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Wenn der Aufzug plötzlich stehen bleibt, sollten Eingeschlossene auf Hilfe vom Fachmann warten.

Wohnanlage Schwedenstraße

Lift fällt häufig aus: Senioren tagelang ohne Aufzug

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Aus der Seniorenwohnanlage in der Schwedenstraße 2 gab es in der Vergangenheit schon häufiger Beschwerden. Nun klagen Bewohner aus dem Gebäude der Hochheimer Wohnungsbaugesellschaft erneut über Mängel.

„Niemand traut sich mehr in den Aufzug“, sagt Marliese Geyersbach. Der Fahrstuhl, der die oberen Stockwerke der Seniorenwohnanlage mit dem Erdgeschoss verbindet, hat die Bewohner schon mehrfach im Stich gelassen. Zuletzt fiel er am Ende der vergangenen Woche aus. Für sechs Tage sei der Aufzug außer Betrieb gewesen, klagt die ältere Dame. Ein Monteur habe den Lift zwischenzeitlich zwar repariert – nach wenigen Stunden sei die Technik aber wieder ausgefallen. Erst seit Dienstag funktioniere der Fahrstuhl nun wieder. Dass es in einem Wohnhaus für alte Menschen regelmäßig zu solchen Pannen komme und kein zweiter Aufzug vorhanden sei, findet Marliese Geyersbach unmöglich. Sie berichtet, dass der derzeitige Lift 21 Jahre alt sei.

Der Altbau in der Schwedenstraße 2 hat über 60 Wohneinheiten. Die überwiegend älteren Bewohner sind für einen barrierefreien Zugang zu ihren Wohnungen auf einen Aufzug angewiesen. Während der mehrtägigen Fahrstuhlpanne seien viele Senioren eingeschränkt gewesen, berichtet Marliese Geyersbach. Es sei schwergefallen, Wasserkisten zu transportieren oder Arzttermine wahrzunehmen. Ein männlicher Bewohner, der anonym bleiben möchte, bestätigt die Probleme. „Diejenigen, die noch etwas laufen können, haben sich die Treppen runtergeschleppt“, sagt der Senior.

Der ältere Herr erzählt, dass er vor etwa einem Jahr in der Schwedenstraße 2 eingezogen sei. In dieser Zeit sei der Aufzug bestimmt schon fünf- bis sechsmal ausgefallen. Darüber hinaus werde er immer wieder von anderen Senioren angesprochen, die Hilfe bei kleineren technischen Problemen benötigen.

Marliese Geyersbach bemängelt, dass es in einem Haus mit so vielen alten Menschen keinen Hausmeister gibt. Als sie einzog, sei die Stelle noch besetzt gewesen. Besonders ärgerlich findet die Seniorin den Umstand, dass die Gebühr für eine Hausmeisterstelle immer noch in den Mietkosten aufgeführt sei. Schließlich moniert die Bewohnerin den Wegfall eines weiteren Services, der zwar nicht dringend notwendig, aber mit Sicherheit für viele Bewohner bequem war: Die Toiletten im Eingangsbereich im Erdgeschoss seien seit ihrer Sanierung nicht mehr geöffnet, beklagt Marliese Geyersbach.

Die Stadt hatte bereits vor zwei Jahren darauf hingewiesen, dass die öffentlichen Sanitärräume nur für Nutzer des Gemeinschaftsraumes im Erdgeschoss gedacht seien. Auf Nachfrage dieser Zeitung erklärte die Verwaltung damals, dass die Situation nach der Sanierung geprüft werde. Marliese Geyersbach weist darauf hin, es sei praktisch gewesen, dass Senioren, wenn sie vom Einkaufen zurückkommen, im Erdgeschoss die Toilette nutzen können. Diese Zeitung wartet noch auf eine Antwort der Wohnungsbaugesellschaft. Eine Anfrage wurde gestern bis Redaktionsschluss nicht beantwortet.

(sas)

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