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Jana, Stefanie, Christina und Maja (v.l.) sind mit einer großen, internationalen Gruppe auf dem Höchster Weihnachtsmarkt unterwegs.

Besuchermagnet

Höchster Weihnachtsmarkt: Malerische Kulisse unter dem Schloss

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Die Besucher des traditionellen Höchster Weihnachtsmarktes schätzen den nicht-kommerziellen Charakter und die besondere Atmosphäre. Da machte es auch nichts, dass sich das Wetter am gestrigen Tag nicht von seiner besten Seite zeigte.

Der Turm des alten Höchster Schlosses ist erleuchtet und zeichnet sich am dunklen Abendhimmel ab. Aus dem Burggraben betrachtet wirkt das Bauwerk erhaben. Den Blick von dort hinauf zum Schloss genießen an diesem Abend viele Besucher des traditionellen Höchster Weihnachtsmarktes, dessen 50 Stände rund um die malerische Kulisse des Höchster Schlosses aufgebaut sind – auf dem Schlossplatz, auf dem Platz vor der Justinuskirche und eben im Burggraben, wo zudem auch ein Ritterlager seine Zelte aufgeschlagen hat.

Neu ist, dass sich das Ritterlager den Platz mit weiteren Ständen teilt, die in den vorangegangenen Jahren im Schlosshof aufgebaut wurden. „Leider ist es uns nicht gelungen, die Nutzung des Schlosshofes in diesem Jahr durchzusetzen. Die Sicherheit hat uns hier mal wieder einen Strich durch die Rechnung gemacht“, erklärt es Claus Cromm, Vorsitzender des Vereinsrings Höchst, der den Weihnachtsmarkt im Stadtteil organisiert. Weniger Stände gebe es deswegen aber nicht. „Wir haben diese Stände in den Burggraben verlegt und somit auch das Ritterlager noch etwas bereichert“, beschreibt er die Situation zu Eröffnung des zweitägigen Weihnachtsmarktes. 

Ausweichquartier

Als Bereicherung empfinden es auch die Brüder Thomas und Matthias Scheller, die mit ihren Schmiedearbeiten seit mehreren Jahren beim Ritterlager im Burggraben mit dabei sind – sowohl zum Weihnachtsmarkt als auch im Sommer zum Höchster Schlossfest. „Es sind dieses Mal so viele Besucher im Burggraben unterwegs“, freut sich Thomas Scheller. Viele ihrer geschmiedeten Objekte, darunter Kerzenständer, haben bereits neue Besitzer gefunden. „So viel wie heute war zu Weihnachten im Burggraben noch nie los.“

Auch Inge Schmittinger, die mit ihrer Schwester unterwegs ist, bleibt am Stand von Thomas und Matthias Scheller stehen und schaut sich die geschmiedeten Objekte an. Mehrere Kerzen sind angezündet und verbreiten ein wohlig warmes Licht. „Es ist einfach eine tolle Atmosphäre auf dem Höchster Weihnachtsmarkt“, befindet sie. Dieser ziehe auch viele Menschen aus der Umgebung in den Stadtteil. Auch im Burggraben sei die Atmosphäre eine besondere. Dass die Stände, die bisher im Schlosshof aufgebaut wurden, jetzt dort stehen, findet sie in Ordnung. „Ich wünsche mir aber, dass diese beim nächsten Mal wieder zurück in den Schlosshof können“, sagt sie. Das gehöre einfach mit dazu.

Zum ersten Mal laufen Christiane und Andreas Müller aus Schwanheim mit ihren Kindern Romy (3), Elias (6) und Caroline (11) über den Höchster Weihnachtsmarkt. Sie lassen sich einen Flammkuchen schmecken. Die Leckerei wird vom Stamm der Cherusker aus Unterliederbach der Deutschen Pfadfinderschaft Sankt Georgen angeboten, die mit ihrem Stand ebenfalls zum ersten Mal im Burggraben stehen. Familie Müller teilt sich einen Flammkuchen und der ist schnell verputzt. Sie sitzen vor einem wärmenden Feuer und genießen die Atmosphäre.

„Hätten wir gewusst, wie schön es hier ist, wären wir schon viel früher hierhergekommen. Ist ja auch nur ein Katzensprung von Schwanheim“, sagt Christiane Müller. Die Familie findet es gut, dass der Weihnachtsmarkt von Vereinen gestemmt wird und nicht kommerziell ist. „Hier kann man als Familie hingehen und es sich leisten“, sagt sie weiter.

Unterdessen ist auf dem Schlossplatz kaum noch ein Durchkommen. Vor den Ständen der Vereine sind lange Schlangen, einige bieten Selbstgemachtes an – Adventskränze, Marmeladen, Gestricktes oder süße Weihnachtsköstlichkeiten. Andere wiederum haben Glühwein oder heißen Rotwein im Angebot. Natürlich gibt es auch Bratwurst, Maronen und sogar Grünkohl im Angebot. Der Weihnachtsmarkt ist ein Ort, an dem man sich mit Freunden trifft. Kleines 

Dorf in der Stadt

So auch Jana, Stefanie, Christina und Maja, die sich zum Aufwärmen heißen französischen Rotwein gönnen. „Wir sind eigentlich eine große internationale Gruppe“, erzählen die vier Frauen. Die anderen seien unterwegs, um sich umzusehen und etwas zu Essen zu holen. Der Höchster Weihnachtsmarkt sei einer der schönsten, wenn nicht sogar der schönste Markt in Frankfurt, mit einer sehr schönen Kirche, die sie sich zuvor erstmals angesehen haben. „Das ist hier wie ein kleines Dorf in der Stadt“, befinden sie.

Für die Mitglieder des Vereinsrings Höchst, die die Stände aufgebaut haben und wieder abbauen werden, wartet nach dem Ende des Weihnachtsmarktes noch eine Menge Arbeit. Die Stände müssen, bevor sie wieder verstaut werden können, wegen des Regens erst einmal komplett getrocknet werden. In den Räumen der Kfz-Werkstatt von Ralf Noack in Nied sollen sie aus diesem Grund wieder aufgebaut werden. Die Nacht ist für die Helfer daher noch lang.

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