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Axel Fink soll neuer Schuldezernent werden

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Von: Barbara Schmidt

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Axel Fink soll der dritte Kreisbeigeordnete im Hofheimer Landratsamt werden. Gestern stellte die CDU ihren Wunschkandidaten in Neuenhain vor, wo Fraktionschef Frank Blasch als Bad Sodener Bürgermeister quasi ein Heimspiel hat. In der CDU-Geschäftsstelle in Hofheim wäre das nicht Pandemie-gerecht möglich gewesen.
Axel Fink soll der dritte Kreisbeigeordnete im Hofheimer Landratsamt werden. Gestern stellte die CDU ihren Wunschkandidaten in Neuenhain vor, wo Fraktionschef Frank Blasch als Bad Sodener Bürgermeister quasi ein Heimspiel hat. In der CDU-Geschäftsstelle in Hofheim wäre das nicht Pandemie-gerecht möglich gewesen. © Knapp

CDU-Fraktion nominiert den Schwalbacher einstimmig für das Amt des weiteren Kreisbeigeordneten

Hofheim/Schwalbach -"Warum in die Ferne schweifen? Sieh, das Gute liegt so nah." Die an Goethes Vierzeiler "Erinnerung" angelehnte Redensart zitierte Dr. Frank Blasch, als er gestern Mittag in seiner Funktion als Fraktionsvorsitzender der CDU im Kreistag den Wunschkandidaten seiner Partei für die Position eines weiteren Kreisbeigeordneten vorstellte. Axel Fink erhält - nicht ganz überraschend - das Vertrauen, denn der Schwalbacher erfüllt alle Kriterien, die den Christdemokraten wichtig waren.

Fink hat nicht nur "Stallgeruch", ist er doch schon seit 25 Jahren in seiner Heimatstadt Schwalbach und auf Kreisebene für die Union aktiv, der Volljurist ist auch sehr verwaltungserfahren und zudem mit 44 Jahren einiges jünger als Landrat Michael Cyriax (52). Das gibt eine Zukunftsperspektive. Nicht zuletzt mit Blick darauf hatte die CDU bei den Koalitionsverhandlungen nach der Kommunalwahl im März 2021 auf einen weiteren Kreisbeigeordneten für ihre Farbe gedrungen. Ein politisch umstrittenes Manöver, das vor allem die Opposition heftig kritisiert hatte. Daher rechne er natürlich schon damit, "dass man ein bisschen genauer hingucken wird: Was macht der?", räumte Axel Fink gestern ein.

Für den Magistratsdirektor in Diensten der Stadt Frankfurt ist das Angebot seiner Partei, Beigeordneter im Main-Taunus zu werden, ein rundum passender Karriereschritt. Er sehe ihn "wie so eine Art Heimkehr, auf die ich mich freue", sagte Fink mit Blick auf die Erfahrungen, die er in den Jahren 2009 bis 2012 als Assessor im Rechtsamt des Main-Taunus-Kreises gesammelt hatte. Dabei habe er den Kreis "von innen kennenlernen" dürfen - für ihn "ein wichtiger Faktor bei dem Ganzen".

Als CDU-Vorsitzender und Fraktionschef seiner Partei in Schwalbach hätte Fink auch die Möglichkeit gehabt, in seiner Heimatstadt Erster Stadtrat zu werden, hatte dort aber abgewinkt. In Schwalbach sei es richtig, dass jemand von außen komme, der unbelastet sei, nannte Fink gestern noch einmal eine Begründung für diese Entscheidung. Bei ihm habe es zu diesem Zeitpunkt zudem schon auch die Überlegung gegeben, sich auf die Kreisbeigeordneten-Stelle zu bewerben. "Es muss letztlich die richtige Position zur richtigen Zeit sein", findet der Jurist - und ist überzeugt, dass dies für ihn auf den Job im Hofheimer Landratsamt zutrifft.

Als Kreistagsabgeordneter hat sich der Vater von zwei Kindern bereits seit einiger Zeit der Schulpolitik zugewandt. Die Aussicht auf das Schuldezernat, das Landrat Michael Cyriax im Interview mit dieser Zeitung als möglichen Aufgabenbereich für einen weiteren Beigeordneten benannt hatte, habe ihn "zusätzlich gereizt", bekannte Fink.

Die Dezernatsverteilung liege natürlich beim Landrat, so Frank Blasch, doch begrüße die CDU es, dass es mit Axel Fink wieder einen "ganz klassischen Schuldezernenten" im Landratsamt geben solle. Die Fraktion hatte den Schwalbacher am Montagabend auf Vorschlag von Blasch, Parteichef Axel Wintermeyer und Landrat Michael Cyriax einstimmig als ihren Kandidaten bestätigt. Man sei "sicher, dass er sich schnell und lautlos einfügen wird und den Kreisausschuss verstärken kann", betonte der Fraktionsvorsitzende.

Die Funktion des Schuldezernenten erfüllt seit dem altersbedingten Ausscheiden des früheren Ersten Beigeordneten Wolfgang Kollmeier (CDU) im März 2020 der Landrat selbst. Kollmeier war zudem für die Volkshochschule und das Kulturressort zuständig. Wie genau die Aufgabenverteilung künftig sein werde, werde man sehen, so Blasch. Fink nannte aber schon mal ein paar Vorstellungen, die er für das Schuldezernat hat. Er wolle "Ansprechpartner" sein, denn ein Schuldezernent solle "nicht nur an seinem Schreibtisch im Landratsamt sitzen, er gehört auch in die Schulen vor Ort". Den Austausch mit der Schülerschaft will Fink aktivieren. Zudem möchte er die Digitalisierung in den Schulen möglichst "passgenau" vorantreiben und dabei Schüler, Lehrer und Eltern "mitnehmen."

Der Kreistag soll den neuen Beigeordneten in seiner Sitzung am 4. April wählen. Der Wahlvorbereitungsausschuss hatte sich am 17. Januar konstituiert, die offizielle Stellenausschreibung läuft laut Blasch bereits. Ob Axel Fink dann zum 1. Mai oder 1. Juni sein neues Amt antreten werde, sei aber noch offen.

Extra: Zur Person

Axel Fink wurde 1977 in Frankfurt geboren, aufgewachsen ist er in Schwalbach. Hier wohnt der Vater eines Sohnes und einer Tochter auch heute noch mit seiner Familie. Nach dem Abitur an der Albert-Einstein-Schule hat er in Mainz zunächst Volkswirtschaft, dann Jura studiert und 2007 das Zweite Staatsexamen abgelegt. Ein einjähriges Postgraduiertenstudium in Wellington (Neuseeland) folgte. Nach drei Jahren im Rechtsamt des Main-Taunus-Kreises steht Jurist Fink seit 2012 in Diensten der Stadt Frankfurt, er ist Beamter auf Lebenszeit. Sein politisches Engagement begann Fink 1995 in der Jungen Union. In Schwalbach ist er CDU-Chef und Stadtverordneter. Zudem gehört er dem Kreistag an. babs

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