Dirk Westedt macht vor allem online Wahlkampf. Archiv-Foto: Nietner
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Dirk Westedt macht vor allem online Wahlkampf. Archiv-Foto: Nietner

Politik

Hochheim: Wahlkampf wird digital ausgetragen

DIREKTWAHL Amtsinhaber und FDP-Kandidat Dirk Westedt nutzt verschiedene Plattformen im Internet, um für sich zu werben.

Hochheim -Im Oktober buddelte Bürgermeister Dirk Westedt (FDP) Löcher im Hummelpark, um selbst finanzierte Blumen zu pflanzen. Anfang dieses Monats zog der Verwaltungschef mit einem blauen Sack über das Weihergelände und sammelte Müll: Während das ganze Land im Lockdown ist, buhlen Amtsinhaber Dirk Westedt und sein Herausforderer Jan Herfort (SPD) um Wählerstimmen. Am 14. März wird in Hochheim der Rathauschef gewählt. Die Corona-Pandemie hat dazu geführt, dass die Kandidaten neue Ideen für ihren Wahlkampf entwickeln mussten. Kreisblatt-Mitarbeiter Sascha Kröner hat mit dem amtierenden Bürgermeister über die durch die Corona-Krise besondere Herausforderung gesprochen.

Im März 2020 habe er begonnen, seinen Wahlkampf zu planen, berichtet der Rathauschef. Damals war die Corona-Krise bereits in Deutschland angekommen. Wie stark und wie lange das Virus das Leben einschränken würde, war nicht absehbar. Anfangs habe er Fahrradtouren und Aktionen im Hallenbad geplant. Im Herbst habe er diesen ursprünglichen Terminplan angepasst. "Dann hat sich die Lage verschärft", erinnert sich Westedt. Die Radtouren waren vom Tisch. Podiumsdiskussionen wird es genauso wenig geben wie Haustür-Gespräche mit den Bürgern: "Ich werde an keiner Tür klingeln. Da bleibt jetzt nur noch das Internet."

Auf der Internetseite von Dirk Westedt finden sich zahlreiche Termine - ein großer Teil davon sind Online-Sprechstunden. Mit Live-Schaltungen auf Instagram und Facebook stellt sich der Bürgermeister den Fragen der Wähler. Wahlkampf vom heimischen Schreibtisch also. Westedt wird bei der Organisation seiner Internetauftritte von einem kleinen Team aus Freunden und FDP-Mitgliedern unterstützt. 40 bis 60 Zuschauer hätten die virtuellen Fragerunden verfolgt, erklärt der Verwaltungschef. Die Aufzeichnungen seien anschließend von rund 3000 Personen angeklickt worden.

"Wen erreicht man wie?", sei eine der schwierigsten Fragen des Corona-Wahlkampfes. Jede Altersgruppe lebe in ihrem eigenen Medienumfeld, sagt Westedt. Viele Personen über 50 Jahre erreiche man nur über die Zeitung oder per Brief. Abseits seiner Internetpräsenz engagiert sich der Bürgermeister unter dem Motto "Statt Wahlkampf" sichtbar für die Verbesserung des Stadtbildes. Am 30. Januar will er Aufkleber von Schildern entfernen und am 2. Februar einige Wände von Graffiti befreien. Für den 5. März ist die Pflege des Grillplatzes in der Südstadt angedacht. Außerdem möchte Dirk Westedt im Februar und März an Wahlständen an der "Alten Malzfabrik" mit Bürgern ins Gespräch kommen - immer mit ausreichend Abstand. sas

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