Bürgerforum

Beifall und neue Anregungen für Pläne zum Büchereikomplex

  • schließen

Positiv kommt in Hofheim an, dass das Stadtarchiv in der Kernstadt bleiben soll. Es gibt aber nach wie vor auch noch offene Fragen.

„Es bewegt sich in die richtige Richtung.“ Das Urteil eines Teilnehmers beim dritten Bürgerforum zum Büchereikomplex gestern Abend spiegelte die Stimmung in der Stadthalle gut wider. Dass nun doch das Stadtarchiv Platz finden soll in dem geplanten Neubau am nördlichen Kellereiplatz-Rand, fand ungeteilten Beifall. Die Ortsvorsteherin der Kernstadt, Elli Wagner (CDU), sagte es ausdrücklich: „Das ist für mich ein Riesengewinn“, Und die rund 80 Anwesenden unterstrichen das mit Applaus.

Rund eineinviertel Stunden dauerte die recht umfassend angelegte Information zu Beginn des Abends. Architekt Joachim Gottstein stellte die Neuerungen in der Planung des dreiteiligen Baus vor, die sich seit dem zweiten Bürgerforum ergeben haben und bereits vom Magistrat der Stadt Hofheim gebilligt wurden, (das Kreisblatt berichtete). Noch nicht zu Ende sind die Überlegungen zur Fassadengestaltung, doch die „springenden Fenster“, die vor einer Woche vorgesehen waren, sind schon wieder passé. Die künftige Stadtbücherei soll stattdessen neben einer Art gläsernem Erker zum Kellereiplatz hin zur Gartenseite, Bärengasse hin, im Obergeschoss ein Band mit schmalen, hohen Fenstern erhalten. „Bisher der beste Entwurf“, urteilte Gerhard Marquordt vom Kunstverein. Dagegen gefiel die Ansicht, die das Gebäude der Taunus-Sparkasse entlang der Elisabethenstraße bieten soll, vielen noch gar nicht.

Die Entscheidung, dass die Hofheimer Wohnungsbaugesellschaft (HWB) als Bauherr hier auch Raum für ein Bankinstitut schafft, hatte von Anfang an für viel Kritik gesorgt. Diesmal nutzte die HWB das Bürgerforum, um dem künftigen Ankermieter die Chance zu geben, seine Motivation darzulegen, seinen Hofheimer Standort an den Kellereiplatz zu verlegen. Vorstandsmitglied Markus Franz sprach von einem „klaren Bekenntnis zum Standort Hofheim“. Wer frage, warum eine Bank in digitalen Zeiten noch in eine Filiale investiere, verkenne, dass nach wie vor „das Bankgeschäft von Menschen mit Menschen gemacht“ werde. Das bisherige Gebäude biete dafür nicht mehr genug Platz. Die Taunus-Sparkasse will nämlich auch Baufinanzierungs-Spezialisten und Experten für das Private Banking nach Hofheim holen. Franz machte den Bürgern „ein großes Kompliment für ihre Beteiligung und ihr kritisches Engagement“ und versprach seinerseits, die Taunus-Sparkasse werde sich an diesem zentralen Platz „in gebotener Zurückhaltung präsentieren“ und ihre Räume gern für Veranstaltungen öffnen, möglicherweise in Kooperation mit der benachbarten Stadtbücherei.

Deren Leiterin Nicole Dietzel ist bereits an der Planung für die künftige Raumgestaltung. Sie freue sich riesig, dass es voran gehe. Dass die Bücherei nun rund 1000 Quadratmeter erhalte – deutlich mehr als noch in den ersten Planungen der HWB – „haben wir auch zum Teil dank Ihrer Hilfe erreicht“, zeigte sie sich glücklich über das Bürger-Engagement. Das Büchereiteam freue sich zudem, dass die seit Jahrzehnten bewährte „WG“ mit dem Stadtarchiv nun doch weiter Bestand haben werde.

Dass für die bereits jetzt sehr umfangreichen Schätze des Stadtarchivs mehr Raum geschaffen wird, „und das zentral in Hofheim, freut uns sehr“, können auch der neue Stadtarchivar Matthias Bartsch und seine Kollegin Roswitha Schlecker die jüngste Plan-Änderung nur begrüßen.

Gefragt waren die Bürger dann explizit noch nach Anregungen zur Gestaltung der Freiräume rund um den künftigen Baukomplex. Öffentliche Toiletten zur Verhinderung von Pinkelecken wurden ebenso vorgeschlagen wie ein kleiner Springbrunnen oder eine Dach- und Fassadenbegrünung. W-LAN brauche man dort selbstverständlich, das sei doch wohl gar keine Frage, unterstrich nicht nur die Vorsitzende des Gewerbevereins IHH, Eva Rembser. Auch Kinder- und Schülerparlamente hatten das am Donnerstag bereits gefordert.

Fragen gab’s unter anderem zu den gesunkenen Mietkosten oder zum geplanten Café in der Bücherei. Das Problem von möglichem Hochwasser nach einem Starkregen, wie es die Stadt im Mai 2016 erlebt hatte, wurde zudem thematisiert. Einige Nachbarn sprachen an, dass sie eine Lösung vermissen, wie der Wegfall der Parkplätze an der Pfarrgasse kompensiert werden kann. Altstadtbewohner mit Parkausweis und vor allem Kunden der Pizzeria nutzten sie; ihnen helfe der Hinweis auf das Parkhaus im Chinon-Center nicht.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare