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Hochheim: Klage gegen Tennisverein läuft noch immer

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In Massenheim musste im Vorjahr der Tennisverein wegen Insolvenz seinen Trainings- und Spielbetrieb einstellen. In der Zwischenzeit ist ein neuer Tennisclub gegründet worden. FOTO: dpa
In Massenheim musste im Vorjahr der Tennisverein wegen Insolvenz seinen Trainings- und Spielbetrieb einstellen. In der Zwischenzeit ist ein neuer Tennisclub gegründet worden. © picture alliance/dpa

Was Ex-Vereinschef Mathias Buczko zum derzeitigen Stand des Gerichtsverfahrens sagt.

Massenheim -Mehrere Tennisbegeisterte aus Massenheim hatten sich im Jahr 1977 mit einem Ziel zusammengeschlossen: Gemeinsam ihrem Sport nachzugehen. Nerven aufreibende Kämpfe sollten zwischen Spielfeldrand und Netz ausgetragen werden, nicht etwa im Gerichtssaal. Der Tennisverein wurde jedoch im vergangenen Jahr in ein Strafverfahren hineingezogen, das den Sportbetrieb zu überschatten drohte. Allem Anschein nach nutzte die damalige Kassenwartin Konten des Vereins, um dort veruntreute Firmengelder zu parken. Die Folgen waren ein Strafverfahren gegen das Vorstandsmitglied und ein zivilrechtliches Verfahren gegen den Verein, auf dessen Konten die unterschlagenen Gelder gelandet waren.

Weil der Tennisverein 1977 keinen Zugriff mehr auf seine Konten hatte und seine Rechnungen nicht mehr begleichen konnte, sah sich der Vorstand gezwungen, Insolvenz zu beantragen und nach über 40 Jahren das Ende des Vereins einzuläuten. Am 14. September vorigen Jahres wurde der Sportverein aufgelöst. Die sportlichen Auswirkungen dieser unverschuldeten Misere konnten mittlerweile durch eine Neugründung aufgefangen werden. Ehemalige Aktive riefen im Oktober den Tennisclub (TC) Massenheim ins Leben. Doch wie sieht es mit den juristischen Folgen aus? Im Vorjahr sprach der frühere Vorsitzende des einstigen Massenheimer Tennisclubs, Mathias Buczko, gegenüber dieser Zeitung von „Nachwehen“. Diese sind bis heute noch nicht ganz abgeklungen.

Die Zivilklage, die das durch die Veruntreuung geschädigte Unternehmen gegen den Tennisverein eingeleitet hat, läuft noch immer. Zum Ausgang des Verfahrens gibt es auch zum Jahresanfang nichts Neues. „Wir würden auch gerne mehr wissen“, sagt Buczko. Der ehemalige Vorstand wartet auf Informationen.

Der letzte Vorsitzende des aufgelösten Tennisvereins rechnet nicht damit, dass die Vorstandsmitglieder persönlich haftbar gemacht werden. Dies passiere nur, wenn Vereinsvertreter grob fahrlässig gehandelt haben, hatte Mathias Buczko schon im Vorjahr erläutert. Der neu gegründete Tennisclub Massenheim wird von der Vorsitzenden Susanne Birk-Zoller geleitet.

Aus der Führungsriege des insolventen Tennisvereins sind Sportwart Dieter Ahlers und Jugendwart Phillip Entin in den neuen Vorstand gewechselt. Auch Mathias Buczko würde die juristische Ungewissheit gerne hinter sich lassen und sich dann einem sportlichen Neuanfang widmen. Das Anmeldeformular für den neuen TC liege schon ausgefüllt bei ihm zu Hause, erklärt der frühere Vereinschef. sas

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