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Hochheim: Tschechische Weine finden neue Liebhaber

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Melanie Müller und Hendrik Ruitenberg (re., stehend) informierten die Besucherinnen und Besucher der Probe im Weinbaumuseum über die jeweiligen Besonderheiten der angebotenen Sorten. FOTO: stadt hochheim
Melanie Müller und Hendrik Ruitenberg (re., stehend) informierten die Besucherinnen und Besucher der Probe im Weinbaumuseum über die jeweiligen Besonderheiten der angebotenen Sorten. © Stadt Hochheim

Im Weinbaumuseum wurden Rebsorten aus der neuen Partnerstadt Mikulov präsentiert.

Hochheim/Mikulov -Eine ganz besondere Weinprobe fand im Weinbaumuseum statt: Es wurden Tschechische Weine aus Mikulov und Umgebung vorgestellt. Es war sehr abenteuerlich, diese Weine zu bestellen“ verriet Probenleiter und Ehrenamtlicher im Weinbaumuseum Hendrik Ruitenberg lachend, denn die meisten Winzer verfügen nur über tschechische Internet-Auftritte und Informationen - die Weine werden zum ganz großen Teil nur in Tschechien selbst vermarktet.

Melanie Müller und Hendrik Ruitenberg, ebenfalls Ehrenamtliche im Weinbaumuseum, haben anlässlich der Reise zur Partnerschaftsfeier in Mikulov verschiedene Weine verkostet. Anschließend haben sie eine Probe zusammengestellt, die Informationen über das Weinbaugebiet Südmähren und seinen Rebsortenspiegel vermittelt. Knapp 95 Prozent der tschechischen Rebfläche befindet sich in dieser Region.

Nach der Begrüßung und einer kurzen Einführung zum Hintergrund der Probe wurde zu Anfang ein prickelnder Sekt aus dem Weingut Skoupil aus der Gegend von Mikulov serviert, der den Gästen Lust auf mehr machte. Hendrik Ruitenberg berichtete, dass das Weingut Skoupil in Velké Bílovice zurzeit 30 Hektar bewirtschaftet. Auch wenn der Betrieb sehr modern wirkt, hat die Familie schon lange Weinbau-Erfahrung: In kommunistischen Zeiten waren fünf Hektar Rebfläche erlaubt - Skoupils hatten fünf Hektar - allerdings pro Familienmitglied. Es folgte ein Müller-Thurgau aus dem Weingut Volarik, mit 90 Hektar einem der größten Weingüter in Mikulov und in den vergangenen zehn Jahren drei mal Weingut des Jahres in Tschechien. Sorten, die aus Österreich bekannt sind, wie Grüner Veltliner oder Welschriesling kamen ebenso zur Verkostung wie „unser“ Riesling und Roter Traminer.

Melanie Müller brachte den Besuchern die Rebsorten und die Aromen der Weine näher und sorgte dafür, dass es nun einige neue Liebhaber von tschechischen Weinen gibt. Die Vielfalt der Rebsorten und die Qualität der Weine begeisterten die Gäste, von denen die meisten noch nie tschechische Weine im Glas hatten. Besondere Aufmerksamkeit errangen drei sehr unterschiedlich ausgebaute Weine der Rebsorte Pálava, einer Neuzüchtung aus Savagnin Blanc (Traminer) und Müller-Thurgau, die nur rund um die Pollauer Berge in der Nähe von Mikulov kultiviert werden darf. Einer dieser Pálavas kam aus der Kellerei Vino Mikulov, einer der größten Kellereien der Tschechischen Republik, die die Reisegruppe aus Hochheim im Mai auch besichtigen konnte.

Die Probe wurde mit einem roten Frankovia, bei uns als Blaufränkisch oder Lemberger bekannt, sowie einer Solaris Beerenauslese abgeschlossen. „Solaris ist eine recht unkomplizierte Pilz-widerstandsfähige Rebsorte mit spätem Austrieb und kurzer Reifezeit“, erzählte Melanie Müller, die zwar in Tschechien noch keine große Rolle spiele, aber im Hinblick auf ökologischeren Weinbau wohl wichtig wird. red

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