1. Startseite
  2. Region
  3. Main-Taunus
  4. Hochheim

Hochheim: In der Halle in die Luft gehen

Erstellt:

Kommentare

Jens Krieger lässt seinen Quadro-Copter schweben, während die Kamera des Flugobjekts auf ihn selbst gerichtet ist. FOTO: sas
Jens Krieger lässt seinen Quadro-Copter schweben, während die Kamera des Flugobjekts auf ihn selbst gerichtet ist. © Kröner,Sascha

Neues Angebot der TuS Massenheim für Copter-Piloten und solche, die es noch werden möchten.

Massenheim -Die wenigsten Massenheimer haben ihren Wohnort schon einmal aus der Luft erkundet. Einer der weiß, wie die Dächer und Straßen des Hochheimer Stadtteils von oben aussehen, ist Jens Krieger. „Ich hatte einen schönen Überblick über das Örtchen“, erzählt der neue Kursleiter des Turn und Sportvereins (Tus) Massenheim. Krieger hat einige Erkundungsflüge unternommen, bei denen er jedoch immer mit beiden Beinen auf dem Boden blieb.

Der technikbegeisterte Massenhheimer hebt nicht selbst ab, sondern schickt ein mit Kamera ausgestattetes Fluggerät in den Himmel - einen sogenannten RC-Quadro-Copter. Über eine spezielle Brille kann er den Flug dabei aus der Perspektive der Drohne miterleben. Seit diesem Monat bietet Krieger einen Kurs für Gleichgesinnte an, die ihm mit ihren eigenen Fluggeräten Gesellschaft leisten können. Dabei muss sich der erfahrene Copter-Pilot selbst auf eine neue Herausforderung einstellen. Geflogen wird nämlich nicht unter freiem Himmel, sondern in der Sport- und Kulturhalle.

Nun rauschen nicht mehr Häusdächer, Bäume oder Vögel an der Kamera des Quadro-Copters vorbei. Stattdessen sieht Jens Krieger durch seine Brille Fußballtore, einen Basketballkorb und natürlich sich selbst, wie er - Fernsteuerung in Händen - auf einer Bank an der Hallenwand sitzt. „Das ist eine außerkörperliche Erfahrung“, sagt der Massenheimer lachend. Das Bild seiner Kamera flackert etwas, bietet aber dennoch ein ungewohnte Flug-Perspektive auf die Sporthalle, wie sie Aktive des Tus normalerweise nicht erleben. Die leichten Bildstörungen würden durch die Nähe zu den Hallenwänden ausgelöst, erläutert Jens Krieger, der zugibt, dass das Fliegen in einem geschlossenen Raum ungewohnt sei. Er müsse sich erst an den Abstand zur Decke und zum Boden gewöhnen. Herausforderungen gebe es aber auch im Freien. So müsse man den Flug sofort abbrechen, wenn es regnet, weil die ganz Technik der Drohne zwischen den vier Rotoren frei liegt.

Jens Krieger öffnete den Quadro-Copter-Treff in dieser Woche zum zweiten Mal. Einen Neueinsteiger konnte er mit seinem Angebot bereits begeistern: Der Massenheimer Winfried Weber saß neugierig auf der Bank und beobachtete die Flugrunden. Seine Frau habe einen Aushang in der Halle gesehen, erzählt Weber. Da er sich schon länger für das Thema interessiere, habe er nicht lange über die Teilnahme nachgedacht. Die Drohne sei für ihn Neuland, an das er sich gerne heranwagen wolle. „Die Technik ist normalerweise nicht so das Problem, eher die Koordination“, meint der Neuling, der sich bereits ein eigenes Fluggerät bestellt hat. Normalerweise koste die Einsteigerausrüstung rund 400 Euro. Der Massenheimer fand online jedoch ein gebrauchtes Gerät für 250 Euro.

Anfangs Geld zu sparen, ist ratsam. Bei seiner ersten selbstgebauten Drohne habe er schon 50 bis 60 Propeller zerstört, berichtet Jens Krieger, der mit Modellautos und Flugzeugen angefangen hat und seit einigen Jahren Quadro-Copter fliegt. Sein derzeitiges Modell können 70 Kilometer pro Stunde schnell fliegen und schätzungsweise bis zu vier Kilometer weit. Ab wann die Übertragung abreißt, hat der Copter-Pilot noch nicht getestet. Er weiß jedoch, dass der Spaß mit einer Akku-Ladung nicht länger als zehn Minuten dauert. „Dann ist der leergesaugt“, erklärt Krieger. „Davon hat man am besten zehn Stück dabei“, hat Winfried Weber bereits gelernt.

Zunächst auf weichem Untergrund üben

Neben dem eigentlichen Fliegen umfasse das Hobby verschiedene technische Einstellungen, die man am Fluggerät vornehmen kann. Hierzulande entwickele sich der Trend noch zögerlich. „In Deutschland kommt es langsam, aber es kommt“, meint Jens Krieger. Neulingen empfiehlt er übrigens, zunächst im Freien über einem weichem Untergrund wie etwa Gras zu fliegen - ein Rat den Winfried Weber auf jeden Fall beherzigen möchte.

Die Massenheimer Copter-Piloten treffen sich jeden Dienstag um 20 Uhr in der Sport- und Kulturhalle Massenheim. Interessierte sind willkommen. sas

Auch interessant

Kommentare