Er stellte dem hessischen Sozialminister verscheidene Fragen zu Pflegeeinrichtungen und Impfaktionen: Klaus Zimmer.
+
Er stellte dem hessischen Sozialminister verscheidene Fragen zu Pflegeeinrichtungen und Impfaktionen: Klaus Zimmer.

Politik

Hochheim: Nach wie vor gibt es bei den Altenpflege-Berufen einen großen Fehlbedarf

Der Mitbegründer der Partei "Lupe", Klaus Zimmer, bat das Sozialministerium um Auskünfte zu den Themen Pflegekräfte sowie zu Impf-Modellen.

Hochheim -Im Januar, als die Corona-Infektionszahlen eine Höhe erreicht hatten, wie sie sich derzeit erneut anbahnt, schrieb der Hochheimer Klaus Zimmer einen offenen Brief an den Hessischen Sozialminister Kai Klose (Bündnis 90/Die Grünen). Der Hinweis der Politik, geduldig zu sein, sei bei 1000 Toten pro Tag deplatziert und deute Hilflosigkeit an, kritisierte Zimmer. Der Mitbegründer der Partei "Lupe" und Gründer der Bürgerinitiative "Unser Hochheim" formulierte mehrere Fragen an den Landespolitiker, auf die er aus dem Ministerium eine ausführliche Antwort erhielt. Klaus Zimmer sorgt sich unter anderem um den Schutz der Menschen in Altenpflegeeinrichtungen. Der Hochheimer verwies auf Zahlen aus dem Jahr 2018, laut denen 100 000 Pflegepersonen bundesweit fehlten. Von Klose wollte er wissen, wie groß diese Differenz in Hessen ist. Der Minister, der auf alle Fragen einzeln einging, blieb eine Antwort zu den konkreten Zahlen schuldig. Das Sozialministerium zitierte jedoch den jüngsten Pflegemonitor, aus dem die Entwicklung von Angebot und Nachfrage bei Pflegekräften hervorgeht. Der bestehende Mangel wird dort ins Verhältnis zum derzeitigen Beschäftigtenstand gesetzt: Bei Altenpflegern bestehe ein Fehlbedarf in Höhe von 17 Prozent der Beschäftigten, bei Altenpflegehelfern mache die ungedeckte Nachfrage sogar 30 Prozent aus.

Engpässe in allen Bereichen

Die Antwort an Klaus Zimmer zeichnet die Entwicklung in den Pflegeberufen nach. Während das Angebot die Nachfrage im Jahr 2006 noch überschritt, habe der Bedarf in den Folgejahren stark zugenommen. Nach einer Entspannung infolge von verstärkten Ausbildungsanstrengungen im Jahr 2012 sei die Pflegesituation bis 2018 wieder angespannter geworden. In allen Pflegebereichen und auf allen Qualifikationsebenen würden sich Engpässe zeigen.

Klaus Zimmer berührte mit seinen Fragen verschiedene Aspekte der Corona-Krise. Der Hochheimer wollte von Sozialminister Klose zudem wissen, ob sich dieser eine Impf-Kampagne nach dem dänischen Vorbild vorstellen könne, bei dem die Impf-Reihenfolge in Zusammenarbeit mit Krankenversicherungen ermittelt wird. Der Hessische Sozialminister verneint diese Möglichkeit. "Die beiden Länder sind aufgrund der Bevölkerungszahl, -dichte und Besiedlung nicht zu vergleichen", so Klose. Außerdem würden in Dänemark zentral gespeicherte Patientendaten für die jeweiligen Einladungen der Bürgerinnen und Bürger abgefragt. "Eine solche Datennutzung ist in Hessen aus datenschutzrechtlichen Gründen nicht möglich", schreibt der Minister.

Zimmer hat weitere Antworten erhalten, über die das Kreisblatt bereits berichtete. Unter anderem fragte der ehemals in Mainz beschäftigte Landesbeamte nach der Ausstattung von Pflegepersonal mit FFP 2-Masken. Im Antwortschrieben heißt es, dass das Hessische Ministerium des Innern und für Sport seit Beginn der Pandemie rund 9,5 Millionen FFP 2- beziehungsweise KN 95-Masken an die Landkreise und kreisfreien Städte verteilt habe. Zusätzlich seien rund 14 Millionen Mund-Nasen-Schutzmasken an die genannten Empfänger ausgeliefert worden. Im Rahmen dieser Lieferungen habe man außerdem die Alten- und Pflegeheime sowie die ambulanten Pflegedienste mit Masken ausgestattet. sas

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare