Bürgervereinigung

Altstadt und Bürgerinitiative Kellereiplatz begrüßen Stadtarchiv-Entscheidung

Der Bücherei-Komplex am nördlichen Rand des Kellereiplatzes soll nun die Taunus-Sparkasse, die Stadtbücherei und, das ist neu, das Stadtarchiv beherbergen (wir berichteten). Die Umorientierung der Stadtoberen findet durchweg Beifall, auch wenn den Kritikern das gesamte Ensemble immer noch zu wuchtig ist.

Das Stadtarchiv leidet, wie die Stadtbücherei, seit Jahren an Raumnot unter dem gemeinsamen Dach. Doch der Plan, dem „Gedächtnis der Stadt“ in Diedenbergen zu mehr Platz und besseren Arbeitsbedingungen zu verhelfen, erwies sich als schwieriger umsetzbar als gedacht. Deshalb dürften die Archiv-Mitarbeiter nun genauso erleichtert sein über die jüngste Umplanung, wie es die Kollegen der Stadtbücherei darüber waren, dass ihrer Einrichtung zwischenzeitlich ein deutliches Mehr an Quadratmetern zugestanden wurde. Stadtarchivarin Roswitha Schlecker wird selbst nicht mehr in den Genuss der neuen Räume kommen, sie arbeitet derzeit schon ihren Nachfolger Matthias Bartsch ein. Die erneute Umplanung hat Zeit gekostet, so dass die Hofheimer Wohnungsbaugesellschaft (HWB), die Bauherr des Bücherei-Komplexes ist, nun mit einem Baubeginn erst im Sommer nächsten Jahres rechnet. Damit kann die Einweihung, die HWB-Geschäftsführer Josef Mayr im Frühjahr für Ende 2020 angekündigt hatte, wohl erst 2021 gefeiert werden.

Für den Verbleib des Archivs in der Kernstadt hatte sich von Anfang an die Bürgervereinigung Hofheimer Altstadt ausgesprochen. Daran erinnert ihr Vorsitzender Andreas Friedrich gestern gern. Dass es nun so kommen soll, „hört sich doch gut an“, so Friedrich auf Anfrage. Gespannt sei er jetzt auf die Veränderungen der Fassade, die nicht mehr komplett aus Klinkern bestehen soll. Derzeit wird an den Ideen dazu aber noch gearbeitet.

Die Bürgerinitiative (BI) Kellereiplatz ist zwar nach wie vor mit der Größe des geplanten Baukomplexes nicht glücklich, doch Sprecherin Ingrid Schulz kann der Nachricht, dass das Stadtarchiv jetzt doch hier Platz finden soll, Positives abgewinnen. „Das ist erfreulich“, sagt Schulz. „Wenn man überlegt, von was wir ausgegangen sind und warum sich die BI gegründet hat, sind wir ja ziemlich weit gekommen.“ Durch die auf ihren Druck hin eingeräumte Bürgerbeteiligung flossen auch in die jüngste Planungsphase Kritik und Anregungen aus der Bevölkerung ein. Architekt Joachim Gottstein und der Moderator des Prozesses, Roland Strunk, hoffen auf weitere Impulse vor allem für die Gestaltung der Außenflächen, die beim nächsten Bürgerforum am Freitag, 26. Oktober (ab 18 Uhr, Stadthalle), ein Thema sein soll. Zeigen wird sich dann auch, wie die Umplanungen ankommen, nicht zuletzt, was die Fassadengestaltung betrifft.

Für die Linke, die als einzige Fraktion im Stadtparlament immer dafür war, das Stadtarchiv in der Kernstadt zu belassen, ändert die Erfüllung dieser Forderung nichts daran, dass sie den geplanten Baukomplex für zu groß hält. Suspekt ist ihr zudem, dass der Mietpreis, den die HWB der Stadt für Bücherei und Archiv in Rechnung stellen wird, dank einiger Synergieeffekte und einer Senkung des Erbpachtzinses von 15,30 auf 10,70 Euro pro Quadratmeter sinken soll. Fraktionschef Bernd Hausmann spottet über „Das Wunder von der Elisabethenstraße“ und kritisiert, hier würden Kosten und Risiken vom städtischen Haushalt auf die HWB verschoben.

Die Debatte wird also sicher weitergehen. Gelegenheit dazu gibt’s für die Parlamentarier in der gemeinsamen Sondersitzung aller Ausschüsse der Stadtverordnetenversammlung und des Ortsbeirats Kernstadt am 7. November. babs

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