nachweise über Kastration und Registrierung vorlegen. Zuwiderhandlungen können als Ordnungswidrigkeiten geahndet werden. Züchtern von Rassekatzen räumt die Satzung die Möglichkeit ein, eine Ausnahmeregelung von der Kastrationspflicht zu beantragen. Wenn eine fortpflanzungsfähige Katze im Stadtgebiet angetroffen wird, kann der Halter verpflichtet werden, das Tier kastrieren zu lassen. Falls der Besitzer wegen fehlender Kennzeichnung nicht innerhalb von 48 Stunden auffindbar ist, kann das Amt für Veterinärwesen die Kastration durchführen lassen und dem später zu ermittelnden Halter die Kosten in Rechnung stellen.

Die Stadtverordneten einigten sich, zusätzlich zur Kastration die Möglichkeit einer Sterilisation in die Verordnung aufzunehmen. Außerdem diskutierten die Fraktionen über die Kosten für Sterilisation und Kastration. Zusätzliche Kosten, die der Stadt entstehen könnten, wurden kritisch gesehen. Der Antrag wurde schließlich in den Haupt- und Finanzausschuss verwiesen, wo die finanziellen Auswirkungen der Katzenschutzverordnung ermittelt werden sollen. Das Thema Streuner ist übrigens nicht neu in der Region. Ein ähnliche Schutzverordnung wurde bereits im März in Rüsselsheim beschlossen. sas

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