+

Geschenk der Bürgerstiftung

Was ist aus dem trojanischen Pferd geworden?

  • Niklaus Mehrfeld
    VonNiklaus Mehrfeld
    schließen

Zuerst war es ein nicht gewolltes Geschenk, dann wurde das Angebot mit fadenscheinigen Gründen abgelehnt. Nur der Beharrlichkeit von Klaus Peter König (einst FDP-Stadtverordneter) ist es zu verdanken, dass die Sache nicht zu den Akten gelegt wurde.

Allerorten wird geklagt, dass die Kommunen kein Geld mehr haben, um freiwillige Leistungen oder Investitionen zu bezahlen oder zu tätigen. Auch in der Wein- und Sektstadt war dies der Fall. Es betraf dann unter anderem eine Fußgängerbrücke, die über den Käsbach führt und die aus Sicherheitsgründen abgebaut werden musste. Weil die Stadt die bei Kindern und Eltern beliebte Brücke aus finanziellen Gründen nicht mehr neu bauen lassen wollte, gab es ein Hilfsangebot. Klaus Peter König, vor einigen Jahren noch FDP-Stadtverordneter und später auch unabhängiger Bürgermeisterkandidat, bot der Stadt an, dass die von ihm gegründete Bürgerstiftung eine neue Fußgängerbrücke finanziert. Wer nun glaubt, dass damit die Geschichte schon zu Ende wäre, der irrt gewaltig. Denn in der Folgezeit – noch unter der Amtszeit von Bürgermeisterin Angelika Munck (FWG) – wurde alles versucht, um das Geschenk abzuwehren. Die Gründe lagen auf der Hand. Zwar war 2013 noch überhaupt nicht klar, dass Klaus Peter König als Bürgermeisterkandidat antreten würde. Doch König war Fraktionschef der Liberalen in der Stadtverordnetenversammlung. Das reichte bei der politischen Konkurrenz schon aus, um das Brücken-Geschenk als trojanisches Pferd zu fürchten, mit dem Wahlkampf gemacht werden sollte. Anscheinend fürchteten die Konkurrenten des Freidemokraten die vermeintlichen Kommentare in der Bevölkerung nach dem Motto: „Guck mal, ein FDP-Mann bekommt etwas auf die Reihe, was die Stadt ja anscheinend nicht kann“.

Doch es gab noch einen weiteren Grund, warum das Geschenk verhindert werden sollte. Klaus Peter König, von vielen Stadtverordneten als unbequemer und lauter Mahner gefürchtet, gründete eine Stiftung, für deren Bezeichnung er das Wort Bürgerstiftung wählte. Dies wiederum fanden die damals im Rathaus Regierenden überhaupt nicht toll. Denn eine ähnliche Idee mit wohl fast identischer Bezeichnung war zwar in der Schwebe, doch mit der Umsetzung haperte es. Klaus Peter König war schneller und schnappte mit seiner Bezeichnung den besten Titel für eine Stiftung der Stadt vor der Nase weg.

Zurück zum Brücken-Geschenk: Eventuell wird es in diesem Jahr installiert, drei Jahre nach dem Angebot. Eventuell.

(meh)

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare