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Rechts die bisherige Baugrenze in der verlängerten Altenhainer Straße. Nun soll auch die Fläche links bebaut werden. Archiv-

Bauland

1200 Quadratmeter für Neubauten im Langgewann

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Das Mini-Baugebiet im Langgewann ist beschlossene Sache. Ob das der Startschuss für eine Fortsetzung der Bebauung bis hinauf zur Königsteiner Straße ist?

Das fragliche Grundstück an der verlängerten Altenhainer Straße ist nur 1200 Quadratmeter groß, mehr als zwei oder drei Häuser können hier nicht entstehen. Aber die Lage am Feldrand im Hofheimer Norden ist edel. Die Stadtverordnetenversammlung hat dafür nun grünes Licht gegeben und den Bebauungsplan beschlossen. Bauträger Michael Weiß, der nebenan ein größeres Baugebiet realisiert hat, kann nun einen Bauantrag einreichen und dafür mit einer Genehmigung rechnen.

Die geringe Größe bedeutet übrigens nicht, dass das Baugebiet unumstritten ist. Verständlich ist, dass die direkten Nachbarn davon nicht viel halten – sie haben das Gelände in Absprache mit Weiß in Ordnung gebracht und nutzen es für die Freizeitgestaltung. Vor allem im Sommer spielen viele Kinder dort. Womöglich haben sich die Nachbarn mit ihren Aktivitäten keinen Gefallen getan, denn ökologisch wertvoller war all das Gestrüpp, das sich dort früher befand. Allerdings hätte auch der Bauträger selbst daraus eine Wiese machen können.

Der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) hatte bei seiner Ablehnung des Baugebietes aber nicht die Interessen der Nachbarn im Blick. Dessen Kreisvorsitzender Manfred Guder hatte schon Ende des vergangenen Jahres bei einer Ortsbesichtigung auf den geltenden Regionalen Flächennutzungsplan hingewiesen. Dort ist die Fläche ausgewiesen als Vorranggebiet für Natur und Landschaft, als ökologisch bedeutsame Fläche, als Regionaler Grünzug und als „Vorbehaltsgebiet für besondere Klimafunktionen“. Auch der Main-Taunus-Kreis hatte sich in seiner Stellungnahme im Bebauungsplanverfahren kritisch geäußert. Nach gängiger Praxis sind die Festsetzungen des Regionalen Flächennutzungsplanes keine unüberwindlichen Hindernisse, solange das betroffene Areal nicht zu groß ist. BUND-Mann Guder aber fürchtet und kritisiert, dass die Kommunen genau aus diesem Grund immer wieder kleinere Flächen aus den geschützten Gebieten zu Bauland machen, dadurch insgesamt aber erhebliche Einschnitte für den Naturschutz entstehen.

So stellt sich auch im Langgewann die Frage, ob die Entwicklung der jetzt betroffenen Fläche das Ende der Bautätigkeit in diesem Quartier bedeutet. In den letzten Beratungen der Parlamentarier kam dieses Thema nicht zur Sprache. Aber wer auf ein Luftbild des Gebietes schaut, der erkennt gut, dass es naheliegt, die nördliche Seite der Straße Im Langgewann durchgehend zu bebauen. Denn auf der der Straße abgewandte Seite entstünde eine Bebauungsgrenze in Form einer durchgehenden Linie – jeder, der das vorschlagen möchte, wird von einer Arrondierung sprechen.

Außerdem wird immer wieder einmal das Argument vorgetragen, dass mit einseitig bebauten Straßen teure Infrastruktur geschaffen wird, ohne sie entsprechend auszunutzen. Und warum darüber nicht jetzt schon gesprochen wurde? Weil das Gebiet als Ganzes angesichts der Widerstände des Naturschutzes erheblich schwerer durchsetzbar wäre. Es wird sich zeigen, ob dies mehr sind als Spekulationen . . .

(bt)

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