+
Die goldene Erdogan-Statue steht auf dem Platz der Deutschen Einheit in Wiesbaden.

Nach Aus für Erdogan-Statue: Gips-Kunstwerk im Staatstheater

Aus Furcht vor Ausschreitungen war die Statue des türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan beim Kunstfestival Wiesbaden Biennale Ende August wieder abgebaut worden.

Aus Furcht vor Ausschreitungen war die Statue des türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan beim Kunstfestival Wiesbaden Biennale Ende August wieder abgebaut worden. Inzwischen befindet sich das vier Meter hohe Kunstwerk in der Obhut des hessischen Staatstheaters in Wiesbaden.

Intendant Uwe Eric Laufenberg sagte, die vergoldete Gips-Statue liege in einem Container im Hochheimer Kulissenlager des Theaters. „Ich habe versprochen, sie dort zumindest bis nach der Landtagswahl liegen zu lassen, damit keine besorgten Bürger zur Wahl gehen”, antwortete Laufenberg scherzhaft auf die Frage, was mit der Statue geschehe.

Noch ist das Theater nicht der Eigentümer der Statue. „Wir befinden uns mit dem Künstler, der namentlich nicht genannt werden möchte, in Verhandlungen”, sagte der Intendant. Sollte es bis Ende Dezember keine Einigung geben, gehe die Statue jedoch in das Eigentum des Theaters über. Details dazu nannte Laufenberg nicht.

Das Kunstfestival hatte mit der Erdogan-Statue für internationale Schlagzeilen gesorgt. Die Stadt Wiesbaden hatte sie schon nach kurzer Zeit von der Feuerwehr entfernen lassen - und dies mit Sicherheitsbedenken begründet. Fans und Gegner des türkischen Präsidenten hatten sich dort heftige Wortgefechte geliefert.

Der Abbau der Statue kostet die Stadt Wiesbaden 10 500 Euro, wie eine Stadtsprecherin bestätigte. Es sei allerdings nicht geplant, die Biennale-Macher dafür in Regress zu nehmen. Berichte der Freien Wähler aus Wiesbaden, wonach die Gesamtkosten für den Einsatz insgesamt rund 30 000 Euro betragen würden, bezeichnete die Stadt als Spekulation.

(dpa)

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare