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Was für ein Foto-Motiv! Nicht nur diese junge Mutter zückte da ihr Smartphone für einen Schnappschuss. Doch so leicht die "Sommerelfe" daher zu schweben schien - angesichts der Temperaturen war auch das ein schweißtreibender Job beim vor allem abends heißgeliebten Eröffnungsfest des Kreisstadtsommers 2019.

Veranstaltung

Heiß, heißer, Kreisstadt-Sommer: Stimmungsvolle Party-Abende wie im Süden

Hitze, Hitze, Sommernacht. Beim Eröffnungsfest ging's vor allem abends richtig rund. Und dann wurde bis Mitternacht kräftig Party gemacht bei Kultur zum Nulltarif.

Hofheim - Ja doch, es ist Sommer! Die Jahreszeiten-Angabe steckt ja schon drin im Titel. Kreisstadt-Sommer eben. Und es war oft schon sehr warm und sonnig zum Eröffnungsfest, das immer am letzten Juni-Wochenende im Veranstaltungskalender steht. So heiß wie in diesem Jahr war's aber noch nie, zumindest gefühlt. Die Folge: Tagsüber blieben viele lieber daheim oder suchten irgendwo Abkühlung, im Parkbad zum Beispiel. Und abends ging die Post ab.

Alle, deren Anteil am Fest vor 18 Uhr seinen Platz hatte, litten entsprechend unter weniger Zuspruch. "Die Hitze, das ist ungefähr so wie starker Regen", fand Thomas Betzel vom TV 1860 gestern Morgen einen treffenden Vergleich. Die Turner hatten wieder ihren Flohmarkt zum Eröffnungsfest beigesteuert, aber deutlich weniger Resonanz, wie Organisator Jochen Krieger berichten musste. Möglicherweise auch, weil zeitgleich in Kriftel der große CDU-Flohmarkt stattfand. Und der Platz am Rondell der Main-Taunus-Schule? Die Stadt habe sie nicht auf dem Chinonplatz gewollt, hieß es, - auch wenn der im Programmheft angegeben war. Auf der Elisabethenstraße, die gesperrt wird, wenn das Eröffnungsfest auf dem Kellereiplatz stattfindet, sollte diesmal der Verkehr rollen.

Dass man nicht mit der Baustelleneinrichtung am Kellereiplatz noch eine Woche gewartet habe, darüber schüttelten die TV-Leute den Kopf. Doch die Umsiedlung des Kreisstadtsommers war ja schon im vergangenen Jahr geplant worden. Hätte der Bauherr am Kellereiplatz, die Hofheimer Wohnungsbaugesellschaft, noch nicht einmal (anstandshalber) angefangen gehabt, was sie wenige Tage vor dem Eröffnungsfest tat, hätte es allerdings sicher noch viel mehr Fragen gegeben. . .

Arg in Mitleidenschaft gezogen durch die Hitze war das Kinderprogramm. Auf dem Tivertonplatz war nachmittags nichts los. Die Vereine, die zu dieser Tageszeit auf der großen Bühne auf dem Platz am Untertor auftraten, hatten zumindest immer einige Zuschauer aus Familie und Verein sicher. Und die, die abends hier die Show besorgten, durften sich über einen vollen Platz freuen. Dann war es manchem auch nicht mehr zu heiß zum Tanzen. Ein Sommerabend wie im Süden, das gibt's mittlerweile auch in Hofheim. Mit viel Musik und - je nach Geschmack - einem kühlen Bier oder Wein oder einem Cocktail in der Hand etwas zum Genießen. Kinder wie Lukas (8) bevorzugten Slush-Eis, ein halbgefrorenes Getränk. Lukas hatte sich den Becher in Schwarz-Rot-Gold füllen lassen, mit Cola-, Erdbeer- und Zitronen-Geschmack. Sein Urteil: "Schmeckt eigentlich ganz lecker."

Immer wieder ein Thema: Ob die Musik eigentlich so laut sein muss, dass der Verdacht aufkommt, da habe jemand einen Vertrag mit diversen Hörgeräte-Akustikern. "Wir probieren noch. Und in einer Stunde seid ihr sowieso alle taub", hieß es am Freitagabend von der Bühne. Am Samstag ließ sich selbst an der Zeilsheimer Straße "Ich will zurück nach Westerland" problemlos mitsingen. Wie gut, dass zumindest auf dem hinteren Platz-Teil, wo die Essensstände waren, auch noch eine Unterhaltung möglich war.

Das Publikum war übrigens vor beiden Bühnen, auch der vom "Förderkreis Kultur regional" am Stadtmuseum, vom Alter her bunt gemischt. "Da hinten an der Jugendbühne geht's erst später los", erklärte Anna (18), die mit vier Freundinnen beim Kreisstadtsommer ihren Geburtstag feierte und um 21 Uhr noch lieber auf dem Platz am Untertor stand, wo "Die Partyvögel" einheizten. Doch auch rund um Robin Garrido, den Vorsitzenden von Kultur Regional, feierte da schon eine eingeschworene Sommerschein-Fangemeinde. Die fand es gut, dass die Bühne diesmal anders stand, weil man keine Rücksicht auf den Kellereiplatz nehmen musste. Nur im Café Tass, von wo aus man nur die Rückwand sah, hieß es: "Das ist total bescheuert."

Krawall gab's nicht beim 31.Kreisstadtsommer-Eröffnungsfest. Die Polizei hatte gestern "nichts Nennenswertes" zu melden. Einiges an Müll und Scherben räumten die Bauhof-Mitarbeiter jeweils in den frühen Morgenstunden weg. Die Helfer des Roten Kreuzes kümmerten sich um einige Hitze-Opfer; für die hohen Temperaturen war deren Zahl aber erfreulich niedrig. Auch der Verkaufsoffene Sonntag litt gestern unter Temperaturen bis zu 38 Grad im Schatten. Der Kreisstadtsommer bringt bis zum 22. September noch fast 80 Kultur-Veranstaltungen zum Nulltarif. babs

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