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Pfarrer Armin Depène an seinem Schreibtisch – er hält sich nicht nur körperlich, sondern auch geistig fit. Im Haus Maria Elisabeth am Kapellenberg, nah am schönen Taunuswald, fühlt er sich wohl.

Geburtstag

Armin Depène verrät, wie er sich fit hält und welchen Wunsch er an Papst Franziskus hat

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Seinem Ur-Ur-Großvater, der mit Napoleon Anfang des 19. Jahrhunderts als Soldat nach Schlesien kam, dort als Verwundeter gepflegt werden musste und dann die Liebe seines Lebens fand, verdankt Armin Depène seinen französischen Nachnamen. Einen Namen in Hofheim gemacht hat er sich selbst: 25 Jahre immerhin war er Pfarrer von St. Peter und Paul. Am 6. Januar 1929 erblickte der spätere Priester in Friedland (Oberschlesien) das Licht der Welt. Am Sonntag, dem Fest der Erscheinung des Herrn, dem „Dreikönigstag“, kann er daher runde 90 Jahre Leben feiern.

Vater war Bürgermeister

Bürgermeister sei sein Vater in Friedland gewesen, erzählt der Jubilar. Doch die Nazis setzten den Zentrums-Mann ab. Der ging mit seiner Familie daraufhin nach Bad Homburg, wo die Eltern seiner Frau lebten. Sein Großvater sei Forstmeister gewesen, kann Depène berichten – ein Beruf, den er sich nach dem Abitur am Kaiser-Friedrich-Gymnasium hätte auch für sich selbst vorstellen können. Am Ende hat er zwar anders entscheiden, die Liebe zum Wald aber ist geblieben. Noch immer macht Depène täglich, wenn es das Wetter nur eben zulässt, einen langen Spaziergang über den Kapellenberg. Allerdings nicht allein aus Liebe zum Wald. Denn den Tipp, sich täglich mindestens eine halbe Stunde Bewegung an der frischen Luft zu verschaffen, beherzigt er nicht zuletzt der eigenen Gesundheit wegen schon seit Ende der 1950er Jahre, als er als junger Kaplan in Limburg Sekretär von Bischof Wilhelm Kempf war. Der hatte von seinem Arzt eben jenes „Rezept“ genannt bekommen – das ganz offenbar bei so konsequenter Durchführung, wie sie Depène seither beherzigt hat, auch seine Wirkung tut. 90 Jahre jedenfalls sei in seiner Familie sonst noch niemand geworden, sagt der Jubilar. Dass er so fit ist, ist nicht zuletzt für das Haus Maria Elisabeth ein Segen, in dem der katholische Priester seit nun schon 16 Jahren wohnt. Am Sonntag und an zwei Werktagen feiert er die Eucharistie in der Hauskapelle. Geistlicher Rektor sei er in der Einrichtung, die heute in Trägerschaft des Elisabeth Vincenz Verbunds steht, aber nie gewesen, betont der frühere Pfarrer. Diese Stellung hätte er selbst nie gebraucht oder gewollt.

Die „monarchische Struktur“ der katholischen Kirche sähe Armin Depène ohnehin nur allzu gern abgeschafft. sie sei ein Grundübel, das nicht zuletzt möglich gemacht habe, dass Missbrauch in der Kirche über Jahrzehnte unter der Decke gehalten werden konnte. Am hohen Glaubwürdigkeitsverlust, da ist der 1954 in Limburg zum Priester geweihte Geistliche sicher, sei die Kirche vor allem selber schuld.

Kein leichter Stand in Rom

Was er sich vom Papst wünschen würde, wenn er zum Geburtstag einen Wunsch frei hätte? Die Abschaffung des Pflicht-Zölibats etwa, den er nach eigenem Bekunden für überholt hält? „Es ist zu viel, das lässt sich nicht an einer Sache aufhängen“, sagt Depène. „Er soll weiterhin auf vernünftige Menschen hören“, wünscht er aber für Franziskus – dem er zubilligt, keinen leichten Stand zu haben in Rom.

Er selbst habe keine Karriere in der Kirche angestrebt, sagt Depène. „Nicht, dass ich Angst davor gehabt hätte.“ Aber er wisse ganz gut um die eigenen Fähigkeiten. Er habe bei der Berufung zum Bischofssekretär sehr deutlich gemacht, dass er nichts anderes sein wolle als Seelsorger. Kaplan am Frankfurter Dom war er danach, dann von 1963 bis 1969 Pfarrer in Nassau. Es folgte das Vierteljahrhundert in Hofheim, wo er mit 65 Jahren seine Pfarrstelle aufgab. Das Bistum betraute ihn 1995 mit einer Aufgabe als Leitender Priester in Wiesbaden (Heilige Familie), die er bis Mitte 2007 erfüllte.

Nach wie vor verfolgt Armin Depène per Zeitung und Fachzeitschriften die aktuelle kirchliche Entwicklung. Dass er nicht viel hält von den immer größer werdenden Pfarreien, die „reine Notlösung“ seien, verhehlt er nicht. Wenn er sagt: „Ich habe keine Einwirkungen mehr – außer mein Gebet“, ist das aber kein Zeichen für Resignation, was die Zukunft der Kirche betrifft. Zum einen, weil er die Kraft des Gebets nicht gering schätzt, zum anderen, weil er nach wie vor in vielen Begegnungen mit Christen die Erfahrung macht: „Es ist so viel guter Wille noch da.“

Empfang nach Gottesdienst

Am Sonntag, 6. Januar, feiert die Pfarrei St. Peter und Paul um 11 Uhr den Gottesdienst zum Fest der Erscheinung des Herrn. Aus Anlass des 90. Geburtstags von Pfarrer Armin Depène gibt es im Anschluss einen Empfang im Gemeindezentrum (Pfarrgasse 2a).

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