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Hochheim: Kritik an Plastikteilen im Boden

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Plastikteile im Unterbau für den Massenheimer Rundweg sorgen für Ärger. FOTO: privat/schröder
Plastikteile im Unterbau für den Massenheimer Rundweg sorgen für Ärger. © Privat

Die Verwendung von „güteüberwachtem Recyclingmaterial“ für einen Rundweg findet nicht überall Beifall.

Massenheim -Was ist denn da im Boden drin? Gehört das wirklich so dort hin? Diese Fragen stellten sich Vertreter der Wählergemeinschaft „Die Massenheimer“, als sie die Baustelle zur Befestigung des Massenheimer Rundwegs besichtigten. Die Bauarbeiten für den ersten Abschnitt haben am südlichen Ortsrand begonnen und sollen nach Informationen aus dem Rathaus in fünf bis sechs Wochen abgeschlossen sein. In den vergangenen Tagen wurde der Unterbau für die geplante Asphaltschicht aufgebracht. Was sich im Baumaterial verbirgt, passt Vertretern der Wählergemeinschaft nicht.

„Die Massenheimer“ standen der Asphaltierung des Rundwegs ohnehin schon kritisch gegenüber. Die Maßnahme wurde noch in der alten Zusammensetzung des Ortsbeirats ohne die Beteiligung der Wählergemeinschaft beschlossen. Jetzt haben sich einige Vertreter der politischen Gruppierung die Arbeiten genauer angeschaut und ihre Funde fotografisch dokumentiert. Unter anderem seien Plastik und Silikon gefunden worden, zählt Ortsbeiratsmitglied Michael Schröder auf. Auf seinen Fotos sind Scherben, Schaumstoffe sowie der Plastikdeckel einer Flasche zu sehen. Schröder äußert die Vermutung, dass es sich um ungeprüftes Recycling handele, das dort aufgebracht wurde. Den Anteil der Fremdstoffe im Erdreich schätzt der Massenheimer auf circa über 20 Prozent.

Auf eine Anfrage bei der Stadt habe die Wählergemeinschaft die Antwort von der Verwaltung erhalten, dass man sich im Sinne der Nachhaltigkeit entschieden habe, „güteüberwachtes Recyclingmaterial für die Frostschutzschicht“ zu verwenden. Alle Anforderungen seien erfüllt. Das Prüfzeugnis für das Material liege der Stadt vor.

Ähnlich äußerte sich Bürgermeister Dirk Westedt (FDP) auf Nachfrage dieser Zeitung. Es sei ganz normal, dass geprüftes Recyclingmaterial ein bis zwei Prozent Fremdstoffe enthalte. Es handele sich um gesiebtes Material, in dem auch geringe Mengen Plastik vorkommen. Die 20 Prozent fremder Anteile, die Schröder vermutet, weist der Rathauschef damit zurück. Nur wenn man die Fremdstoffe herauspicke und auf einen Haufen lege, wirke es so, wie auf dem Bild der Wählergemeinschaft, erklärt Verwaltungschef Dirk Westedt.

Die Befestigung des Rundweges sei ein Wunsch des Ortsbeirates gewesen, damit dort auch Kinderwagen geschoben werden können, erinnert der Bürgermeister an die ursprüngliche Beschlussfassung des Stadtteilgremiums. Die Kosten für den momentanen Teilabschnitt belaufen sich laut Westedt auf 200 000 Euro. Nach Fertigstellung dieser Strecke soll es nördlich des Feuerwehrhauses dann weitergehen. sas

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