Der RMV will, dass die S-Bahnlinie S2 in Zukunft pünktlicher in Hofheim ankommt. 
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Der RMV will, dass die S-Bahnlinie S2 in Zukunft pünktlicher in Hofheim ankommt. (Symbolbild)

Wallauer Spange und Regionaltangente

RMV hat große Pläne für den MTK: Pünktlichere S2 und neue Busse

  • vonManfred Becht
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Der RMV baut im Main-Taunus-Kreis sein Netz aus. Von Großprojekten wie der Wallauer Spange und der Regionaltangente soll nicht nur Hofheim profitieren. 

Hofheim – Über die geplanten Großprojekte der Wallauer Spange und der Regionaltangente West (RTW) soll es in den nächsten Jahren weitere Verbesserungen im Schienen-, aber auch im Busverkehr im Main-Taunus-Kreis geben. Durch verschiedene Vorhaben soll die Pünktlichkeit der S 2 verbessert werden, und auch die S 1 profitiert. Außerdem ist an zwei neue Schnellbuslinien gedacht.

Im Schienenverkehr sind die großen Projekte lange bekannt. Betroffen ist der Main-Taunus-Kreis vom Bau der Regionaltangente West von Bad Homburg über Eschborn und den Industriepark Höchst zum Flughafen. Neu ist auch nicht mehr, dass es eine Abzweigung nach Bad Soden geben soll. Neu ist aber, dass dieser Abzweig die Regionalbahn zwischen Höchst und Bad Soden ersetzt, diese also wegfällt. Im günstigsten Fall kann die RTW 2025 in Betrieb gehen. 

RMV plant ICE-Haltepunkt in Wallau

Ebenfalls einen Platz im Nahverkehrsplan gefunden hat die Wallauer Spange, eine Verbindung von Wiesbaden zum Flughafen und weiter nach Frankfurt und Darmstadt über vorhandene ICE-Gleise. Nachdem eine lang erwartete Studie ergeben hat, dass ein Haltepunkt auf dem kurzen Neubauabschnitt bei Wallau sinnvoll ist, wurde er ebenfalls verbindlich in den Plan aufgenommen. Ein Zeitpunkt für die Inbetriebnahme wird nicht genannt, früher war vom Jahr 2026 die Rede.

Neue Schienen und Haltepunkte sind aber nicht alles. Der Nahverkehrsplan enthält einige Projekte, die den Betrieb auf den bestehenden Strecken verbessern soll - pünktlicher sollen die Züge sein, mehr Kapazitäten sollen geschaffen werden. Auch die Strecken im Kreisgebiet sind betroffen.

Das gilt etwa für die S2. Der Endbahnhof Niedernhausen wird so umgebaut, dass nicht der gerade angekommene Zug gleich wieder zurückfahren muss, sondern dass immer eine abfahrbereite Bahn vorhanden ist. Damit wird vermieden, dass eine verspätet ankommende Bahn gleich auch wieder verspätet losfährt. Die Bahn schafft dazu zusätzliche Züge an. In Höchst wird eine neue Verbindung für die S 1 zum Farbwerksbahnhof gebaut, so dass die Strecke der S 2 nicht gekreuzt wird. Dies vermeidet die immer wieder auftretenden Wartezeiten von Zügen auf beiden Linien. Für die Umbauten in Höchst ist allerdings ein Genehmigungsverfahren notwendig, weshalb es zum Zeitpunkt der Realisierung noch keine Prognosen gibt. Für die Nutzer der S 2 ist auch die geplante Verlegung des Bahnhofes in Nied zur Kreuzung mit der Mainzer Landstraße wichtig, denn dies erlaubt den schnellen Umstieg auf die dort verkehrenden Straßenbahnen.

Kelkheim und Liederbach werden besser per Bahn angebunden

In Nied sind auch die Planungen für einen Haltepunkt Ost (nahe dem Alemannia-Fußballplatz) angelaufen, an dem die Regionalbahn von Königstein nach Frankfurt halten kann, ein weiterer Bahnhof im Gallusviertel könnte folgen. Damit zeichnet sich ab, wenn auch für einen unbekannten Zeitpunkt, dass Bahnfahrer aus Kelkheim und Liederbach zwei Ziele in Frankfurt besser erreichen. Außerdem soll der Taktverkehr auf dieser Strecke in den Spitzenzeiten verdichtet werden. 

Der RMV betreibt auch einige überregionale Buslinien - für die Strecken mit örtlicher Bedeutung ist die Main-Taunus-Verkehrsgesellschaft zuständig. Die beiden Schnellbuslinien, die den Kreis berühren, von Hofheim zum Flughafen, und von Hofheim über Königstein nach Bad Homburg, werden gut angenommen. Zwei weitere Strecken sollen untersucht werden; die eine davon könnte von Hofheim nach Rüsselsheim führen, die andere von Kelkheim über Bad Soden nach Bad Homburg.

Kurze Frist für Stellungnahme

Die Frage ist nun, was die betroffenen Kommunen zu den Vorschlägen des Rhein-Main-Verkehrsverbundes (RMV) sagen. Der Regionale Nahverkehrsplan ist momentan ein Entwurf, keine Endfassung, es können also noch Vorschläge eingearbeitet werden. Stellenweise gibt es aber Unmut über die kurze Zeit, die den Kommunen bleibt - der Plan liegt gerade erst auf dem Tisch, und nun sollen die Kommunen bis Ende Februar eine Stellungnahme abgeben. Das passt zumeist nicht zu den Terminplänen der örtlichen Gremien.

Daran ändert auch nur wenig, dass die Main-Taunus-Verkehrsgesellschaft (MTV) bis März Zeit für eine Stellungnahme hat und dass sich daran die Kommunen beteiligen können. Die Hofheimer Stadtverordnetenversammlung hat daher einstimmig beschlossen, eine Fristverlängerung zu beantragen. Mutmaßlich werden auch andere Kommunen mehr Zeit in Anspruch nehmen wollen.

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