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Bürgerinitiative unzufrieden

Baugebiet Jungehag: Computeranimation des Bebauungsplanes sorgt erneut für Ärger

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Die Diskussion um das Baugebiet Jungehag weicht gerne auf Nebenkriegsschauplätze aus. Diesmal geht es um eine Computeranimation zur Verdeutlichung des Bebauungsplans.

Braucht man in Wildsachsen überhaupt ein neues Baugebiet, oder gibt es gar keine Nachfrage, und stehen viele Wohnungen im Stadtteil leer? Diese Frage wurde vor einigen Tagen aufgeworfen, als die Pläne zur Bebauung des Gebietes Jungehag laut wurden. Inzwischen wird das nicht mehr diskutiert. Wohl ist der Wohnraummangel im Ballungsraum zu deutlich geworden, und gerade hat der Magistrat Zahlen vorgelegt, aus denen hervorgeht, dass Wildsachsen in den vergangenen Jahren eher Einwohner verloren hat.

Nicht richtig informiert

Seit das Thema wieder auf der Tagesordnung steht, vertritt die Bürgerinitiative „Grün statt Grau“ die Einschätzung, der Magistrat informiere die Wildsächser nicht richtig und sei auch nicht daran interessiert, deren Stellungnahmen ernst zu nehmen. Folgerichtig wird auch eine Animation nicht akzeptiert, die die Verwaltung nachgeliefert hat, um den Bebauungsplan deutlicher zu machen.

Das beginnt mit dem Termin der Veröffentlichung. Kurzfristig vor Ablauf der Einspruchsfrist, sagt BI-Sprecher Ulrich Kuske. Viele hätten Einsprüche schon abgegeben und könnten die Darstellung nicht mehr berücksichtigen. Kuske sieht darin ein taktisch motiviertes Vorgehen, das mit Transparenz nichts zu tun habe. Der Magistrat hätte doch leicht vom Investor ein realistisches, dreidimensionales Modell einfordern können.

Rathaus-Pressesprecherin Iris Bernardelli widerspricht dem entschieden. Am 22. Februar kam die Darstellung ins Internet, eine Woche also war noch Zeit. Vor allem: Es handele sich um die vorgezogene Bürgerbeteiligung. Die Verwaltung schaut jetzt, welche der eingegangenen Anregungen berücksichtigt werden können. Der neue Entwurf geht dann in die Stadtverordnetenversammlung, und dann werden bei einer neuen Offenlegung die Bürger noch einmal Gelegenheit zur Stellungnahme haben.

Bis dahin soll es auch eine bessere Animation geben. Denn was da veröffentlicht wurde, entspricht nicht dem, was gebaut werden kann. Zu sehen sind lauter gleiche Häuslein, obwohl Doppelhäuser möglich sein sollen. Keines dieser Häuser sieht danach aus, als könnten dort fünf Wohnungen untergebracht werden. Solche sind nämlich vorgesehen.

Ehrliche Darstellung

„Augenwischerei“ sei das alles, schimpft Kuske. Es sei auch überhaupt nicht zu erkennen, wie sich das Baugebiet ins Ortsbild einfügt. Zur Akzeptanz wäre eine ehrliche Darstellung wichtiger, sagt der BI-Sprecher. Statt dessen mache sich der Magistrat eher zum „Erfüllungsgehilfen“ eines Investors.

Bernardelli räumt ein, dass die Darstellung des Bebauungsplanes Schwächen hat. So seien Ausbauten der Dachgeschosse möglich, in der Darstellung sieht das definitiv anders aus. Aber: In der Kürze der Zeit sei eine bessere Animation einfach nicht möglich gewesen. Die Darstellung vermittele nur einen ungefähren räumlichen Eindruck. Und der Bebauungsplan sei auch nur eine Angebotsplanung – es sei keineswegs ausgemachte Sache, dass der Investor diese Möglichkeiten voll ausnutze. Bis zum nächsten Verfahrensschritt solle eine bessere Darstellung vorgelegt werden, sagt sie zu. Dann, spätestens, folgt auch die nächste Runde in der Diskussion.

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