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Der Pizzakarton steckt immerhin im Mülleimer auf dem Chinonplatz. Häufig, viel zu oft, wird Abfall aber auf den Platz geworfen.

Auf Abfalleimern könnte „Fütter mich!“ stehen

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Viele Bürger werfen ihre Abfälle einfach auf den Boden – längst nicht nur Jugendliche. Der Ortsbeirat will das eindämmen. Aber die Ortsvorsteherin rügte in diesem Zusammenhang auch, dass Bürger eine andere Pflicht vernachlässigen.

Der Vermüllung der Innenstadt von Hofheim will die Ortsvorsteherin der Kernstadt, Elli Wagner (CDU), mehr als bisher entgegensetzen. Im Ortsbeirat wurde das Thema, das auch diese Zeitung schon vielfach thematisiert hat, nicht nur intensiv diskutiert, es gab auch gleich eine ganze Reihe von Ideen.

Abfalleimer etwa sollen mit Botschaften versehen werden. Die Stadtverwaltung hat dazu auch schon erste Vorschläge entwickelt, die aber nach Ansicht von FDP-Vertreter Kilian Karger noch nachgebessert werden sollten. „Simpler und cooler“ wünscht sich der Jüngste im Ortsbeirat Botschaft und Aufmachung. Gute Beispiele gebe es in Berlin. Aber auch die Beispiele, die die CDU in ihrem Antrag schon genannt hatte, Sprüche wie: „Fütter mich!“ seien besser als lange, nach erhobenem Zeigefinger klingende Texte wie: „Unsere Altstadt ist keine Müllkippe. Bitte werfen Sie ihren Abfall nicht auf den Boden.“

Wie mit Müll richtig verfahren wird, dazu könnte man Aktionstage veranstalten, schlug Dr. Frank Rainer Schmidt (CDU) vor. Schließlich seien offenbar doch junge Leute Hauptverursacher der Vermüllung. Den Hinweis von Stadtrat Wulf Baltruschat, die Stadt nehme bereits an der Aktion „Sauberhaftes Hessen“ teil, ließ Schmidt nicht gelten. Es gehe nicht nur darum, den Müll anderer aufzusammeln, sondern das Problem tiefer anzugehen.

Monika Beßmann vom Seniorenbeirat war nicht die Einzige, die es für sinnvoll hielt, dabei die Schulen mit ins Boot zu holen. Zum Teil stieß aber auf Skepsis, ob die Schulen gleich ganze Projektwochen oder Patenschaften stemmen könnten.

Bettina Brestel (Grüne) wäre es sympathisch, wenn Vertreter der Stadt die direkte „aber immer freundliche“ Ansprache suchten und junge Leute an deren bekannten Treffpunkten direkt darauf hingewiesen würden, wie sie sich richtig verhalten. Dass es sich um einige neuralgische Orte handelt, den Chinonplatz etwa oder das Parkdeck am Bahnhof, das die Stadt laut Bernhard Köppler (SPD) „jedes Wochenende zu reinigen hat“, sieht Elli Wagner nicht. Müll werde an vielen Stellen einfach auf der Straße entsorgt. Und längst nicht nur von Jugendlichen, wie Untersuchungen belegen.

Bernhard Köppler (SPD) fand die Idee gut, für eine saubere Stadt auf Bussen zu werben. Auch Kilian Karger begrüßte eine solche Kampagne, die aber längerfristig sein solle. Er würde zudem den Aktionsradius gern ausgeweitet sehen. Es sei sinnvoll solche Aktionen auf Kreis-Ebene umzusetzen, meint der Liberale.

Das „Littering“, der Fachbegriff für das Fallenlassen von Müll, ist aber nicht das einzige Problem, das Wagner sieht. Sie will die Bürger gern auch an die Kehrpflicht erinnern, die ihnen laut städtischer Satzung vor der eigenen Haustür aufgegeben ist. Diese Pflicht werde immer mehr vernachlässigt, hat die Ortsvorsteherin beobachtet. Samstags den Rinnstein zu säubern und den Bürgersteig zu fegen, das werde längst nicht überall gemacht. Wagner kann sich vorstellen, das in einem Brief an alle Haushalte zu thematisieren.

Einen Beschluss fasste der Ortsbeirat nicht, die Anregungen sollen aber an die Verwaltung weitergegeben werden, die prüfen soll, was machbar ist. Für Wagner ist das Thema nicht erledigt. „Wir werden in der nächsten Sitzung daran weiterarbeiten“, kündigte sie an.

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