Der neu gestaltetet Tetra-Pak-Kreisel
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Der neu gestaltetet Tetra-Pak-Kreisel

Kunstwerk wird feierlich enthüllt

Ein Kreisel mit Ecken und Kanten

  • VonSascha Kröner
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Das Hochheimer Unternehmen Tetra Pak hat der Weinstadt die Skulptur für den Kreisel in der Frankfurter Straße geschenkt. Das hat der Stadt Diskussionen über die Gestaltung erspart,

„Es gibt nichts Schlimmeres als Diskussionen über Kreiselgestaltung“, stellte Bürgermeister Dirk Westedt (FDP) fest. Der Hochheimer Verwaltungschef hatte wohl die langwierige Ideensuche im benachbarten Flörsheimer Stadtteil Wicker beobachtet. Dort wurde ein neuer Kreisverkehr im Dezember 2015 eingeweiht – nur drei Monate nach der Eröffnung des Hochheimer Kreisels in der Frankfurter Straße. Während die Wickerer immer noch nach einem Gestaltungskonzept suchen, wurde in Hochheim nun die fertige Skulptur präsentiert. Die Hochheimer Verwaltung hat es sich allerdings etwas einfacher gemacht als die Nachbarstadt: Anstatt die Bürger zu befragen, gab der Magistrat die Gestaltung des Verkehrsbauwerks in die Hände eines Unternehmens. Der international erfolgreiche Verpackungshersteller Tetra Pak hatte sich als Partner angeboten.

Der Magistrat zögerte nicht lange, als das Angebot auf dem Tisch im Rathaus landete. Im Juli 2015 entschieden sich die Stadträte für einen von mehreren Entwürfen des Verpackungsherstellers. Tetra Pak sitzt bereits seit 52 Jahren mit seiner Zentrale an der Frankfurter Straße. Nach zwischenzeitlichen Diskussionen, die Wein- und Sektstadt, zu verlassen, entschied sich das Unternehmen für den Verbleib in Hochheim. Vor zwei Jahren zog der wichtige Gewerbesteuerzahler in einen Neubau in der Frankfurter Straße 85 – und damit in die unmittelbare Nähe des Kreisels.

Zuleitungen für Wasser und Strom wurden bereits im Rahmen des Neubaus des Firmengebäudes zum Kreisel gelegt. Die Kosten für die Kreiselgestaltung trägt Tetra Pak. Viel einfacher hätte es für die Stadt also gar nicht laufen können. Das schwierigste war fast schon die Enthüllung selbst – denn der schwarze Stoff, der das Kunstwerk bedeckte, wollte gestern nicht so wie seine Enthüller. Nach längerem Ziehen und Zerren schafften es Dirk Westedt, Tetra-Pak-Geschäftsführer Stephan Karl und der Künstler Luigi Mulé dann aber doch noch die Skulptur von ihrer Hülle zu befreien und offiziell frei zu geben.

„Sechs Kanten, vier Flächen, eine Vision“, beschrieb Stephan Karl das auf den ersten Blick sehr abstrakt wirkende Design. Die Figur besteht aus zwei übereinander angeordneten Tetraedern und soll an die ersten Verpackungsformen von Tetra Pak erinnern. Die Skulptur solle zwei verbundene Verpackungen darstellen und damit auch den Verbund von Tetra Pak mit der Stadt Hochheim symbolisieren, erläuterte der Geschäftsführer. Umgesetzt hat die Idee der Kelkheimer Künstler Luigi Mulé. Mulé erklärte, dass die Baumstämme, die rund um die Skulptur am Boden liegen, den Ursprung der Tetra-Pak-Produkte aufzeigen sollen. Holz ist ein wichtiger Rohstoff bei deren Herstellung.

Stephan Karl erklärte dem Kreisblatt, dass bei der Installation der Skulptur großer Wert auf Verkehrssicherheit gelegt wurde. Die Stahloberfläche sei abgeschliffen, damit der Verkehr am Hochheimer Ortseingang nicht durch reflektierte Scheinwerfer gestört wird. Weststedt kündigte an, dass der nächste Kreisel nicht von einem Unternehmen gestaltet werden soll: Für das Bauwerk im Schänzchen III wird es einen Wettbewerb geben.

(sas)

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