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2031 fahren alle Busse im MTK elektrisch

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Von: Manfred Becht

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Vor gut einem Jahr wurden in Hofheim die ersten drei Elektrobusse vorgestellt, die seither für die MTV unterwegs sind. Die bisher gemachten Erfahrungen mit den Fahrzeugen sind gut.
Vor gut einem Jahr wurden in Hofheim die ersten drei Elektrobusse vorgestellt, die seither für die MTV unterwegs sind. Die bisher gemachten Erfahrungen mit den Fahrzeugen sind gut. © Knapp

Main-Taunus-Verkehrgesellschaft stellt ihr Zukunftsprogramm vor

Main-Taunus. Gerade werden die ersten mit Wasserstoff betriebenen Eisenbahnzüge im Taunus in Betrieb genommen. Die Busflotte im Main-Taunus-Kreis dagegen soll nach und nach vollkommen auf Elektrobetrieb umgestellt werden. Dies berichteten der Aufsichtsratsvorsitzende der Main-Taunus-Verkehrsgesellschaft (MTV), Erster Kreisbeigeordneter Johannes Baron und MTV-Geschäftsführer Roland Schmidt bei einer Pressekonferenz.

Für die Elektrifizierung des Busbetriebes gibt es einen genauen Fahrplan. Die im Süden des Main-Taunus-Kreises verkehrenden Buslinien sind am Jahreswechsel von 2024 auf 2025 an der Reihe, die Strecken im Osten ein Jahr später. Die Busse auf den im Westkreis gelegenen Linien fahren voraussichtlich erst Anfang des Jahres 2031 elektrisch.

Wie es zu diesem Fahrplan kommt? Die MTV vergibt den Betrieb der Buslinien, immer mehrere Linien gebündelt, für bis zu zehn Jahre. Und kann die Umstellung auf Elektrobetrieb nur bei einer Neuausschreibung verlangen. Die gerade laufenden Verträge aber sehen noch den herkömmlichen Dieselbetrieb vor. Lediglich drei Elektrobusse werden eingesetzt, mit den Erfahrungen ist die MTV übrigens zufrieden.

Ungünstig ist, dass der laufende Vertrag mit dem Verkehrsunternehmen Transdev vorzeitig, nämlich zum Ende des nächsten Jahres aufgelöst wird. Eine so kurzfristige Umstellung auf Elektrobetrieb sei unrealistisch, so Schmidt. Deshalb verlangt die MTV bei der Neuausschreibung im nächsten Jahr nicht zwingend Elektrobusse. Der Vertrag mit der Transdev wird einvernehmlich aufgelöst. Die MTV sei mit den Leistungen des Unternehmens nicht zufrieden, so Geschäftsführer Schmidt. Transdev wiederum habe sich verkalkuliert, und der Mutterkonzern des Unternehmens sei auch nicht länger bereit, die Verluste zu tragen.

Auch vor dem Hintergrund der Probleme bei der letzten Neuvergabe der Linien hat es bei der MTV Überlegungen gegeben, selbst Buslinien zu betreiben. Vorbild könnte das städtische Verkehrsunternehmen ESWE in Wiesbaden sein. Aber die MTV hat davon Abstand genommen. Man müsste nicht nur in wenigen Jahren sehr viele Busse kaufen, sondern auch Fahrer einstellen, Betriebshöfe einrichten und den gesamten Betrieb organisieren. „Das ist ein Riesen-Aufwand“, macht Schmidt klar, warum sich Aufsichtsrat und Geschäftsführung gegen diesen Schritt entschieden haben. Die Umstellung auf die Elektroantriebe ist nämlich so aufwendig, dass dafür ein zusätzlicher Mitarbeiter eingestellt werden soll.

Es zeichnet sich überdies ab, dass die MTV Elektrobusse kauft und den Verkehrsunternehmen zur Verfügung stellt. Diese Fahrzeuge bleiben deutlich länger als zehn Jahre verkehrstüchtig, während Dieselbusse nach acht bis zehn Jahren reparaturanfällig werden, erläutert Schmidt. Die Dieselbusse konnten daher gut für eine Vertragslaufzeit angeschafft werden - bei den teureren Elektrobussen dagegen laufen die Unternehmen Gefahr, nach zehn Jahren die Ausschreibung nicht wieder zu gewinnen und in dem Fall Dutzende betriebsfähiger Elektrobusse zu haben, ohne sie einsetzen zu können.

Die MTV möchte aber nicht nur die Busse kaufen, sondern auch die Ladeinfrastruktur aufbauen. Denn diese ist ebenfalls so langlebig, dass sie nicht zu den Ausschreibungszeiträumen passt. Über einen Standort für einen notwendigen Betriebshof im Osten des Main-Taunus-Kreises werde verhandelt, ein zweiter könne später im Südkreis noch dazu kommen.

Warum aber hat sich die MTV gegen Busse mit Wasserstoffantrieb entschieden? Der Aufbau der Infrastruktur dauere erheblich länger, erklärte Roland Schmidt, außerdem gebe es mehr betriebstaugliche E-Fahrzeuge am Markt. „Wir können nicht parallel die Infrastruktur für Elektro- und Wasserstoffbusse aufbauen“, kommentiert Johannes Baron. Womit er gar nicht ausschließen will, dass sich die Dinge bis zu den nachfolgenden Ausschreibungen Mitte der 2030er Jahre wieder ganz anders entwickeln.

EXTRA: Roland Schmidt bleibt Geschäftsführer

Die 2020er Jahre seien ein Jahrzehnt des Umbruchs für die öffentlichen Verkehrsmittel im Main-Taunus-Kreis, so der MTV-Aufsichtsratsvorsitzende Johannes Baron. Die Geschäfte führen soll dabei weiter Roland Schmidt. Der Aufsichtsrat habe sich für eine Verlängerung des Vertrages mit Schmidt für fünf Jahre entschieden. Der heute 57-Jährige war am 1. Januar 2012 Geschäftsführer der MTV geworden. Roland Schmidt stammt aus Dortmund, ist Diplom-Geograph und war vor seinem Job bei der Main-Taunus-Verkehrsgesellschaft Bereichsleiter bei der Frankfurter Nahverkehrsgesellschaft Traffiq. bt

Roland Schmidt
Roland Schmidt © MTV

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