Hochheimer Markt

Marktmeister Thomas Pokoyski zieht Bilanz

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Vorher wurden alle möglichen Horrorszenarien und Unfälle durchgespielt, aber beim Hochheimer Markt blieb alles ruhig. Es gab nur die üblichen kleinen Zwischenfälle.

Im Vorfeld des jährlichen Großereignisses investierten die Verantwortlichen viel in die Sicherheitsvorkehrungen. „Wir haben alle erdenklichen Ereignisse durchgespielt“, erklärt Marktleiter Thomas Pokoyski. Unfälle, Massenpanik und die mittlerweile leider nie auszuschließende Terrorgefahr gehörten zu den „Horrorszenarien“, die Pokoyski und die Sicherheitskräfte berücksichtigten. Gestern Nachmittag konnte der Organisationschef des Hochheimer Marktes schließlich aufatmen und von einem ruhigen und friedlichen Markt berichten. Im Verhältnis zum Besucherandrang sei „gar nichts vorgefallen“, sagte Thomas Pokoyski, der hoffte, dass dies auch für den Rest des Dienstags anhielt. Er schätzt, dass die fünf Markttage insgesamt rund eine halbe Million Besucher nach Hochheim lockten.

Völlig ohne Zwischenfälle bleibt eine solche gewaltige Menschenansammlung natürlich nicht. Pokoyski berichtete von einem Gast, der am Montag einen Kreislaufzusammenbruch im Festzelt erlitt. Es sei jedoch ganz normal, dass sich die Wahrscheinlichkeit für solche Ereignisse erhöhe, wenn eine große Zahl von Menschen zusammenkommt.

Der 533. Hochheimer Markt startete am Freitag mit einem Zuspruch von rund 75 000 Besuchern. Am Folgetag verzeichneten die Ausrichter dann den am besten besuchten Samstag der bisherigen Marktgeschichte: 170 000 Menschen drängten sich auf dem Herbstmarkt – laut Thomas Pokoyski etwa 25 000 mehr als in vergangenen Jahren. Der Marktmeister geht davon aus, dass sich mehr Leute für den Besuch am Samstag entschieden, weil schlechtes Wetter für den Sonntag vorhergesagt war. Die Besucherzahlen für Sonntag und Montag gibt Pokoyski mit jeweils 90 000 Menschen an. „Wir sind gar nicht auf Rekorde aus“, erklärt der Organisator. Wenn der Andrang eine gewisse Grenze überschreite, werde die Situation grenzwertig für alle Beteiligten. Dann seien die Laufwege überfüllt und Busse überlastet.

Die Zufahrtsstraßen zum Marktgelände wurden in diesem Jahr erstmals mit

Barrieren aus Beton

gesichert. Die Blockaden sollten Angriffe mit Fahrzeugen verhindern. Die neue Sicherheitsmaßnahme erforderte aber auch die Rücksichtnahme der Standbetreiber. Thomas Pokoyski berichtet, dass die Barrieren jeden Morgen um 9 Uhr eingerichtet wurden und von da an konsequent geschlossen blieben. „Man kam definitiv nicht mehr durch“, betont der Organisator. „Da haben wir keine Ausnahme gemacht.“ Am Samstag und Sonntag habe dies zu ein paar Diskussionen geführt, dann sei aber bei allen Marktbeschickern ein Lerneffekt eingetreten. Wer zu spät kam, habe seine Waren mit einer Sackkarre aufs Gelände transportieren müssen.

Die Lautsprecheranlage, die für Sicherheitsdurchsagen in Notfällen angeschafft wurde, blieb die meiste Zeit stumm. Die Mitarbeiter des Marktbüros nutzten das System allerdings für informative Hinweise und zur freundlichen Begrüßung der Schausteller am Morgen. „Das kam ganz gut an“, resümiert Thomas Pokoyski.

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