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Ein Blick ins Dachgeschoss der neuen Stadtbücherei in Marktheidenfeld: Bücher, Computer-Arbeitsplätze und schöne Plätze zum Schmökern.

Bibliothek

Bücherei-Neubau lässt Nutzerzahlen explodieren

Besonders gut angenommen werde die neue Möglichkeit, Medien auch außerhalb der Öffnungszeiten zurückzugeben, sagt Susanne Wunderlich. Das ist für Hofheim auch geplant.

Die angekündigte Fällung der Bäume am Kellereiplatz macht es offensichtlich: In diesem Jahr wird hier gebaut. Der langgehegte Traum einer neuen, größeren Stadtbücherei soll dann Wirklichkeit werden. Dass eine öffentliche Bibliothek auch im Internetzeitalter keineswegs unzeitgemäß ist, sondern in einer Stadt einiges in Bewegung bringen kann, dafür gibt es aktuelle Beispiele. Hofheims Bücherei-Leiterin Nicole Dietzel hat sich in Bad Vilbel, Wetzlar und Ingelheim bereits Anregungen geholt für die eigene Planung. Und Marktheidenfeld? „Nein, da waren wir noch nicht. Was gibt’s denn da Schönes?“, fragt Dietzel aber gleich interessiert nach.

Die Stadt mit gut 11 000 Einwohnern im Main-Spessart-Kreis (Unterfranken) hat seit April 2018 eine neue Stadtbibliothek. Ein Neubau mit 850 Quadratmetern barrierefreier Nutzfläche unter einem klassischen Giebeldach ist dort in der Altstadt entstanden. Rund 4 Millionen Euro hat es gekostet, die Regierung von Unterfranken hat sich mit 1,8 Millionen Euro beteiligt. Die erste Bilanz, die die Marktheidenfelder Bibliotheks-Leiterin Susanne Wunderlich im Januar vorgestellt hat, belegt, dass der Neubau sich außerordentlich positiv auswirkt. 533 Neuanmeldungen seit der Eröffnung wurden bis zum Jahresende 2018 gezählt, die Nutzerzahlen seien „regelrecht explodiert“. Über 40 000 Besucher zählte die Bücherei schon in den ersten sieben Monaten.

Besonders gut angenommen werde die neue Möglichkeit, Medien auch außerhalb der Öffnungszeiten zurückzugeben, sagt Susanne Wunderlich. Das ist für Hofheim auch geplant. Die Bibliothek habe sich zudem zu einem echten Treffpunkt entwickelt. „Sie zieht alle Alterssparten an“, kann die Leiterin sagen. Vorab sei viel darüber diskutiert worden, dass es keine Parkplätze direkt vor dem Gebäude gebe. Seit der Eröffnung sei das im Grunde kein Thema mehr. Die Bibliothek, die feste Kooperationsverträge mit dem örtlichen Gymnasium und der Fachoberschule hat, werde zunehmend auch von Jugendlichen aufgesucht, immer mehr Schüler nutzten die Computerarbeitsplätze. Da ziehe nicht zuletzt das kostenlose WLAN, ist die Leiterin sicher. Das wird die Hofheimer Stadtbücherei im geplanten Neubau am Kellereiplatz ebenfalls bekommen. Und Fenster, in denen man sitzen kann, wie in Marktheidenfeld, „die kriegen wir auch“, sagt Nicole Dietzel.

Mit den Rodungsarbeiten auf dem Grundstück des Bücherei-Komplexes wird am Dienstag, 19. Februar, begonnen. Zunächst werden die drei Plantanen an der Pfarrgasse gefällt, dann folgen die Fichten nahe am Kellereigebäude.

(babs)

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