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360 Grad

Eindrucksvoll: So sieht es in Europas einzigem Bahai-Tempel aus 

In Hofheim steht das einzige "Haus der Andacht" in Europa. Es ist ein Tempel der Bahai-Gemeinde. Wir haben uns im Inneren des einzigartigen Gebäudes umgesehen und uns erklären lassen, was Bahai eigentlich ist.

Etwas außerhalb, am Fuße einen Hangs in Hofheim, haben wir das Ziel erreicht: Der Blick wird frei auf den Bahá’í-Tempel. Das "Haus der Andacht", wie er genannt wird. Sicher ist der ein oder andere schon an der imposanten Kuppel vorbeigekommen, aber wie sieht es eigentlich im Inneren aus? Wir haben uns in dem einzigen Tempel der Bahá’í in Europa umgeschaut.

Das Bauwerk des Haus der Andacht spiegelt die Werte des Bahaitums wider: Die Kuppel symbolisiert die Einheit Gottes sowie die Einheit der Religionen; die neun Eingänge, beziehungsweise Tore, stehen für die Einheit der Menschheit. So eindrucksvoll der Tempel von außen aussieht, im Inneren ist er eher schlichter gehalten. Er wirkt sehr modern, in dem runden Raum sind ein paar Stühle im Halbkreis aufgebaut. Sie richten sich auf die Mitte des Raumes, die von einem großen Blumenstrauß geschmückt wird. Die großen Glasfenster geben den Blick auf die Stadt frei. Man könnte fast meinen, man befinde sich in einem Veranstaltungsraum.  Etwas unterhalb des Tempels gibt es deshalb auch ein Informationscenter mit integrierter Bücherstube. In diesem gemütlichen Raum mit Blick auf den Tempel sind die heiligen Schriften der Bahá’í-Religion zu finden.

Der "Vorraum" des Haus der Andacht mit seinen insgesamt neun Eingängen.

Das Bahaitum gehört zu den Weltreligionen, die sich mit dem Glaube an die Einheit der Religionen und der Menschheit beschäftigt. Es wird versucht, die heiligen Schriften nicht nur zu verstehen, sondern auch nach ihnen zu handeln. Ziel ist es, die Welt sozial, kulturell und wirtschaftlich zu verbessern. Laut des Bahaitums gibt es einen Gott, von dem alle anderen Religionen abstammen und somit auch verbunden sind. Die 1844 entstandene Bahá’í-Religion ist am meisten in Indien vertreten. Ihre Mitglieder werden aber seit jeher verfolgt, besonders in den islamischen Staaten. Anders als in anderen Religionen, gibt es im Bahaitum weder eine traditionelle Kleidung, noch bestimmte Bäuche. Außerdem wurde das Priestertum abgeschafft, sodass kein einzelnes, geistiges Oberhaupt über allem steht, sondern es werden demokratisch Räte gewählt.

Die Wände am Eingang des Informationscenters sind mit Zitaten aus den heiligen Schriften geschmückt.

Trotz der so modernen Einrichtung im Inneren des Tempels, hat die Kuppel etwas verträumtes an sich: Blickt man nämlich zu ihrer Spitze gen Himmel, sieht man ein Schriftzeichen aus der Bahá’í-Religion. Übersetzt heißt es „die Herrlichkeit des Allherrlichen“ und bezieht sich auf den Religionsstifter Baha`u`llah.

Ein Blick nach oben: Die Spitze der Kuppel mit dem Schriftzeichen ist der Kontrast zum modernen Rest des Tempels.

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