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Wo werden weitere Asylanten untergebracht?

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Von: Sascha Kröner

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Der Saal des Dorfmittelpunktes in Massenheim sowie das Jugendhaus an der Massenheimer Landstraße könnten als Übergangslösungen für die Unterbringung von Asylbewerbern dienen. Dies berichtet Bürgermeister Dirk Westedt (FDP) auf Anfrage.

Der Main-Taunus-Kreis ist dringend auf Unterkünfte für Flüchtlinge angewiesen. Momentan zählt Hochheim auch zu den Städten, die bei der Aufnahme der zugewiesenen Asylbewerber stark hinterherhängen. Die Wein- und Sektstadt kann derzeit weniger als ein Viertel der geforderten Räumlichkeiten anbieten. Rund 30 Flüchtlinge leben in einer Unterkunft in der Südstadt – 108 weitere Plätze werden benötigt. Zwar soll der ehemalige Sitz des Verpackungsherstellers Tetra Pak an den Kreis vermietet werden. Der Umzug des Unternehmens verzögerte sich jedoch.

Wasserschaden im Neubau

Ursprünglich sollte Tetra Pak bereits Anfang April umziehen. Ein Wasserschaden im Neubau machte dem Unternehmen und damit auch den Plänen des Kreises aber einen Strich durch die Rechnung. Bürgermeister Dirk Westedt erklärte gestern auf Kreisblatt-Nachfrage, dass er mit einer Fortsetzung der Umzugsarbeiten an diesem Wochenende rechne. Nach seinen Informationen könne der Umzug des Verpackungshersteller weitergehen. Eine Übernahme des Gebäudes durch den Kreis sei dann voraussichtlich Ende des Monats möglich. Parallel befinde sich die Hessische Landgesellschaft (HLG) noch in abschließenden Verhandlungen mit dem Main-Taunus-Kreis. Die HLG hat das Tetra-Pak-Gelände im Auftrag der Stadt erworben. Bei den laufenden Gesprächen gehe es um Details des Mietvertrags, erläutert Bürgermeister Westedt.

Akuter Platzbedarf

Sobald der Main-Taunus-Kreis die Immobilie nutzen kann, stehen Umbau- und Sanierungsarbeiten an. Unter anderem müssen die Sanitärbereiche und die Haustechnik erneuert werden. Dirk Westedt rechnet damit, dass die Asylbewerber Anfang Oktober in das umgebaute Gebäude einziehen können. Den Kreis stellt die Verzögerung um mehrere Monate derzeit aber vor erhebliche Probleme: Die Kreisverwaltung hat die Stadt Hochheim um die Bereitstellung von Übergangsunterkünften für den Sommer gebeten. Als mögliche Räumlichkeiten hat die Stadt das Jugendhaus in der Massenheimer Landstraße und den Saal des Dorfmittelpunktes in Massenheim vorgeschlagen. Bisher habe der Kreis das Angebot aber noch nicht eingefordert, berichtete Westedt gestern. Wenn das Tetra-Pak-Gebäude bezugsbereit ist, sollen dort bis zu 150 Asylbewerber unterkommen. „Damit haben wir dann wieder einen Puffer bis zum nächsten Sommer“, meint Verwaltungschef Dirk Westedt. Neben den Flüchtlingsunterkünften sollen im ehemaligen Tetra Pak-Sitz auch Büros für Mitarbeiter des Projektes „Grenzenlos“ eingerichtet werden. Die Initiative des ökumenischen Sozialausschusses bietet Sprachkurse an und unterstützt die Flüchtlinge im Alltag.

(sas)

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