+
Die Bushaltestelle am Chinon Center ist bereits barrierefrei ausgebaut.

Personenbeförderungsgesetz

Barrierefreiheit an Bushaltestellen wird teurer

  • schließen

Der barrierefreie Ausbau der Bushaltestellen wird deutlich teurer als gedacht. In diesem Jahr wird das Programm etwa zur Hälfte abgeschlossen.

Hofheim - Das im Jahre 2013 in Kraft getretene Personenbeförderungsgesetz erweist sich immer mehr als Konjunkturprogramm vor allem für die Tiefbauunternehmen. Zum zweiten Mal musste die Stadtverordnetenversammlung in Hofheim zusätzliche Mittel für den barrierefreien Ausbau der Bushaltestellen beschließen, da die Ergebnisse der Ausschreibung deutlich über den Kalkulationen der Planer liegen. Da macht sich bemerkbar, dass viele Kommunen damit beschäftigt sind, ihre Bushaltestellen umzubauen. Die Tiefbauunternehmen haben daher so viele Aufträge, dass sie bei Ausschreibungen höhere Preise erzielen können, wenn sie sich daran überhaupt noch beteiligen.

Konkret geht es in diesem Jahr um 29 Haltestellen. Neun davon sind in Marxheim, je sieben in Langenhain und Wallau und zwei in Wildsachsen. Dazu kommen je zwei Haltestellen am Waldfriedhof und am Vincenzhaus. Im aktuellen Haushaltsplan stehen dafür noch 1,2 Millionen Euro zur Verfügung, der günstigste Anbieter beziffert das Vorhaben aber mit über 1,3 Millionen Euro.

Die Stadtverordnetenversammlung stimmte dem mit großer Mehrheit zu, die Grünen lehnten ab. Die Grünen-Stadtverordnete Anette Courtis begründete dies damit, dass die fehlenden Gelder aus einem Topf für Maßnahmen für den Radverkehr genommen werden sollen. Schon im Bauausschuss hatte Courtis argumentiert, der Ausbau des Radwegenetzes sei dringend, dem dürften keine Mittel entzogen werden.

Erster Stadtrat Wolfgang Exner erklärte dazu, die 100 000 Euro seien ein schon im letzten Jahr nicht ausgeschöpfter Ansatz ohne Bindung an bestimmte Projekte. Für solche stünden ausreichend Mittel zur Verfügung.

Im vergangenen Jahr waren im ersten Bauabschnitt 37 Haltestellen umgebaut worden, davon 22 in Marxheim, elf in der Kernstadt sowie je zwei in Langenhain und Wildsachsen. Dabei hatte die Stadt die Kostenkalkulation von rund einer Million Euro ebenfalls nicht einhalten können, es mussten rund 280 000 Euro nachbewilligt werden. Insgesamt gibt es in Hofheim etwa 120 Haltestellen, zum Ende dieses Jahres werden etwas mehr als die Hälfte davon umgebaut sein. Der Startschuss fiel im September 2017 mit den beiden Haltestellen im Dresdner Weg.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare