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Herzlich wurde Pfarrer Markus Schmidt am Sonntag bei einem Gottesdienst in St. Peter und Paul verabschiedet.

Abschied mit Konsequenzen

Pfarrer Schmidt sagte in Hochheim Adieu

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Der Abschied von Pfarrer Markus Schmidt fällt in die Zeit, da sich die Pfarrgemeinden Hochheim, Flörsheim und Hattersheim auf die Bildung eines gemeinsam Pastoralen Raums einrichten. Doch ob die Hattersheimer mitmachen, darüber will heute Abend der Pfarrgemeinderat entscheiden.

Er hat sich lange darauf vorbereiten können, genauso wie seine Gemeindemitglieder. Doch wenn der Tag da ist, ist er dann doch schwer, so ein Abschied. Schwer und schön zugleich, denn so zugewandte Menschen wie Markus Schmidt bekommen zu solchen Gelegenheiten gespiegelt, was sie ausgestrahlt und gegeben haben. So mischten sich am Sonntag, beim letzten Gottesdienst, den Schmidt als Pfarrer von St. Peter und Paul im prächtigen Rahmen der freskengeschmückten Pfarrkirche in den Weinbergen feierte, die Emotionen.

Viel war da von Dankbarkeit die Rede, aber eben auch von der Trauer des Abschiednehmens und natürlich bekam der 48-Jährige, der in den Frankfurter Osten wechselt, eine Menge gute Wünsche mit auf den Weg. Beim anschließenden Umtrunk in der Pfarrscheuer nutzten viele Hochheimer Katholiken und mancher Gast dann die Gelegenheit zum persönlichen Lebewohl. Markus Schmidt tritt seine neue Aufgabe, wie berichtet, nicht direkt an. Eine Zeit für die eigene Seele hat sich der Seelsorger vom Bistum erbeten. Eine Pilgertour im Heiligen Land steht an.

Die bereits im Frühjahr getroffene Entscheidung des Pfarrers zum Stellenwechsel hat nicht nur für Hochheims Katholiken weitreichende Konsequenzen. Seit dem gestrigen Tag ist Flörsheims Pfarrer Sascha Jung zusätzlich zu seiner bisherigen Funktion Pfarrverwalter von St. Peter und Paul. Bereits im August war er zu einem ersten Gespräch mit dem Pfarrgemeinderat in der Weinstadt und wurde schon in einige Planungen, für den ökumenischen Markt-Gottesdienst etwa, mit eingebunden. Er werde in Flörsheim immer mal angesprochen mit der Frage: „Wie wollen Sie das denn machen?“, berichtet Jung. Auch in St. Gallus bringt Schmidts Weggang unweigerlich Veränderungen. Jung weiß, er wird nicht mehr im gleichen Umfang präsent sein können.

Dass das Bistum für ein Jahr mit Nikolaus von Magnis einen weiteren Kaplan geschickt hat, so dass sich zumindest an der Zahl der Priester in Hochheim und Flörsheim vorerst nichts ändert, sei eine große Erleichterung, sagt der 42-Jährige. Denn so kann der Gottesdienst-Plan erst einmal unangetastet bleiben. Seine Teilnahme an Sitzungen werde weniger werden, sagt Jung. Anfragen für Trauungen von außerhalb will er künftig abschlagen, die Proben mit dem Limburger Domchor stehen auf der privaten Streichliste. Denn er werde erst einmal „viel hineinbuttern“ müssen an Zeit, „damit die Hochheimer aufgefangen werden.“

Deren Pfarrgemeinderatsvorsitzende Petra Kunz bilanziert, die Vorgespräche seien „positiv“ gelaufen, gut angekommen sei die Botschaft von Pfarrverwalter Jung, dass das Gemeindeleben in Hochheim so weiter gestaltet werden könne, wie bisher. „Schwerpunkte, Gewohnheiten, Traditionen, das sind ja alle Pfarreien anders“, sagt Kunz. Sie ist zuversichtlich, dass nicht zuletzt dank eines hohen ehrenamtlichen Engagements vieles gut weitergehen werde. Der Zeitpunkt des Wechsels von Pfarrer Schmidt “ist für uns natürlich nicht günstig“, räumt die PGR-Vorsitzende ein. Die Hochheimer hätten sich lieber mit einem eigenen Pfarrer auf den vom Bistum vorgegebenen Weg der Katholiken an der „Main-Schiene“ hin zur gemeinsamen Pfarrei neuen Typs gemacht. Zunächst steht die Bildung eines gemeinsamen Pastoralen Raums zum 1. Januar 2020 an – ob mit oder ohne Hattersheim, ist (noch) die Frage.

Die Pfarrei St. Martinus will sich heute Abend in ihrer Pfarrgemeinderatssitzung (19.30, Okriftel, getagt wird öffentlich) entscheiden, ob sie dabei ist, oder Flörsheim und Hochheim erst einmal allein die Aufgabe angehen, den Zusammenschluss vorzubereiten. Der Pfarrgemeinderatsvorsitzende Hermann-Josef Häb wagt da keine Prognose. Die Hattersheimer seien in dieser Frage zutiefst gespalten, mancher fühle sich auch hin- und hergerissen. Das belegen die Protokolle der vergangenen Sitzungen. Wie auch Häb bestätigt, hat Pfarrer Andreas Klee klar dafür votiert, von Anfang an im Pastoralen Raum dabei zu sein. Beschließe der PGR es anders, müsse er die Konsequenzen tragen. Deutlich gemacht habe Klee zudem, dass er zwar die Fusion mittrage, dafür aber nicht zur Verfügung stehe. Was genau das heißt, ob sich Klee bereits 2020 oder erst 2024, wenn die Pfarrei neuen Typs gebildet sein soll, verabschiedet, wird unterschiedlich interpretiert. Der 50-Jährige, der seit drei Jahren in Hattersheim Pfarrer ist, soll sich aber schon um eine andere Pfarrstelle bemüht haben.

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