Ratten in der Corona-Pandemie
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In Hochheim häufen sich die Sichtungen von Ratten. (Archivbild)

Ortsbeirat

Ratten werden in Hochheim immer mehr zum Problem

In Hochheim sorgen Ratten für Ärger. Sie sollen sogar einen Gehweg untertunnelt haben, der nun absinkt. Das Thema sorgt im Ortsbeirat für Gesprächsstoff.

Hochheim - Im Massenheimer Ortsbeirat ging es am Mittwoch unter anderem um das Thema Rattenaufkommen im alten Ortskern. Bekanntlich hatte die Stadt ein Fachunternehmen mit der Auslegung von Rattenködern im Kanal in der Alten Dorfgasse beauftragt hat. Es gibt aber noch weitere Reaktionen. Die Anfrage der Wählergemeinschaft "Die Massenheimer" hat gewissermaßen einen Rattenschwanz nach sich gezogen. "Ich bekomme ständig Rückmeldungen zu dem Thema", sagt Ortsbeiratsmitglied Michael Schröder.

Gestern habe er die Mitteilung erhalten, dass sich Ratten auch in leerstehenden Gartenanlagen tummeln. "Die Leute melden sich nicht, weil sie sich wegen der Tiere schämen", meint der Vertreter der Wählergemeinschaft. Außerdem habe ihm eine Massenheimerin berichtet, dass ein Bürgersteig in der Hauptstraße im September 2020 neu gepflastert wurde, weil sich die Steine wegen Rattentunneln abgesenkt hatten. Schröder wundert sich deshalb über die Aussage der Verwaltung, dass es im Vorjahr keine Rattenmeldung aus Massenheim gegeben habe.

Diese Schäden am Bürgersteig an der Hauptstraße sollen auf die Ratten zurückzuführen sein.

Ratten-Plage in Hochheim: Meldungen nehmen zu - auch wegen der Corona-Pandemie?

Auch aus der Kernstadt gab es am Tag nach der Ortsbeiratssitzung Reaktionen. Ein Hochheimer berichtete im Internet von Sichtungen der Nager in der Hochheimer Altstadt. Von einer "Rattenplage" ist bei Facebook die Rede. Seit drei Wochen beobachte er nachts eine enorme Anzahl von Ratten im Bereich der Aichgasse und der Wintergasse, so der Verfasser. Bis zu 30 Tiere habe er schon gesehen, schreibt der Internetnutzer, der vor der Übertragung von Krankheiten durch die Nager warnt. Auch andere Nutzer stellen fest, dass am Main und in den Wohngebieten besonders viele Ratten zu sehen sind.

Ein Grund dafür, dass Ratten auffälliger werden, könnte das Verhalten der Menschen in Corona-Zeiten sein. Tatsächlich finden sich Berichte aus verschiedenen Städten über die Auswirkungen der Pandemie auf das Rattenaufkommen. Weil Restaurants geschlossen waren und weniger Leute an Flussufern picknickten, blieben weniger Essensreste an gewohnten Orten zurück. Auch Dirk Krams, Pressesprecher der Stadt Hochheim, sieht einen Zusammenhang: Menschen hätten vermehrt zu Hause gekocht oder Essen zum Mitnehmen bestellt. Deshalb sei mehr Verpackungsmüll mit Essensresten in den Hausmüll gewandert. Dies locke die Schädlinge an, die - laut Krams - nicht mehr werden, sondern vor allem sichtbarer. "Das ist kein neues Aufkommen", meint der Sprecher. Das Ordnungsamt habe immer mal wieder mit Ratten zu tun und schreite bei gehäuften Beobachtungen mit Ködern in der Kanalisation ein.

Ratten werden in Hochheim zum Problem - auch für andere Tiere: Einsatz von Giftködern verboten

Beim Thema Rattenbekämpfung hebt Michael Schröder auch die möglichen Folgen für Wildtiere hervor. In den vergangenen Monaten seien ein toter Jungfuchs und eine toter Storch gefunden worden - beide äußerlich unversehrt. Der Massenheimer glaubt, dass die Tiere eine Ratte gefressen haben könnten, die an einem Giftköder zugrunde gegangen ist. Ihm sei zugetragen worden, dass tote Ratten im Außenbereich liegenblieben.

Michael Schröder betont, dass es verboten sei, Giftköder in Außenbereichen auszulegen. Außerdem weist er auf die Pflicht hin, einen Rattenbefall an das Ordnungsamt zu melden. Dies sei in der Schädlingsbekämpfungs-Verordnung so vorgeschrieben. (sas)

Für die Rattenbekämpfung im Ortskern von Hochheim wurde sogar eine Spezialfirma beauftragt.

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