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Heinz-Michael

FDP-Fraktion in Hochheim

Der König dankt ab

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Eine Zwei-Mann-Fraktion bewegte vieles. Die FDP-Fahnen hielten bisher Klaus Peter König und Ekkehard Enders hoch. Doch damit ist nun Schluss.

Zweifellos geht in der neuen Wahlperiode in der Wein- und Sektstadt eine Ära zu Ende, die von der Mehrzahl der Hochheimer vielleicht gar nicht bemerkt wird. Dennoch ist sie einschneidend genug, um von ihr zu berichten. Die Ära heißt König und Enders. Ginge es um eine Monarchie, müsste es an dieser Stelle heißen: Der König dankt ab. Aber weil in Hochheim genau so wie in anderen Kommunen natürlich demokratische Gesetze und Gepflogenheiten herrschen, muss es an dieser Stelle heißen: Klaus Peter König und Ekkehard Enders stehen nicht mehr auf der Liste der FDP-Kandidaten für die Kommunalwahl am morgigen Sonntag. Beide waren für die Kollegen in der Stadtverordnetenversammlung keine „leichte Kost“. Denn bei den genannten Protagonisten überwogen immer viel Fachwissen und eine deutliche Ansprache die politische Auseinandersetzung. Während Klaus Peter König nach insgesamt zehn Jahren Kommunalpolitik sich eine Pause gönnt und neuen Betätigungsfeldern widmet, hat Ekkehard Enders bereits nach einer Wahlperiode genug von dem ehrenamtlichen Engagement für die Stadt. Grund dafür war für den Architekten seine berufliche Tätigkeit. Die wurde ihm indirekt und manches Mal auch direkt nachteilig ausgelegt, wenn es um städtische Aufträge ging, die das Planungsbüro erhielt, in dem er als Teilhaber arbeitet. Alles ging dabei immer sauber und rechtlich einwandfrei zu, die Stadtverordnetenversammlung segnete dies auch immer ab. Aber es verhinderte vielleicht auch manche Auftragserteilung. Diesen Spannungen wollte sich Enders nicht mehr aussetzen.

Eine ganz andere Motivation für seinen Rückzug hat dagegen Klaus Peter König. Der Steuerberater trat bei der jüngsten Bürgermeister-Direktwahl gegen den amtierenden Amtsinhaber Dirk Westedt (FDP) an. König schied im ersten Wahlgang aus. Innerhalb der Liberalen hatte er wegen seiner Kandidatur einen schweren Stand, schließlich trat er als parteiunabhängiger Bewerber an. Doch genau so firmierte auch Dirk Westedt, der nicht als offizieller FDP-Mann kandidieren wollte, um einem Machtkampf bei einer Nominierung durch die Parteimitglieder aus dem Weg zu gehen. Kurzum: Westedt gewann die Wahl. Und da König mit Westedt nicht das beste Verhältnis hatte und hat sowie zudem aus der FDP ausgetreten war, überraschte es dann auch nicht, dass König in der Kommunalpolitik eine Pause einlegt. Allerdings: Klare Aussagen zu den Finanzen waren in den vergangenen Jahren überwiegend von Klaus Peter König gekommen. Fachlich konnte ihm da fast kaum einer das Wasser reichen. Viel Sachverstand geht der Stadtverordnetenversammlung dadurch verloren.

Eine „Premiere“ gibt es für den Sonntag noch zu verzeichnen. Heinz-Michael Merkel wird erstmals mit der GAL/Die Linken bei einer Kommunalwahl Wählerstimmen einsammeln. Merkel war einst Fraktionschef der ehemals rein grünen GAL.

(meh)

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