Höchster Klinikum

Höchster Klinikum: Das ist der Neubau

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Erstmals gibt es Einblicke in die Pläne für den Neubau des Klinikums Höchst. Geplant ist ein sechsgeschossiger Bau mit vier Querriegeln östlich des heutigen Bettenhochhauses.

Nachdem das Land bekanntgegeben hat, seinen Zuschuss für den Neubau des Klinikums Höchst nicht zu erhöhen, muss die Stadt die Mehrkosten in Höhe von 38,9 Millionen Euro selbst bezahlen (wir berichteten). 54,4 Millionen Euro gibt das Land – wie bereits vor Jahren bewilligt – für den Neubau dazu, der jedoch inzwischen rund 236,7 Millionen Euro kosten soll. Auf die Stadt kommen also mehr als 180 Millionen Euro zu. Wie zu erfahren ist, sind jedoch einige Vorschläge fallengelassen worden, die Mehrkosten zu reduzieren. Standard soll das „Höchster Zimmer“ von 7,8 mal 7,8 Metern sein, in dem ein Bett rangiert und herausgefahren werden kann, ohne die anderen Betten verschieben zu müssen.

So hat sich die Zentrale Errichtungsgesellschaft (ZEG) dagegen ausgesprochen, Zimmergrößen zu reduzieren, bestimmte Verbindungsgänge und Flure wegfallen zu lassen oder den südlichen Gebäudeteil des geplanten, aus vier verbundenen Riegeln bestehenden Komplexes, wegfallen zu lassen. So konnte der veranschlagte Preis nur minimal gesenkt werden: von 239,9 Millionen, von denen noch vor einem halben Jahr die Rede war, auf nun 236,7 Millionen Euro.

Der aus vier Querriegeln bestehende Neubau soll östlich des heutigen Bettenhochhauses in Richtung der Windthorststraße entstehen und nach den aktuellen Plänen eine Bruttogeschossfläche von 78 900 Quadratmetern und eine Nutzfläche von 34 450 Quadratmetern haben. Vorgesehen sind zehn OP-Säle plus eines Hybrid-OPs. Ein Hybrid-OP ist ein Operationssaal, der mit Spezialgeräten wie Angiografieanlagen, Computertomographen oder Magnetresonanztomographen ausgestattet ist und über die bildgebenden Modalitäten minimal-invasive Eingriffe erlaubt, die für den Patienten weniger traumatisch sind.

Geplant sind 664 stationäre Betten; dazu kommen 40 Betten in der Tagesklinik. Derzeit hat das Höchster Klinikum knapp 1000 Betten (968 plus 44 in der Tagesklinik). Stationär sollen im Neubau nach seiner Fertigstellung pro Jahr 33 500 Patienten versorgt werden; ambulant gehen die Planer von rund 70 000 Patienten aus. Die Passivhaustechnik, von der SPD als überflüssig kritisiert, ist weiter als Planungs-Grundsatz festgeschrieben. Damit sollen zuEnergiekosten eingespart werden.

Gegenüber den 2012er-Planungen gab es jedoch einige Veränderungen, so etwa die logistische Anbindung des Wirtschaftshofs, der rund 1,4 Millionen Euro teure Hubschrauberlandeplatz und bei der Geriatrie. Die Sterilisation soll nun in einen Neubau ausgelagert und im Verbund mit anderen Krankenhäusern an einen privaten Anbieter vergeben werden.

Auch Verwaltung und Kantine kommen in ein anderes Gebäude, das zwischen dem heutigen Hochhaus und dem Neubau entstehen soll. Neu gebaut werden soll auch ein Parkhaus mit 400 Stellplätzen, das tagsüber von der Klinik, nachts aber von Anwohnern genutzt werden soll. Auf frei werdenden Flächen sollen südlich des Klinikums rund 300 Wohneinheiten entstehen (wir berichteten). Das Funktionsgebäude mit Verwaltung und Kantine sowie das Parkhaus sollen von einer Entwicklungsgesellschaft „Forum Gesundheit Höchst“ mbH errichtet werden, die noch zu gründen ist; das werde gerade geprüft. Vorgesehen ist, dass sie zu je 50 Prozent der ZEG und der Wohnungsbaugesellschaft ABG Frankfurt gehören soll, die für die Errichtung der Wohneinheiten vorgesehen ist.

Diese Entwicklungsgesellschaft soll sich um Bau und Bewirtschaftung des Funktionsgebäudes sowie des Parkhauses und um die Entwicklung und Vermarktung freier Flächen kümmern. Finanzieren soll sie sich über die Miete und den Ertrag des Parkhauses. Für die Vermarktung von Freiflächen auf dem Gelände soll es Gespräche mit dem Geschäftsbereich Suchthilfe des Deutschen Ordens geben. Der betreibt in Sindlingen die Einrichtung in der Villa Meister, die zum Verkauf steht (wir berichteten).

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