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Hochheim: Graffiti soll vorSchmierereien schützen

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Graffiti-Workshop an einer Unterführung in der Nachbarstadt Flörsheim, unter der Leitung von Künstler Franz Eberwein (re.):So etwas soll es bald vielleicht auch in Hochheim geben. Archivfoto: Nietner
Graffiti-Workshop an einer Unterführung in der Nachbarstadt Flörsheim, unter der Leitung von Künstler Franz Eberwein (re.):So etwas soll es bald vielleicht auch in Hochheim geben. Archivfoto: Nietner © Hans Nietner

SPD führt Beispiel für Verteilerkästen an

Hochheim -Für die einen ist es ein Ärgernis, für die anderen Ausdruck von Kreativität und Straßen-Kultur. Die Rede ist von Graffiti-Schriftzügen und Bildern im öffentlichen Raum. Tauchen neue freie Flächen auf, dann dauert es oft nicht lange, bis jemand die Spraydose zückt. Ob das Werk am Ende eher als Schmiererei oder als optische Bereicherung angesehen wird, hängt auch von den Absichten und Fähigkeiten des unbekannten Malers, beziehungsweise Sprayers, ab. Für eine Kommune, die die Kontrolle über ihr Stadtbild behalten möchte, ist das Ergebnis aber so gut wie immer unerwünscht.

Ein Antrag der SPD-Fraktion verfolgt nun gewissermaßen das Ziel, die Bemalung selbst zu steuern. Unter dem Titel "Hochheim kreativ" schlägt die Fraktion vor, das Stadtbild durch "Urban Art" aufzuwerten. Verteilerkästen, Trafostationen oder Lärmschutzwände sollen den Hochheimern zur Gestaltung angeboten werden. Das Projekt soll nicht nur Einzelpersonen, sondern auch Vereinen und Schulklassen ermöglichen, an der urbanen Kunst teilzuhaben.

Die Antragsteller argumentieren, dass sich das Äußere der Verteilerkästen sowie der Trafostationen oftmals negativ auf das Stadtbild auswirken, weil sie verdreckt und mit Graffiti beschmiert seien. Als Gegenbeispiel führt die SPD das "Urban Art Projekt" der bayerischen Stadt Ismaning an. Neben der Verschönerung der Stadt verbessere sich auch die Identifikation der Menschen mit ihrem Wohnort.

Die künstlerische Gestaltung von Verteilerkästen werde sogar durch die Deutsche Telekom gefördert. Die SPD-Fraktion sieht bereits ein positives Vorbild in der Vergangenheit, das in der Wein- und Sektstadt noch sichtbar ist: Die Genossen verweisen auf die Verschönerung der Bahnhofsunterführung im Jahr 2017, die im Rahmen eines Graffiti-Workshops durchgeführt wurde. Bei den Hochheimern sei der neugestaltete Bahnhofszugang bisher gut angekommen.

Magistrat soll ein Konzept entwickeln

Die Sozialdemokraten wollen den Magistrat beauftragen, eine Übersicht möglicher Flächen aufzustellen und bei den Eigentümern von Verteilerkästen und Trafostationen anzufragen, unter welchen Bedingungen eine künstlerischen Gestaltung der Objekte genehmigt wird. Auch städtische Bauwerke sollen dabei in Betracht gezogen werden. Für die Umsetzung bittet die SPD den Magistrat, ein Konzept zu entwickeln, das die Beteiligung verschiedener Bevölkerungsgruppen unter Anleitung von Künstlern ermöglicht.

Die FWG-Fraktion lehnte den Vorstoß der SPD in der Stadtverordnetenversammlung ab. Die Freien Wähler begründeten ihre Zweifel mit einem hohen Verwaltungsaufwand, der die Kosten des Projektes schwer abschätzbar mache. Die Idee ist jedoch noch nicht vom Tisch: Die Sozialdemokraten baten um die weitere Diskussion ihres Antrags im Sozialausschuss (SozA). Die Mehrheit der Stadtverordneten stimmte danach dem Verweis in den Ausschuss zu. sas

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