Für die Jahrgangsstufen 9 sowie 10 findet an der Heinrich-von-Brentano-Schule   Präsenzunterricht statt.
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Für die Jahrgangsstufen 9 sowie 10 findet an der Heinrich-von-Brentano-Schule Präsenzunterricht statt.

Corona-Krise

Präsenzunterricht an Schulen: Ministerium „versteht die Bedenken und Ängste“

Eltern und Schüler halten Präsenzunterricht für zwei Jahrgangsstufen wegen der Corona-Krise für gefährlich und unlogisch.

Hochheim -Mit einem offenen Brief haben sich Eltern und Schüler der Heinrich-von-Brentano-Schule an das Schulamt gewandt. In dem Schreiben fordern die Unterzeichner die Aufhebung der Präsenzpflicht für die Jahrgänge 9 und 10 an der Schule. Diese Jahrgänge sollen laut einer Vorgabe des hessischen Kultusministeriums mit Masken zum Unterricht kommen sowie räumlich getrennt in mehrere Lern- und Unterrichtsgruppen aufgeteilt sein.

"Distanzunterricht ist möglich. Diese Form des Unterrichts hat auch vor den Weihnachtsferien stattgefunden und - obwohl sehr kurzfristig angesetzt - auch gut funktioniert. Stattdessen sollen die Abschlussklassen nun geschlossen in die Schule kommen", kritisieren die Unterzeichner des offenen Briefes. Die Zweckmäßigkeit dieser Vorgaben bezweifeln viele Eltern und Schüler. Denn zum einen gebe es einige Schüler, die keine Masken tragen würden. Die Schule habe keine Handhabe gegen sie.

Präsenzunterricht in Hochheim: Nur eine Lehrkraft für Parallel-Unterricht

Zum anderen sei niemandem geholfen, wenn Lerngruppen ohne Aufsicht von Lehrern sich selbst überlassen würden. Es sei einfach unlogisch, auf dem Höhepunkt der Pandemie den Präsenzunterricht für die beiden Jahrgänge anzuordnen. "Uns wurde mitgeteilt, dass die Klassen jeweils auf zwei angrenzende Räume aufgeteilt und getrennt unterrichtet werden sollen", führen die Unterzeichner in ihrem Brief weiter an. Für diesen Parallel-Unterricht sei nur eine Lehrkraft vorgesehen, die zwischen den Klassen springen soll.

"In der Zeit, in der sie unterrichtet werden, sollen die Schüler im Nebenraum selbstständig und auch unbeaufsichtigt arbeiten. Wir fragen uns: Wieso können die Schülerinnen und Schüler, die bei diesem Modell selbstständig arbeiten müssen, das nicht gleich von zu Hause tun? Warum müssen sie sich dafür mit Personen aus vielleicht fünfzehn Haushalten in einem Raum aufhalten? Welchen Sinn hat es bitte, eine halbe Klasse den halben Schultag ohne Lehrkraft in ein Klassenzimmer zu setzen? Wir fragen uns auch: Wie wollen Sie sicherstellen, dass der unbeaufsichtigte Teil der Klasse sich an die sogenannte AHA-Regeln hält?", fragen Eltern und Schüler.

Ministerium kann Sorge und Ängste der Eltern und Schüler verstehen

Einer der Sprecher des hessischen Kultusministeriums, Philipp Bender, erklärte, dass er sehr gut die Bedenken und Ängste der Eltern und Schüler verstehen könne. Bender wies auch auf die Erklärung des Ministeriums hin. In dieser heißt es unter anderem: "Unabhängig von diesen landesweiten Regelungen können weiterhin - je nach Entwicklung der Lage vor Ort - regionale Maßnahmen vorgesehen werden. Diese können von einzelnen Landkreisen oder kreisfreien Städten für die Schulen der Region erfolgen. Darüber hinaus können auch weiterhin die jeweils zuständigen Gesundheitsämter Anordnungen für einzelne Schulen treffen."

Er könne aber nicht verstehen, dass die Schule erst jetzt darauf aufmerksam mache, dass nicht alle Schüler Masken tragen wollten. Bisher habe das niemand mitgeteilt. Es sei aber möglich, entsprechende Sanktionen einzuleiten. Dies könne im äußersten Fall zum Ausschluss vom Unterricht und zu Bußgelden für die Eltern führen. (meh)

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