+
Andreas Hegeler hat schon ganz konkrete Vorstellungen, wie er das Amt als Stadtverordnetenvorsteher künftig gestalten würde.

Traumjob

Andreas Hegeler will Stadtverordnetenvorsteher werden

Andreas Hegeler aus Diedenbergen möchte neuer Hofheimer Stadtverordnetenvorsteher werden. Die Wahl findet bei einer Sondersitzung am kommenden Mittwoch, 31. Oktober, um 18 Uhr in der Stadthalle statt. Manfred Becht sprach mit dem CDU-Politiker über seine Motive und Absichten.

Herr Hegeler, warum wollen Sie Stadtverordnetenvorsteher werden?

ANDREAS HEGELER: Nun, ich bin der Meinung, dass man sich dort einbringen sollte, wo man lebt. Ich will mich engagieren und hatte eigentlich schon lange den Wunsch, Stadtverordnetenvorsteher zu werden.

Das klingt ja gar nicht nach einer spontanen Entscheidung.

HEGELER: Tatsächlich, das war es nicht. Das heißt aber nicht, dass ich da in irgendeiner Form gedrängt habe. Der Rücktritt von Herrn Vater kam überraschend. Er hatte das Amt lange inne, ihm gebührt großes Lob und Anerkennung für seine Leistung in dieser Zeit.

Haben Sie sich dann gemeldet, oder wurden Sie gefragt.

HEGELER: Beides.

Es wird ja zeitlich eine ziemliche Belastung auf Sie zukommen.

HEGELER: Das stimmt. Deshalb habe ich das auch mit meiner Familie besprochen, und die steht dahinter. Man muss sich dem Amt aber auch nicht völlig unterwerfen, sondern man kann versuchen, Termine so zu legen, dass es passt. Und es gibt auch Stellvertreter. Ich weiß, dass es viele Termine gibt, bei denen der Stadtverordnetenvorsteher erwartet wird, aber man muss das schon mit Augenmaß handhaben. Ich will aber schon Präsenz zeigen, beispielsweise in die Ortsbeiräte gehen, um zu erfahren, was in den Stadtteilen los ist.

Stichwort Ortsbeiräte, aber auch Stichwort Stadtparlament – es kommen nur noch sehr wenige Zuschauer. Kann man da etwas machen?

HEGELER: Ich möchte eigentlich vorschlagen, einmal jährlich wieder eine Stadtverordnetenversammlung in einem der Stadtteile abzuhalten. Es gibt bestimmt Bürger, die sich das mal anschauen wollen. Ich möchte auch, dass es in jedem Jahr eine Bürgerversammlung gibt. Dabei muss es gar kein großes Thema geben; die Bürger sollen einfach mal sagen können, wo der Schuh drückt. Ich möchte aus dem gleichen Grund auch regelmäßige Sprechstunden anbieten.

Noch mal zurück zur Stadtverordnetenversammlung: Sind nicht manche Parlamentssitzungen so, dass man sich wünscht, dass es möglichst kein Bürger mitbekommt?

HEGELER: Wenn Sie meinen, dass wir uns in der Stadtverordnetenversammlung wieder mit mehr Respekt und Wertschätzung begegnen sollen, dann haben Sie recht. Es ist ja auch unsere Freizeit, die wir da verbringen. Da kann es doch nicht sein, dass wir uns noch ewig über eine Sitzung ärgern.

Das ist aber schwierig, wie wollen Sie das anstellen?

HEGELER: Dass das schwierig ist, weiß ich. In der nächsten Wahlperiode wird das eher noch anspruchsvoller, falls wir auch noch die AfD dabei haben. Deshalb möchte ich das eine oder andere Gespräch außerhalb der Sitzungen führen. Denn persönliche Angriffe gegen andere Stadtverordnete sind nicht zu akzeptieren! Ich werde da auch gleich zu Anfang Zeichen setzen, wenn es notwendig ist.

Würden Sie auch wieder mehr Sitzungen befürworten? Beim letzten Termin hat das Parlament das Pensum nicht geschafft.

HEGELER: Das ist jetzt nicht meine allererste Priorität, und wir sollten schauen, wie sich das entwickelt. Ich bin eigentlich kein Freund des parteipolitischen Schaulaufens, das da gelegentlich gezeigt wird. Aber natürlich soll diskutiert werden dürfen – das ist ein schmaler Grat, auf dem man wandelt.

Wie schwer fällt es Ihnen, dass Sie sich an den inhaltlichen Diskussionen öffentlich nicht beteiligen dürfen?

HEGELER: Ach wissen Sie, ich bin ja keiner, der gerne polarisiert. Ich glaube aber, dass ich den einen oder anderen Denkanstoß auch als Stadtverordnetenvorsteher geben kann. Und ich kann mich natürlich in der CDU-Fraktion einbringen.

Bürgermeister wollten Sie nicht werden?

HEGELER: Nein, das ist überhaupt nicht mein Ding. Ich habe weder eine Verwaltungsausbildung noch bin ich Jurist. Das stand für mich nie zur Debatte.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare