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Diese Brücke wäre heute überflüssig, denn den Mühlgraben gibt es nicht mehr. Das Foto entstand vor 1900. Alle

Hofheimer Stadtmuseum

Ausstellung im Stadtmuseum zeigt Bilder der Hauptstraße von früher und heute

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Wie die Hauptstraße in den vergangenen Jahrzehnten ihr Gesicht verändert hat, das ist Thema einer Ausstellung im Hofheimer Stadtmuseum, die heute eröffnet wird.

Die Hauptstraße, das ist das Gasthaus Landsberg, die katholische Kirche, das alte Rathaus, das Gebäude des Kaufhauses Diener, das Eiscafé Venezia und die Volksbank. Das war schon immer so für alle, die in Hofheim aufgewachsen, aber noch nicht im Rentenalter sind. Für sie alle zeigt vom heutigen Freitag an eine Ausstellung im Stadtmuseum, wie die Hauptstraße früher ausgesehen hat. Und für die Älteren werden sicher wieder viele Erinnerungen wach.

21 Häuser werden dokumentiert, wobei diejenigen ausgespart wurden, die ohnehin jeder kennt. Der „Landsberg“ und das alte Rathaus haben sich im 20. Jahrhundert kaum verändert, da sind andere Stellen spannender. Zum Beispiel hat die Einmündung der Straßen „Am Untertor“ und „Am Alten Bach“ sehr die Optik verändert – auf der Westseite hat das sogenannte „Herzoghaus“ kleine Fachwerkhäuser ersetzt, auf der Ostseite ist das Haus nicht mehr da, das den Eingang zur einstigen Lederfabik Neumann bildete. Deswegen kommt auch die Hausnummer 63 nicht mehr vor, ähnlich wie es auch die Hauptstraße 1 nicht mehr gibt. Bei der Neubebauung dieses Quartiers wurden Grundstücke zusammengelegt, auch hier fiel eine Hausnummer ganz weg.

Vielen Veränderungen solcher Art kann man in der Ausstellung im Stadtmuseum nachspüren. Zum Vergleich werden aktuelle Fotos gezeigt, die Heiko Schmitt vom Historischen Arbeitskreis Hofheim gemacht hat. Der Arbeitskreis wurde nach der Auflösung des Geschichtsvereins gegründet und gehört zur Bürgervereinigung Hofheimer Altstadt. Die Mitarbeit an der Ausstellung war das erste Projekt des Arbeitskreises. Für nächstes Jahr geplant ist ein Buch, in dem alle Häuser an der Hauptstraße abgehandelt werden.

Da gibt es noch viel zu recherchieren. Stadtarchivarin Roswitha Schlecker weist auf die wechselvolle Geschichte der Hauptstraße hin. Einst gab es im oberen Teil viele Landwirte, später auch Handwerker, weil es dort genug Platz für Werkstätten gab. Das Geschäftszentrum entwickelte sich im unteren Teil. In den 1950er Jahren kam die Idee der autofreundlichen Stadt auf, die Fachwerkhäuser sollten durch moderne Bauten ersetzt werden. Es entstanden einige Gebäude, die heute als Bausünden gelten. Die Altstadtsanierung der späten 1970er Jahre, die lange diskutierte und schließlich realisierte Fußgängerzone, die Eröffnung zahlreicher Banken in den späten 1980er Jahren, schließlich die erneute Ausbreitung der Gastronomie markieren weitere Entwicklungsschritte. Sie alle spiegeln auch ein Stück Wirtschaftsgeschichte der Stadt wieder, betont Schlecker.

Zum Teil konnten bei der Ausstellung Erkenntnisse verwendet werden, die bereits bei einer ähnlichen Ausstellung vor 25 Jahren präsentiert worden waren. Dazu kamen aktuelle Recherchen, etwa durch Wilfried Wohmann, der auch dem Historischen Arbeitskreis angehört und der sich mit der Geschichte der Hofheimer Familien befasst und daher auch viel über die Bewohner der Hauptstraße weiß.

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