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Beim Hof Ehry geht alles zurück auf null

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Von: Manfred Becht

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Die alte Hofreite in der Burgstraße steht unter Denkmalschutz - das Wohnhaus des Hofs Ehry stammt aus dem 19. Jahrhundert. Lange Zeit war hier das Haus der Jugend untergebracht.
Die alte Hofreite in der Burgstraße steht unter Denkmalschutz - das Wohnhaus des Hofs Ehry stammt aus dem 19. Jahrhundert. Lange Zeit war hier das Haus der Jugend untergebracht. © kajo

Der Ideenwettbewerb zur künftigen Nutzung ist gescheitert. Saniert wird 2023 trotzdem, damit Zuschüsse nicht verfallen.

Hofheim - Gelegentlich war es schon herauszuhören, etwa als bei der Vorstellung des Haushalts 2023 vor der Presse beim Blick auf den Hof Ehry von einem „Paradigmenwechsel“ die Rede war. Jetzt ist klar, dass der Ideenwettbewerb zur künftigen Nutzung des Anwesens in der Burgstraße gescheitert ist. Es soll zwar bei einer Nutzung der Scheune als Veranstaltungsraum bleiben, aber für das Wohnhaus des ehemaligen Bauernhofes werden komplett neue Überlegungen angestellt.

Bei dem Wettbewerb hat es insgesamt drei Angebote gegeben, berichtet der Magistrat in seiner Antwort auf eine Anfrage der Linken. Zwei davon waren allerdings so unvollständig, dass sie gar nicht weiter betrachtet werden konnten. Eine dritte Idee hat alle Anforderungen erfüllt und dem Magistrat gut gefallen - der Interessent hat dann aber zurückgezogen. Wegen steigender Energiekosten, wegen der Inflation und der damit verbundenen Unsicherheiten.

Die Stadt steht beim Hof Ehry nun mit leeren Händen da - fast jedenfalls. Denn es gibt eine Zusage des Landes, Umbaumaßnahmen an dem Anwesen finanziell zu unterstützen. Deshalb sollen auch noch 2023 Sanierungsarbeiten durchgeführt werden. Denn die Zuschüsse müssen bis zum Jahresende abgerufen werden. Wie es sonst weitergeht, ist offen. „Überlegungen zum weiteren Verfahren und dem Umgang mit der Immobilie Hof Ehry werden derzeit innerhalb der Verwaltung untersucht und ergebnisoffen diskutiert“, heißt es in der Antwort des Magistrats auf die Anfrage der Linken.

Linke erzwingen eine Antwort

Dass es diese Antwort jetzt gibt, hat viel damit zu tun, dass die Linken in der Angelegenheit das Verwaltungsgericht Frankfurt eingeschaltet haben. Mehrfach habe man nach der Antwort gefragt, schließlich eine Frist gesetzt, heißt es in einer Pressemitteilung der Linken. Denn die sechs Wochen, die der Magistrat zur Beantwortung von Fragen Zeit hat, waren längst verstrichen. Wie aus der Vorlage des Magistrats hervorgeht, hat dieser „vor dem Hintergrund“ des Eilantrags der Linken die Antwort auf die Anfrage beschlossen. Den ergebnislosen Ausgang des Ideenwettbewerbs kommentierte die Linken-Fraktionschefin Dr. Barbara Grassel dann kurz und knapp mit: „Außer 18 800 Euro Spesen nicht gewesen.“

Das Gebäude wird entrümpelt

Derweil steht der Beginn konkreter Arbeiten in dem Anwesen in der Burgstraße, in dem lange das Jugendzentrum untergebracht war, unmittelbar bevor. Noch im laufenden Jahr soll das Gebäude entrümpelt werden, lässt die Stadt auf Anfrage dieser Zeitung wissen. Im nächsten Jahr sollen dann die Toiletten saniert werden - das ist notwendig, völlig unabhängig von der künftigen Nutzung. In der Vergangenheit war in verschiedenen Gremien von weiteren Sanierungsarbeiten die Rede. Der Magistrat hat außerdem eine Vorlage für die Stadtverordnetenversammlung zum Hof Ehry angekündigt - dies könnte mehr Klarheit in der Frage bringen, wie es mit dem Anwesen weitergehen kann.

Äußern muss sich der Magistrat auch zu der Frage, ob der Verein Hofheimer Kulturwerkstatt das Gebäude vorübergehend wieder nutzen kann. Der Verein war übergangsweise mit seinen Kunst- und Kulturangeboten in dem historischen Gebäude untergekommen, musste es dann aber verlassen, weil Sanierungsarbeiten angekündigt wurden. Nun hat der Ortsbeirat Kernstadt einem Antrag der Linken zugestimmt, wonach geprüft werden soll, ob der Verein „zumindest übergangsweise“ das Haus wieder nutzen kann. Geheizt werden müsse ohnehin, heißt es. Wobei der Ortsbeirat nicht ausschließen will, das Anwesen diesem und anderen Vereinen auch dauerhaft zur Verfügung zu stellen. Im Hofheimer Vereinshaus gleich nebenan, dem Kellereigebäude, sei jedenfalls nicht genug Platz.

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