Uferkanten-Weg gesperrt

Höchst bricht das Mainufer weg – Bangen ums Schlossfest

  • Holger Vonhof
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In den kommenden vier Wochen soll geklärt werden, ob das Höchster Mainufer komplett saniert werden muss oder kurzfristig gesichert werden kann. Für die Kerb zum Schlossfest gibt es bereits Ausweich-Szenarien.

Ob das Höchster Mainufer bis zum Höchster Schlossfest (27. Juni bis 13. Juli) wieder voll nutzbar sein wird, konnte Stadtrat Markus Frank in seiner Funktion als Hafendezernent gestern nicht sagen: „Wir arbeiten mit Hochdruck daran.“ Der Schaden an der Spundwand sei „ungefähr eingegrenzt“ und solle nun genauer lokalisiert werden. „Wir wollen in vier Wochen das Sanierungskonzept stehen haben“, sagte Frank auf einem Ortstermin mit Vertretern der Hafenbetriebe, des Grünflächenamts und Parlamentariern aus dem Frankfurter Westen. Erst dann sei klar, über welche Summen man zur Sanierung spreche. „Die Frage ist: Können wir das kurzfristig sichern, oder müssen wir komplett sanieren?“

400 Meter abgesperrt

Bereits im Spätsommer vergangenen Jahres war aufgefallen, dass an Teilen des Mainufers in unmittelbarer Nähe zur Spundwand der Grund wegsackt (wir berichteten). Erst wurde nur ein kleineres Areal abgesperrt, dann wurden weitere Bauzäune nötig. Der Rad- und Fußweg entlang des Mainufers ist gestern gesperrt worden; von Montag an werden auch Teile der Parkplätze am Mainufer nicht mehr nutzbar sein. Inzwischen war die Spundwand in Zusammenarbeit mit dem Wasser- und Schifffahrtsamt mit Sonar untersucht worden, ohne etwas zu finden; erst der Einsatz eines Tauchers hat jetzt ergeben, dass die 1928 errichtete Spundwand in Teilen unterspült ist. So verliert das aufgeschüttete Ufer Material. „Es ist schon ein erschreckendes Bild“, sagte Frank. Über die Kosten zur Beseitigung der Probleme kann er derzeit nichts sagen. Bei einer Komplettsanierung sei man sicher „im siebenstelligen Bereich, und dann könne wir froh sein, wenn es ein eher kleiner siebenstelliger Betrag ist.“

Für das Schlossfest wird Frank aber Planungssicherheit schaffen: Solange nicht klar ist, ob die schweren Fahrgeschäfte des Hauptwochenendes (10.-13. Juli) am Mainufer aufgebaut werden können, werde an Alternativen gearbeitet. Frank hat dem Höchster Vereinsringsvorsitzenden Thomas Meder angeboten, schon in der kommenden Woche zusammen mit den Vertretern der beteiligten Ämter zu schauen, welche Ersatzflächen in Betracht kämen, etwa im Brüningpark oder in der Rudolf-Schäfer-Anlage.

Auf Kreisblatt-Initiative

Nachdem das Höchster Kreisblatt mehrfach auf die Situation und auch auf den Zeitdruck hinsichtlich des immer näher rückenden Schlossfests hingewiesen hatte, hatten die Stadtverordneten Sieghard Pawlik (SPD) und Uwe Serke (CDU) eine Anfrage zur Sitzung der Stadtverordnetenversammlung gestellt. Dort hatte Frank dann am Donnerstagabend bekanntgegeben, dass aus Sicherheitsgründen großflächiger abgesperrt werden muss. Pawlik und Serke versprachen gestern, „dranzubleiben“.

Ein Ausfall des Schlossfests sei keine Option, sagte Frank, der dort selbst mit seinen Kindern regelmäßiger Gast ist. Auch Ortsvorsteher Manfred Lipp (CDU) würde dies „als Verlust für den ganzen Westen, nicht nur für Höchst“ werten. Vereinsrings-Chef Thomas Meder betonte, das Angebot Franks sei besonders wichtig, dass die Stadt den Vereinsring nötigenfalls bei der Suche nach Alternativstandorten für die zum Teil Tonnen schweren Fahrgeschäfte unterstützen werde. „Das war schon so, als wir von der Schlossterrasse mussten“, erinnert sich Meder. Nach der Massenpanik bei der Love Parade in Duisburg 2010 war die Schlossterrasse kurz vor dem Schlossfest für Großveranstaltungen ohne Einlasskontrolle gesperrt worden. Meder: „Die Stadt hat uns damals sehr geholfen. Ich bin jetzt schon viel zuversichtlicher. Das Vertrauen ist da.“

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