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Jetzt droht doch die Vollsperrung in der „Klärwerkskurve“ in Hofheim

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Von: Manfred Becht

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Das Problem: Die Stützmauer, die die L 3011 zum Mühlgraben hin absichert, ist baufällig.
Das Problem: Die Stützmauer, die die L 3011 zum Mühlgraben hin absichert, ist baufällig. © Knapp

Veto gegen Ausweichspur – in Hofheim im Main-Taunus-Kreis sorgt der Umbau einer Landesstraße für Ärger. Ein Jahr ist der Umbau geplant – doch es gibt Hoffnung.

Hofheim – Es hätte nicht dicker kommen können im Lorsbacher Ortsbeirat. Gleich vier Mitarbeiter hatte die Landesstraßenbehörde Hessen Mobil ins Stadtteilparlament geschickt, um die Hiobsbotschaft zu überbringen. Demnach beginnt in etwa einem Jahr die Sanierung der Stützmauer und der Umbau der Landesstraße 3011 in der „Klärwerkskurve“. Ein Jahr wird gebaut, verbunden ist dies nun doch mit der Vollsperrung der Straße. Nur einen kleinen Hoffnungsschimmer gibt es noch.

Es hat erhebliche Bemühungen gegeben, eine provisorische Ausweichspur über das Gelände der Kläranlage und des Reiterhof Georg einzurichten. Gescheitert ist dies am Veto der Betreiber des Reiterhofes. Diesem möchte aber weder die Stadt noch der Ortsbeirat einen Vorwurf machen. Denn Betreiber Ralf Georg befürchtet, zu viele Kunden zu verlieren, wenn der Verkehr näher an die Pferde rückt. Nicht zum Erfolg geführt haben auch Überlegungen, Lagerplatz, Pferdeboxen und anderes auf dem Gelände so umzuorganisieren, dass die Pferde weiter weg sind von der vielbefahrenen L 3011.

Eine Möglichkeit schien sich aber während der Ortsbeiratssitzung zu eröffnen. Georg sieht eine Lösung darin, sein Lager in eine neu zu bauende Halle an der Gundelhardt zu verlegen; ein Grundstück stünde zur Verfügung. Erster Stadtrat Wolfgang Exner winkte zunächst ab – die Stadt könne nicht einen sechsstelligen Betrag in eine solche Halle investieren.

Hessen Mobil fordert schnellen Baustart in Hofheim: „Müssen Nägel mit Köpfen machen“

In dem Punkt haben Stadt und Reiterhof bislang offenbar nicht präzise kommuniziert. Er brauche kein Geld von der Stadt für die Halle, so der Betreiber des Reiterhofes. Er wünscht sich offensichtlich andere Unterstützung bei der Realisierung des Projektes, zum Beispiel muss schnell eine Baugenehmigung her. Ob es dabei unüberwindbare Hürden gibt, das konnte im Ortsbeirat nicht geklärt werden.

Noch vor dem Wochenende soll es Gespräche geben, falls notwendig auch ein Eilantrag in der Stadtverordnetenversammlung am heutigen Freitag (26.03.2022) beschlossen werden. Am Ende überwog der Optimismus, vielleicht doch noch zu einer Lösung zu kommen.

Wie Hessen Mobil deutlich machte, muss das aber schnell gehen. Zweimal schon habe man den Beginn der Arbeiten wegen der Diskussionen um die Vollsperrung verschoben, hieß es. Der Zustand der Mauer sei aber so schlecht, dass im nächsten März auf jeden Fall der Startschuss fallen muss. Doch noch eine Umfahrungsspur zu bauen, dafür müsse es erst eine Genehmigung geben. Ein solches Verfahren aber braucht seine Zeit – es müssen in den nächsten Tagen Nägel mit Köpfen gemacht werden.

Furcht vor Rasern: In Hofheim im Main-Taunus-Kreis kocht die Diskussion um den Straßenbau

Dabei fällt es dem Ortsbeirat schwer, so manches zu akzeptieren, was die Straßenplaner als Zwänge darstellen. Bekanntlich soll die Kurve umgebaut werden und einen größeren Radius bekommen. Weite Teile des Ortsbeirates halten das für überflüssig und fürchten, dass dann schneller gefahren werden kann; Hessen Mobil argumentiert, dass die Straße dort neu gebaut werden muss, und in dem Fall müsse man sich an die Baurichtlinien halten.

Für überflüssig hält Hessen Mobil alle Diskussionen darüber, den Mühlgraben zu verrohren und so die Stützmauern entbehrlich zu machen. Die Genehmigung durch die Wasserbehörde und die Naturschutzbehörde sei nicht zu bekommen, sagen die Straßenplaner. Sie sehen keine Chancen, diese Behörden zum Umdenken zu bewegen, während der Ortsbeirat den ökologischen Wert des Wasserlaufes bezweifelt – zumal er, so CDU-Mann Carsten Zeitz, oft gar kein Wasser führe. (Manfred Becht)

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