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Christian Vogt gewinnt die Bürgermeisterwahl

Bürgermeisterwahl Hofheim

CDU-Kandidat Christian Vogt ist der strahlende Sieger

Hofheims CDU-Vorsitzender Christian Vogt ist gestern mit klarer Mehrheit zum neuen Rathauschef gewählt worden. Doch nicht alles lief perfekt. 

Hofheim - Es war sieben Minuten vor sieben Uhr am Sonntagabend, als in der Stadthalle ein Goldregen aus Konfetti-Kanonen über dem strahlenden Gewinner der Stichwahl um das Bürgermeisteramt niederging. Christian Vogt hat geschafft, was seine Partei sich so sehr erwartet und erhofft hat von ihrem Vorsitzenden: Auf dem Chefsessel im Rathaus der Kreisstadt – 18 Jahre von Sozialdemokratin Gisela Stang besetzt – wird von September an wieder ein Christdemokrat Platz nehmen. 

Vogts erstes Statement nach zwei Minuten Begrüßungsapplaus: „Ich bin sehr überwältigt und glücklich für dieses Ergebnis.“ Der in Wallau aufgewachsene Wahl-Diedenberger konnte die Stichwahl gegen SPD-Mann Bernhard Köppler mit 58,3 Prozent oder 7492 Stimmen klar für sich entscheiden. Für seinen Gegner hatten 5360 und damit gut 2000 Hofheimer weniger votiert. Auch wenn Architekt Köppler damit einiges an Stimmen gut machte gegenüber der Hauptwahl – die Überraschung, wie sie die im ersten Wahlgang noch deutlich unterlegenen späteren Wahlsieger in Wiesbaden 2013 oder in Rüsselsheim 2017 erlebten, gelang Hofheims SPD-Vorsitzendem in der Stichwahl nicht. 

Bürgermeisterwahl Hofheim: "Mega-Überraschung" bleibt aus

Als er um 18.45 Uhr an der Seite von Ehefrau Wibke mit Noch-Amtsinhaberin Gisela Stang, Hessens SPD-Generalsekretärin Nancy Faeser und dem gerade wiedergewählten Kreis-SPD-Chef Michael Antenbrink in die Stadthalle kam, durfte auch er zwar Beifall und Anerkennung seiner Anhänger entgegennehmen. Doch die etwa von Ex-Bürgermeisterkandidatin Friederike Röhr wie von vielen anderen Unterstützern gewünschte „Mega-Überraschung“ war eben ausgeblieben. „Ich bin ein bisschen enttäuscht und platt. Ich hätte mir mehr gewünscht, das ist so“, gab Köppler zu Protokoll. „Ich glaube, wir haben einen tollen Wahlkampf gemacht, die Themen hochgebracht. 

Nun hat die Stadtgesellschaft entschieden, und ich akzeptiere das Ergebnis.“ „Die Strukturen haben offensichtlich einfach für den Herrn Vogt gesprochen“, kommentierte Gisela Stang nur knapp und nannte die Wahlbeteiligung (42,9 Prozent) „beängstigend“. Für viele gestern Abend ein Thema. „Es war ja klar, dass sie nachlässt“, konstatierte ihr Nachfolger Christian Vogt eher nüchtern, das sei aber auch Ansporn für ihn und Bernhard Köppler gewesen, „noch mal alles zu geben“ in den vergangen 14 Tagen. „Ich wollte gewinnen. 50 plus 1,“ sei das Ziel gewesen. 

„Nun sind es 58 Prozent, und ich bin überglücklich.“ Seine kommunalpolitische Erfahrung in Kombination mit seiner beruflichen Qualifizierung habe offenkundig viele Hofheimer überzeugt. Was er anders machen wird als Rathauschef? „Ich werde sicherlich versuchen, meine Vorstellungen von Gesprächs- und Kommunikationskultur in die Stadtverordnetenversammlung und auch ins Rathaus zu bringen“, so der 39-Jährige. „Ich bin gekommen, um zu bleiben“, kündigte Vogt zudem an, Bürgermeister in Hofheim sein zu dürfen, damit sei für ihn ein Traum wahr geworden. 

Bürgermeisterwahl Hofheim: Marathon-Wahlkampf

Viel Zeit, nach dem Marathon-Wahlkampf durchzuschnaufen, hat er nicht. „Ab Dienstag bin ich wieder im Büro“, Urlaub und Überstunden-Konto habe er schließlich schon stark strapaziert in den vergangenen Wochen. Vogt wie Köppler, der erst einmal Urlaub machen will, zeigten sich einig, dass das Thema, ob dieser nun Stadtrat werden sollte, keines für den gestrigen Abend war. „Heute ist Bürgermeisterwahl.“ Andreas Nickel (FWG), für den mit Köpplers Niederlage die Chance auf diesen Posten passé ist, sprach sich indes für eine baldige Wiederbesetzung der vakanten Stelle aus. 

Es sei „viel liegengeblieben“. Eine schnelle Entscheidung würde auch der Erste Stadtrat Wolfgang Exner (CDU) begrüßen. „Die Belastung ist enorm. Das Vorschlagsrecht liegt nun laut Kooperationsvertrag bei der SPD. Neben Köppler hat aber auch der ehrenamtliche Stadtrat Wulf Baltruschat noch Ambitionen. Für die CDU war indes gestern erst mal Feiern angesagt, Partei-Prominenz aus dem ganzen MTK beglückwünschte den künftigen Hofheimer Bürgermeister. Kreis-CDU-Chef und Staatsminister Axel Wintermeyer führte den Erfolg nicht zuletzt auf die wiedergewonnene Einigkeit der Partei zurück. Die zeige, dass sie „gute Nachwuchskräfte“ habe. Vogt werde sein Amt mit einer „sehr konstruktiv-positiven Art“ ausfüllen. Den Einsatz vieler Helfer hob Wintermeyer noch hervor. Den zeigten sie übrigens auch gestern Abend noch: Schon um 19.30 Uhr klebte auf den Vogt-Plakaten vor der Stadthalle ein großes: „Danke!“

Von Barbara Schmidt


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