In Massenheim tritt zur Kommunalwahl eine neue Wählergemeinschaft an. Deren Mitglieder möchten das ländliche Flair des Stadtteils erhalten.
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In Massenheim tritt zur Kommunalwahl eine neue Wählergemeinschaft an. Deren Mitglieder möchten das ländliche Flair des Stadtteils erhalten.

Kommunalwahl

Hochheim: "Die Massenheimer" wollen den dörflichen Charakter schützen

Einige Mitglieder der aufgelösten Bürgerinitiative BISS mischen bei der neuen Wählergemeinschaft mit.

Massenheim -Wenn sich Massenheimer übergangen oder benachteiligt fühlten, sammelten sie sich in verschiedenen Bürgerinitiativen (BI). Sei es die BI gegen den Deponieausbau oder die Bürgerinitiative Straßenbeitragssatzung (BISS) - Menschen aus dem Hochheimer Stadtteil engagierten sich stets an vorderster Front im Kampf um lokale Themen. Nun sind die Straßenausbaubeiträge abgeschafft und die BISS wurde zum Jahresende aufgelöst. Einige Massenheimer haben aber weiterhin das Bedürfnis, bei der Kommunalpolitik mitzureden. Mitglieder und Unterstützer der ehemaligen Bürgerinitiative haben sich zur Wählergemeinschaft "Die Massenheimer" zusammengeschlossen und eine Liste für die Kommunalwahl am 14. März aufgestellt.

Auf Platz eins wird die Gruppe durch Daniel Hablowetz vertreten. Der gelernte Zimmerermeister begann seine berufliche Laufbahn im elterlichen Betrieb in Massenheim und arbeitet mittlerweile als zuständiger Bereichsleiter des städtischen Bauhofes in Hofheim. Auf Hablowetz folgt ein Name, der in der Hochheimer Politik kein Unbekannter ist: Der ehemalige Stadtverordnete Michael Schröder ist selbstständiger Unternehmer und gelernter Versicherungsfachwirt. Auseinandersetzungen um die Flüchtlingsunterbringung in der Massenheimer Sport- und Kulturhalle führten 2016 dazu, dass die FWG Schröder von ihrer Kandidatenliste für die Kommunalwahl strich. Auf dem dritten Platz folgt die im Ort als Tierschützerin bekannte Wencke Niklas. Der Vierte im Bunde ist Diplom-Ingenieur Jens Köstler, der sich als Vorstandsmitglied im Naturschutzverein "Massenheimer Stöffsche" für den Erhalt der Streuobstwiesen einsetzt. Komplettiert wird die Liste durch Lars Dolacinski, Fuhrparkserviceberater bei einem Lkw-Hersteller.

"Die Massenheimer" begründen ihre Kandidatur für den Ortsbeirat damit, dass "tiefgreifende Entscheidungen" für den Stadtteil anstünden. Als wichtiges Thema nennt die Wählergemeinschaft die Nähe des geplanten Neubaugebietes "Nassgewann" zur Ultranet-Trasse in Richtung Philippsburg. Innerhalb eines Umkreises von 400 Metern zur Stromtrasse könne es zu Gesundheitsschädigungen kommen. Außerdem beschäftigt die Kandidaten die Frage, wie sich die Bautätigkeit rund um den Bahnhof an der Wallauer Spange auf die Natur und den dörflichen Charakter von Massenheim auswirkt. Die Vertreter der Wählergruppe kritisieren zudem, dass die Massenheimer 2,80 Euro pro Kubikmeter Abwasser an die Stadtwerke in Hochheim zahlen, obwohl das Wasser nach Flörsheim entsorgt werde. Weitere Themen sind Umwelt, Natur sowie Fuß- und Radwege. Schließlich befassen sich "Die Massenheimer" mit der dürftigen Busverbindung in ihrem Stadtteil. Die schlechte Anbindung sei schlimmer als in jeder Provinz. Am Wochenende fahre überhaupt kein Bus, an anderen Tagen nur bis um 20 Uhr, bemängelt die Wählergemeinschaft.

Sie hätten festgestellt, wie wichtig ein politisches Sprachrohr für die Bürger ist, erklären die ehemaligen BI-Mitstreiter ihre Initiative. Wenn Parteien und Wählergruppen immer durch dieselben Personen geleitet würden, sei es nicht verwunderlich, wenn eine gewisse Politikverdrossenheit entstehe. sas

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